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Am Morgen nach der Bluttat kehrt nur sehr langsam wieder der Alltag in die Asylunterkunft am Dorfener Bahndamm zurück. Viele Bewohner, die Täter und Opfer kannten, sind nach wie vor schockiert und traumatisiert.

Am Tag nach der Bluttat im Flüchtlingsheim

Nach Messer-Attacke: "Absolute Sicherheit gibt es nicht"

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Dorfen - Nach dem Tötungsdelikt in einem Flüchtlingsheim in Dorfen herrschen bei Mitbewohnern und Flüchtlingshilfe Trauer und Bestürzung. Nun hofft man, dass die positive Stimmung und die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen nicht kippt. Die Kripo Erding hat neue Erkenntnisse.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat am Sonntag nach Mitternacht im Asylbewerberwohnheim „Am Bahndamm“ ein 38-jähriger Somalier seinen Zimmergenossen (20) aus dem Senegal aus noch unbekanntem Motiv niedergestochen. Der Täter hatte sich noch vor Ort widerstandslos festnehmen lassen.

Der Leichnam des Getöteten soll in seine senegalesische Heimat überführt werden. Der Schock bei der Flüchtlingshilfe sitzt tief. Vorsitzender Adalbert Wirtz hatte noch keine Minute Zeit zum Runterfahren nach dem schrecklichen Ereignis. Täter und Opfer kannten sich lange, denn beide waren fast gleichzeitig kurz nach Eröffnung der Flüchtlingsunterkunft Ende Mai 2015 dort eingezogen und lebten einige Zeit sogar zusammen in einem Zimmer. Das ist noch versiegelt. Beide hatten bereits eine Aufenthaltsgestattung. Genaueres zum Tathergang, zu Motiv oder Befindlichkeiten sei weder vom Täter noch Opfer bekannt, sagte Wirtz.

Der Getötete sei mit allen Mitbewohnern im Container „befreundet“, der Täter „eher ein Einzelgänger“ gewesen. Wirtz versicherte, von Streitigkeiten gewusst zu haben, nicht aber in dieser Schärfe. Zur Sicherheit aller Bewohner und Helfer sei bekannt, bei solchen Extremfällen selbst nicht einzugreifen, sondern den in allen Unterkünften vorhanden Notruf zu wählen, erklärt Wirtz das Procedere. Klar sei aber auch: „Eine absolute Sicherheit gibt es nicht“. Am Sonntagvormittag nach der Tat hatten Wirtz und weitere Mitglieder der Flüchtlingshilfe alle Bewohner des Wohnheims zu einem Treffen zusammengerufen. Darunter sei auch ein Bruder des Getöteten gewesen, der einen Dolmetscher dabei hatte. Und man wollte auch „externe Kompetenz“. Ein Bemühen um das KIT (Kriseninterventionsteam) sei aber „gescheitert“.

Der Leichnam wurde inzwischen obduziert

Für die Bewohner „war uns wichtig, dass sie reden, sich aussprechen können, was ihnen am Herzen liegt“. Alle seien „tief betroffen gewesen, einige haben geweint“, berichtet Wirtz. Wichtig sei den Bewohnern gewesen, dass sie sich wieder „sicher fühlen können“. Intern würden jetzt alle „Helfer vor Ort“ informiert. Es seien Gespräche geplant mit zuständigen Behörden und Polizei. Es soll erörtert werden, „was noch besser geht“. Als Beispiel nannte Wirtz, bei der Zuweisung oder Zimmerbelegung mehr Rücksicht auf Kultur, Religion oder Ethnien zu nehmen. Auch eine Jobbörse werde jetzt im evangelischen Pfarrheim eingerichtet, „um die Leute schneller in Arbeit zu bringen“. Denn auch Untätigkeit und Langeweile sorgten für Frust. „Wir bitten die Dorfener, ihr bisheriges Wohlwollen gegenüber Flüchtlingen von dieser traurigen Tat nicht beeinträchtigen zu lassen. Im Gegenteil, gerade jetzt benötigen wir Unterstützung, freundliche Worte und hilfreiche Taten“, appellieren Vorstand und Beirat der Flüchtlingshilfe. Am Mittwoch, 24. Februar, wird es im Stadtzentrum vor dem Friedensmahnmal an der Marktkirche eine „kleine Trauerfeier zum Gedenken an das Opfer geben“. Die Ermittlungen der Kripo Erding kommen gut voran. Gegen den Somalier erließ ein Richter am Montagnachmittag Haftbefehl. In einer Vernehmung in Begleitung eines Dolmetschers räumte der 38-Jährige nach Angaben des Polizeipräsidiums Ingolstadt das Tötungsdelikt ein.

Der Leichnam des Senegalesen wurde inzwischen obduziert. Todesursächlich war einzig und allein die Messerattacke. Die Kripo hat hat zudem herausgefunden, dass Täter und Opfer zwar lange Zeit ein Zimmer geteilt hätten. Das spätere Opfer habe jedoch seit einiger Zeit woanders übernachtet, nachdem es immer wieder Spannungen gegeben habe. Besonders tragisch: Nach einem Vorfall am Samstagvormittag, wenige Stunden vor der Bluttat, bei dem die Polizei eingriff (wir berichteten), sollte veranlasst werden, dass einer der Flüchjtlinge in eine andere Unterkunft verlegt wird. Als Tatwaffe wurde ein Brotmesser sichergestellt. Befragungen der Heimbewohner sollen zeigen, warum beide immer wieder gestritten haben. Der 38-Jährige wartet in U-Haft auf seinen Prozess am Landgericht Landshut.

Hermann Weingartner und

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