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Zu spät in der A 94-Planung: Der Ortsteil Lappach (Bildmitte) hätte gerne, dass der Lärmschutzwall (r.) höher gestaltet wird.

A 94-Lappachtalbrücke

Nein zu höherem Lärmschutzwall

Jahrzehntelang kämpfte die Stadt Dorfen gegen die A 94 im Isental. Einen Plan B, bei einem Scheitern des Widerstands, gab es nicht. Das scheint sich jetzt zu rächen.

Von Hermann Weingartner

Dorfen – Bürger des Ortsteils Lappach wollen eine Erhöhung des 200 Meter langen Lärmschuztwalls in ihrem Bereich um 50 Zentimeter. Auf die Idee kamen sie, da in unmittelbarer Nähe rund 600 000 Kubikmeter Abraum neben der Autobahn zu einem riesigen Berg aufgeschüttet wurde. Doch das scheint nicht möglich.

Was wie ein Schildbürgerstreich aussieht, ist rechtlich nicht zu beanstanden, da es einen Planfeststellungsbeschluss (PFB). Auf der riesigen Brücke, die das Lappachtal überspannt, ist eine 2,5 Meter hohe Schutzwand gegen Regengischt und Lärm geplant. Eine Erhöhung des anschließenden Erdwalls auf gleiche Höhe sei jetzt nicht mehr möglich. Das sagte Bürgermeister Heinz Grundner auf Nachfrage in der Bürgerversammlung für die westlichen Ortsteile Dorfens auf eine Anfrage von Kastulus Grundner. Er hatte beklagt, dass der Erdwall oberhalb des kleinen Ortsteils Lappach nur mehr zwei Meter hoch sei. Das habe man erst jetzt nach der Erstellung feststellen müssen. Einen höheren Lärmschutz fordern „hama versäumt“, bedauerte der Lappacher. Erdwälle entlang der A 94 seien aber zumeist sechs Meter hoch. Was für die bereits durch Überflutungen aus der A 94-Baustelle leidgeprüften Anrainer angesichts der gewaltigen Abraummassen unverständlich ist: „Da werd jetzt da Dreck an Berg nauf g’fahr und ned dahin, wo’s nötig wäre“, ärgerte sich Grundner.

Bürgermeister Grundner sagte, die Errichtung von Lärmschutzmaßnahmen an der A 94 seien im rechtsgültigen PFB geregelt. Die Autobahndirektion Südbayern werde daher ihre Planung jetzt nicht mehr ändern, denn das würde den PFB angreifbar machen. Die Stadt könne da auch nichts machen. Grundner sicherte dennoch zu, gemeinsam mit den Anwohnern ein Gespräch mit der Autobahndirektion zu suchen.

Auf Nachfrage der Heimatzeitung sagte der Stadtchef, bekanntlich ein Befürworter der Autobahn, das Thema A 94 sei seit Jahren durch. Er wolle jetzt niemanden mehr einen Vorwurf machen, aber es habe zu keinem Zeitpunkt der Planfeststellung einen Plan B gegeben. Damit hätte man für Dorfen vielleicht „Abmilderungen“ von negativen Folgen der Autobahn, wie Verkehrslärm, erreichen können. Im Zuge der „Frontalablehnung“ der Isental-Autobahn sei auch ein etwas höherer Lärmschutz bei Lappach leider übersehen worden.

Eine Nachfrage der Heimatzeitung beim Pressesprecher der Autobahndirektion Süd, Josef Seebacher, ergab wenig bis keine Hoffnung für Lappach. Grundsätzlich seien die vom Gesetzgeber bundesweit einheitlich bestimmten Lärmschutzgrenzwerte zu erfüllen. In Lappach sei das eingehalten. Einen Spielraum für zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen auf Kosten des Bundes habe man nicht. Vor zehn Jahren hätte man im Rahmen des PFV den höheren Wall fordern können. Das Problem damals, Dorfen war „nur dagegen“. Wenn die Kommune jetzt den nötigen Grund erwerbe und die Kosten trage, sei eine Erhöhung des Walls noch denkbar.

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