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Nadelöhr B 15-Isen-Brücke: Die Bundesstraße wird 2018 wegen Brückenerneuerung monatelang gesperrt.

Drohendes Verkehrschaos

Neue Brücke: Ortsdurchfahrt wird gesperrt

Ein Verkehrschaos ist nächstes Jahr im Raum Dorfen vorprogrammiert. Spätestes ab Mai 2018 wird die B15-Isen-Brücke ganz abgerissen und erneuert. Dann wird die Bundesstraße für rund sechs Monate komplett gesperrt.

Dorfen – Die B15-Brücke in Dorfen ist Baujahr 1936 und somit bereits über 80 Jahre alt. Damit ist ein Ersatzbau fällig. Im Bauausschuss des Dorfener Stadtrats haben Jessy Swoboda und Thomas Stieber vom Staatlichen Bauamt Freising (Straßenbau) den Planungsstand vorgestellt. Die Kosten für die neue Brücke werden derzeit grob auf 1,6 Millionen Euro geschätzt. Die Stadt rechnet mit einer Beteiligung von mindestens 100 000 Euro.

Die B 15 ist im Raum Dorfen die einzige leistungsstarke Nord-Süd-Verbindung und mit Ziel- und Quellverkehr sowie überörtlichen Verkehren sehr stark frequentiert. Die Isen trennt Dorfen in Nord und Süd, die B 15-Isen-Brücke ist als einziger leistungsfähiger Übergang für den Verkehr ein Nadelöhr. Die Vollsperrung über ein halbes Jahr wird so zur Katastrophe, wurde im Bauausschuss unisono befürchtet.

Pkw- und Lkw-Verkehr werden getrennt umgeleitet, erläuterte Swoboda. Die Autos sollen über Hampersdorf, Wasentegernbach und Schwindkirchen fahren – und umgekehrt. „Eine Katastrophe besonders in Wasentegernbach und Schwindkirchen“, sagte Günther Drobilitsch (GEM) voraus. Die Ausweichroute für Lkw über 3,5 Tonnen ist weiträumig geplant – ab Taufkirchen nach Erding über Hörlkofen, Pastetten zur B 12 bis Haag und andersrum. Zu den Umleitungen soll es nochmal ein Gespräch mit allen Beteiligten geben, um Anregungen und Bedenken aufzunehmen.

Der Verkehrsausschuss wird sich im Februar mit dem Thema befassen. Bedenken gab es jede Menge im Bauausschuss. „Auto- und Lkw-Fahrer werden sich Schlupflöcher suchen“, befürchtete Michael Oberhofer (CSU). Das Straßenbauamt müsse daher für „maximalen Schutz der Bevölkerung sorgen“. Vor allem die Lkw-Ausweichstrecke sei zu weit. Da gebe es deutlich nähere Wege, die genützt werden, glaubte Ludwig Rudolf (CSU). Bei der Streckenwahl gebe es Vorschriften zu beachten, erläuterte Swoboda. Innerstädtisch, bei den ortsnahen Gemeindestraßen und Schleichwegen werde die Stadt mit entsprechender Beschilderung und Ampeln selbst reagieren, versicherte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU). Heiner Müller-Ermann (SPD) empfahl, die Sperrung für eine Verkehrszählung zu nützen. Da könne man Schlüsse ziehen, wie sich die Verkehre auf der B 15 bei dieser Situation verteilen. Da habe man dann auch Aufschlüsse, wenn für den Bau des B 15-Bahnübergangs in Dorfen die Bundesstraße ein, zwei Jahre gesperrt wird.

Die Variantenplanung ist abgeschlossen, erklärte Swoboda. Die Entwurfsplanung soll Ende des Jahres fertig sein. Die neue Brücke werde „keine großen Unterschiede zum jetzigen Bauwerk“ und wieder einen Mittelpfeiler haben. Sie wird 32 Meter lang, mit breiterer Fahrbahn (7,1 Meter), breiterem Gehweg und zwischen den Geländern 12,1 Meter breit. Das Bauwerk wird etwa um einen Meter nach Osten verschoben, um bessere Sichtverhältnisse an der Einmündung des Herzoggrabens zu bekommen. Auch einige Bäume werden auf der Ostseite gefällt werden müssen.

Der Gehsteig wird auf Wunsch der Stadt zum Geh- und Radweg ausgebaut und auf beiden Seiten auf 2,5 Meter verbreitert. Das ist auch eine Forderung im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Die Kosten muss die Stadt tragen. Bauamtsleiter Franz Wandinger rechnet mit „mindestens 100 000 Euro“. Die Geländerform der Brücke soll mit der Stadtplanerin abgestimmt werden. Für die Bauarbeiten werde man an der Brücke vorübergehend Privatgrund erwerben müssen, sagte Stieber.

Im Bereich Mühlangerstraße, Schäfflergasse und Herzoggraben wird es wegen der Baustelle zu Behinderungen kommen. Die Durchfahrt werde aber möglich sein. Die B 15 wird dagegen komplett gesperrt. Es ist mit einer Bauzeit von sechs Monaten zu rechnen. Beginn ist für Ende April/Anfang Mai geplant.

Eine um Monate kürzere Bauzeit könnte eine Vorfertigung der Brückenteile bringen, die dann einfach aufgeschoben werden, sagte Drobilitsch. Das sei bekannt, erklärte Swoboda. Dieses Verfahren könne in Dorfen aus technischen und Platzgründen nicht ausgeführt werden.

Hermann Weingartner

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