Klaus Steinertritt 2017 die Nachfolge von Karl-Heinz Figl an. Foto: Lindauer Zeitung

Stadtwerke  Dorfen 

Der neue Chef ist sturmerprobt

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Dorfen - Die Dorfener Stadtwerke bekommen im Januar einen neuen Chef. Klaus Steiner aus Lindau tritt seinen Posten aber nicht ohne Vorbelastung an.

Bei dem neuen Geschäftsführer der Stadtwerke Dorfen handelt es sich um Klaus Steiner aus Lindau. Steiner war von Januar 2010 bis April 2016 Geschäftsführer der Stadtwerke Lindau. Mitte April hat der 50-Jährige das Unternehmen kurzfristig verlassen. Es handelte sich dabei um eine einvernehmliche Lösung zwischen dem Aufsichtsrat und Steiner. „Klaus Steiner ist ein hervorragender energiewirtschaftlicher Experte, der sich mit hoher Leistungsbereitschaft für die Stadtwerke eingesetzt hat“, kommentierte Lindaus Oberbürgermeister Dr. Gerhard Ecker den Weggang des Geschäftsführers.

Hintergrund der Trennung: Die Lindauer Stadtwerke haben zum zweiten Mal in Folge hohe Verluste hinnehmen müssen. Zuletzt wurden vier Millionen Euro Defizit eingefahren. Zwischen Steiner, dem Aufsichtsrat und dem Stadtrat kam es offenbar zu unüberwindbaren Differenzen, wie die Stadtwerke wieder auf einen guten Weg gebracht werden können.

Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner sieht darin keinen Grund, gegen den neuen Geschäftsführer Misstrauen zu hegen. Steiner sei mit der Thematik in persönlichen Gesprächen „sehr offen“ umgegangen. Er habe seinen Weggang aus Lindau mit den Spannungen im Stadtrat begründet, die für ihn eine Weiterarbeit unmöglich gemacht hätten. Auch ein Gespräch mit dem Lindauer Oberbürgermeister habe stattgefunden, in dem dieser Steiner als „loyalen, gradlinigen Geschäftsführer“ dargestellt habe, der „die Hierarchien kennt und diese auch akzeptiert“. Grundner: „Herr Steiner weiß, was seine Aufgabe in Dorfen ist, und er hat sich auch die Situation hier angeschaut. Ich gehe davon aus, dass wir mit Herrn Steiner eine gute Zusammenarbeit aufbauen können.“

Ein von der Stadt Dorfen eingesetzter externer Wirtschaftsexperte hatte aus über 50 Bewerbungen fünf Kandidaten ausgesucht. Darunter ist auch Steiner. Zunächst war die Wahl auf eine Frau gefallen, der aber dann der Weg nach Dorfen zu weit gewesen sei. Der Berater der Stadt empfahl die Einstellung des Lindauers.

Die Millionenverluste der Lindauer Stadtwerke rühren vor allem vom Breitbandausbau her, der von einer Tochterfirma der Stadtwerke durchgeführt wird. Aber auch Schwimmbäder und der von der Stadt betriebene öffentliche Personennahverkehr sorgen für hohe Defizite.

Steiner selbst sagte unserer Zeitung, dass es sich bei den Verlusten der Lindauer Stadtwerke um Buchwertabschreibungen handle, die sein Nachfolger vorgenommen habe. Auf seine Tätigkeit in Dorfen freue er sich sehr. „Ich habe mich vor meiner Bewerbung intensiv mit Dorfen beschäftigt. Mich fasziniert, dass bei den Stadtwerken ein so kleines Team so erfolgreiche Arbeit macht.“

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