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Geschlossene Front für den Erhalt der Biogasanlagen: Politiker, Landwirte und Anlagenbetreiber in Kleinkatzbach.

Gefährdete Biogasanlagen 

Das neue Gesetz „bedeutet Stillstand und Abbau“

Kleinkatzbach – Das Aus für viele Biogasanlagen sehen die Protagonisten der Erneuerbaren Energien im neuen Gesetzentwurf zum Erneuerbare Energiegesetz (EEG) 2016. Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „5 vor 12“ wurde deshalb auch die Biogasanlage der Familie Reger symbolisch für eine Minute „abgeschaltet“, um auf die negativen Folgen der EEG-Novelle aufmerksam zu machen.

Auf dem Hof der Regers in Kleinkatzbach bei Dorfen hatten sich zahlreiche Biogasanlagenbetreiber, Verbandsvertreter sowie Lokal- und Bundespolitiker zu der Protestaktion eingefunden. Der neue EEG-Entwurf bedeute Stillstand und Abbau an Stelle einer sinnvollen Weiterentwicklung nicht nur der Bioenergie, sondern der gesamten Erneuerbaren Energien, warnte der stellvertretende Regionalgruppensprecher des Fachverband Biogas, Mathias Lohmayer. Er forderte, klare Regeln im Gesetz für die Bestandssicherheit der Altanlagen, damit die Energiewende nicht abgewürgt werde.

Der CSU-Wahlkreisbundestagsabgeordnete Andreas Lenz sagte, er habe festgestellt, dass nach fünf Jahren Energiewende die Euphorie in der Politik „a bisserl abgeflaut“ sei. Es sei beeindruckend, was da im ländlichen Bereich geschaffen wurde, wenn man die Biogasanlage der Familie Reger sehe. In Bayern werden etwa neun Prozent des Stromverbrauchs aus rund 5000 Biogasanlagen erzeugt, wusste Lenz. Im Landkreis Erding gebe es rund 80 Biogasanlagen. Klar sei, dass Biogasstrom mit rund 20 Cent/kWh „mehr kostet“, sagte Lenz. Er sei aber auch „mehr Wert“, denn dahinter müsse die Wertschöpfung im ländlichen Raum gesehen werden. Und in der Landwirtschaftskrise könne der Biogasanlagenbetrieb einen „gewissen Druck aus der Produktion nehmen“. Die CSU werde für eine wirtschaftlich sinnvolle EEG-Nachfolgeregelung für die Biogasanlagenbetreiber kämpfen, damit sie Planungssicherheit haben. Das sieht laut Lenz auch SPD-Kollege Ewald Schurer (MdB) so.

Vizelandrat Jakob Schwimmer sagte zur EEG-Novelle, „es geht nicht um Zubau, sondern um die Sicherung des Energiemixes“. Den könne man mit Biogasanlagen flexibel gestalten. Biogasanlagen laut Schwimmer „können intelligent gesteuert werden, im Gegensatz zu Wind und Fotovoltaik“.

Der Kreisverbandsvorsitzende des Bayerischen Gemeindetags, Hans Wiesmaier, erklärte, die Wertschöpfung vor Ort sei wichtig. Der „dezentralen Energiewende“ müsse man Planungssicherheit geben: „Wir brauchen keine Ideologien, sondern Wertschöpfungssicherheit.“ Schlimm wäre es, so Wiesmaier, wenn die hiesigen Biogasanlagenbetreiber am neuen EEG scheitern und sich dann die großen Stromkonzerne über die Branche hermachen.  prä

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