1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Dorfen

Neue Offenheit im Dorfener Stadtarchiv

Erstellt:

Von: Michaele Heske

Kommentare

Guter Beschluss: Auch die Lokalhistoriker des Historischen Kreises freuen sich über die Öffnung des Archivs, zudem würde auch das Heimatmuseum von einem Archivar partizipieren: „Wir bekommen so viele alte Exponate, eine professionelle Sichtung, Registrierung und Unterbringung tut Not“, sagte Vorsitzender Jürgen Weithas (r.), hier mit Herbert Moser (l.) im Heimatmuseum. Gutachten liegt seit 2018 vor Trio sichtet vorab die Unterlagen
Guter Beschluss: Auch die Lokalhistoriker des Historischen Kreises freuen sich über die Öffnung des Archivs, zudem würde auch das Heimatmuseum von einem Archivar partizipieren: „Wir bekommen so viele alte Exponate, eine professionelle Sichtung, Registrierung und Unterbringung tut Not“, sagte Vorsitzender Jürgen Weithas (r.), hier mit Herbert Moser (l.) im Heimatmuseum. © Michaele heske

Der Dorfener Hauptausschuss beschließt die professionelle Registrierung und Lagerung der Dorfener Archivalien. Die Anstellung einer Fachkraft könnte für die Stadt teuer werden.

Dorfen – Eine unendliche Geschichte: Schon 2016 hatte Doris Minet, damals noch 3. Bürgermeisterin, auf die Missstände im Dorfener Stadtarchiv aufmerksam gemacht. Die gesammelten Schriften und Urkunden, die im Besitz der Stadt sind, werden seit vielen Jahren weitgehend ungeordnet in Räumen im städtischen Bauhof aufbewahrt. Nicht einmal ein Verzeichnis exisitiert. Es gibt keinen Karteikasten, kein Findebuch – die Dokumente werden in Aktenordnern aufbewahrt. Der Finanz- und Hauptausschuss hat nun am Mittwoch einstimmig beschlossen, dass das historische Archiv neu geordnet und archiviert wird.

Seit Ende 2018 liegt ein Gutachten der Archivarin Kirsten Stahmann vor, in dem die Professionalisierung und Verbesserung des Stadtarchivs dringend angemahnt wird. Seitdem ist aber nichts passiert, die Expertise blieb – ebenso wie die Dokumente der Stadt – unter Verschluss. Es war die Geschichtswerkstatt Dorfen, die jetzt, kurz vor dem großen Stadtjubiläum im kommenden Jahr, auf Handlungsbedarf pochte. Die Grün-Alternative-Liste stellte deshalb einen entsprechenden Antrag im Stadtrat. Nach dem aktuellen Beschluss sollen am Ende interessierte Bürger Einblick in die Dokumente und Urkunden der Stadt erhalten können.

Eigentlich war auch Archivarin Stahmann eingeladen, sie sagte aber aus Termingründen ab. Daraufhin wollte Ulli Frank-Mayer (GAL) das Anliegen vertagen. Sie befürchtete wohl, dass das Thema ohne die Sachverständige auf die lange Bank geschoben werde. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) sieht aber selbst die Dringlichkeit des Anliegens und forcierte die Causa Stadtarchiv.

„Das Archiv, die Stadtgeschichte, das sind die Grundlagen unseres Daseins und Wissens – für unsere sowie die künftigen Generationen“, sagte der Rathauschef. Die bisherigen Verzögerungen begründete er damit, dass die Stadt bislang die Prioritäten anders gesetzt habe, schon allein, weil die neu geschaffene Stelle eines Archivars in einer hohen Besoldungsgruppe liegen werde. „Geschichte ist nicht alles, es gab dringendere Aufgaben im Tagesgeschäft“, so Grundner.

Außerdem seien die Akten und Dokumente dank des ehrenamtlichen Engagements von Altbürgermeister Hermann Simmerl stets sachgerecht gelagert gewesen, hätten somit keinen Schaden genommen.

Nun soll ein Konzept erstellt werden, unter Berücksichtigung der Einschätzung von Archivarin Stahmann: Archivierung, Registrierung sowie sachgerechte Lagerung der historischen Unterlagen stehen dabei im Vordergrund. Schließlich brauche das Archiv dringend ein neues Gerüst, da waren sich Stadträte und Lokalhistoriker einig. Auch werde danach über die Raum- und Personalkapazitäten im Haupt- und Finanzausschuss beraten. Denn für diese Aufgaben muss auf eine hoch dotierte Fachkraft zurückgegriffen werden, entweder als Dauerstelle oder in Teilzeit.

Eine kurze Diskussion gab es noch, ob es Sinn hat, dass Minet und Günter Janocha, beides engagierte Lokalhistoriker, gemeinsam mit Altbürgermeister Simmerl, schon vorab das Archiv sichten und Vorarbeiten leisten. Auch dieses Engagement begrüßten die Stadträte einhellig.

Bürgermeister Grundner verwies allerdings auf Datenschutz und Persönlichkeitsrechte. Denn erst nach gewissen Fristen sind die meisten Dokumente auch für die Öffentlichkeit einsehbar. Zudem sollen die ehrenamtlichen Helfer später Schulungen bekommen. Auch wurde ein Ortstermin beschlossen, bei dem die Stadträte gemeinsam das Archiv besichtigen werden.

Auch interessant

Kommentare