Beliebter Einkaufsort: Edeka in Kloster Moosen gibt es nunmehr seit 40 Jahren. Den Markt mit dem umfassenden Warensortiment auf 2500 Quadratmetern gab es schon, als Aldi, Lidl und Rewe noch nicht in Dorfen ansässig waren. Zum Ende September hat Edeka nun den Vertrag mit Investor Singer gekündigt. 
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Beliebter Einkaufsort: Edeka in Kloster Moosen gibt es nunmehr seit 40 Jahren. Den Markt mit dem umfassenden Warensortiment auf 2500 Quadratmetern gab es schon, als Aldi, Lidl und Rewe noch nicht in Dorfen ansässig waren. Zum Ende September hat Edeka nun den Vertrag mit Investor Singer gekündigt. 

Nach 40 Jahren: Handelskette kündigt in Kloster Moosen – Investor kann bauen

Neuer Markt, oder Edeka ist weg

Kloster Moosen steht bald ohne Einkaufsmarkt da. Doch in der Nähe soll eine Alternative entstehen.

Dorfen – Zieht sich Edeka aus Dorfen zurück? Diese Frage beschäftigt derzeit Kunden und Mitarbeiter des Dorfener Supermarktes in Kloster Moosen. Fakt ist: Die Edeka Südbayern Handels Stiftung & Co. KG hat den Mietvertrag mit Investor Manfred Singer zum 30. September gekündigt. Doch eine Lösung ist in Sicht: Singer kann an der B 15 südlich der Bahnlinie in Unterhausmehring einen neuen Markt bauen.

Seit vier Jahrzehnten ist der Edeka-Markt in Kloster Moosen für viele Verbraucher der Nahversorger schlechthin. Den Markt mit dem umfassenden Warensortiment auf 2500 Quadratmetern gab es schon, als Aldi, Lidl und Rewe noch nicht in Dorfen ansässig waren. Doch seit Jahren ist für Edeka der Standort Kloster Moosen nicht mehr attraktiv genug. Zum einen ist das Gebäude schon alt und entspricht nicht mehr den modernen Umweltvorgaben, zum anderen will die Edeka-Gruppe näher ans Dorfener Zentrum.

Investor Manfred Singer ist auf der Suche nach einem neuen Standort fündig geworden. Das Grundstück liegt südlich der Bahnlinie bei Unterhausmehring und gehört der Stadt. Singer hat mit ihr auch schon einen Kaufvertrag geschlossen. Der wird allerdings letztlich erst rechtswirksam, wenn die Stadt die nötigen Planungsschritte einleitet – so wie es der Stadtrat am Mittwoch beschlossen hat.

Geplanter Standort: Auf diesem Grundstück südlich der Bahnlinie soll ein neuer Edeka-Markt entstehen.

Denn auf dem Areal sollte ursprünglich ein großer Raiffeisen RWG Bau- und Warenmarkt entstehen. 2010 wurden dafür vom Stadtrat die notwendigen Änderungen des Flächennutzungsplans vollzogen. Doch die RWG zog wieder zurück. Mit dem Bahnausbau war die Zufahrtsfrage zum geplanten Warenlager für das Unternehmen zu unsicher.

Da es beim Verkaufsvertrag zwischen Singer und der Stadt wegen einer Klausel Unstimmigkeiten mit dem Landratsamt gab, kam es zu einer größeren Verzögerung. Jetzt aber pressiert es: „Edeka will nicht mehr länger warten“, sagt Singer dem Dorfener Anzeiger. Daher wurde der Vertrag mit ihm gekündigt.

Bis es zu einem Neubau kommt, werden nochmals zwei Jahre ins Land ziehen, „wenn es optimal läuft“, schätzt Singer. „Ich traue mir aber zu, es zu schaffen, dass Edeka die zwei, drei Jahre am jetzigen Standort in Kloster Moosen durchhält, wenn ein Neubau absehbar ist.“ Dazu notwendig sei aber „ein positives Signal der Stadt, den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern“.

Die Geschäftsleitung von Edeka Südbayern in Gaimersheim habe Singer eine vorübergehende Vertragsverlängerung bereits zugesagt. Die Stadt kommt ihm auch entgegen. Schließlich hängen 30 Arbeitsplätze am Edeka-Markt in Kloster Moosen.

Wenn der neue Markt fertig ist, soll der alte Komplex abgerissen werden. Singer will auf dem dortigen Gebiet Wohnbebauung realisieren. Die Bebauung sowohl des neuen Marktes als auch des Wohnareals in Kloster Moosen will Singer ohne Partner selbst durchführen.

Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) sieht das Vorhaben von Investor Singer positiv. Das sei eine „gute Zukunftsperspektive, auch für den Edeka-Markt“. Auch dass anstelle des jetzigen Verbrauchermarkts in Kloster Moosen eine Wohnbebauung stattfinden soll, findet der Stadtchef gut. Die Situation der Siedlungsentwicklung gebe das her. Es müsse dazu natürlich der Bebauungsplan geändert werden. „Grundsätzlich ist eine wohnwirtschaftliche Entwicklung in diesem Bereich in Kloster Moosen nicht ausgeschlossen“, erklärt Bürgermeister Grundner.

Anton Renner

Baurechtlich ist der Weg frei – Erschließung an der B 15 aber problematisch

Der Stadtrat hat einstimmig die baurechtlichen Voraussetzungen für den Bau eines Edeka-Marktes in Unterhausmehring geschaffen. Im Flächennutzungsplan ist das Areal nun als Sonderbaufläche „Einzelhandel“ ausgewiesen. Auch die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans wurde beschlossen.

Das Plädoyer von Gewerbereferent Martin Greimel (CSU) war da gar nicht mehr nötig. „Da hängen Arbeitsplätze und ein Unternehmer dran“, sagte er. Martin Heilmeier (LDW) betonte, dass der bisherige Edeka vor allem für Kunden aus dem östlichen Gemeindegebiet wichtig sei.

Problematisch sei bei der Fläche die Erschließungssituation, erklärte Wandinger: „Gegenwärtig ist das Linksabbiegen nach Unterhausmehring verboten.“ Lösungsansätze seien ein Kreisverkehr oder eine Kreuzung. „Wesentlich ist aber, was die Bahn dazu sagt“, erläuterte der Bauamtsleiter. Denn der neue Edeka-Standort ist nahe der Bahntrasse, die ja ausgebaut werden soll.

Sabine Berger (CSU) wollte in dem Zusammenhang wissen, ob die Planung Auswirkungen auf die Vieregg-Variante beim Bahnausbau haben könne. Wandinger verneinte: Der Edeka würde der von der Stadt gewünschten Trassenführung nicht im Wege stehen.

Bei diesem Punkt leitete Vize-Bürgermeister Ludwig Rudolf die Sitzung. Bürgermeister Heinz Grundner war von der Beratung ausgeschlossen, da er ein benachbartes Grundstück besitzt.

Timo Aichele

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