Meindl-Areal

Neuer Stadtteil für 1800 Menschen

Das Areal der ehemaligen Ziegelei Meindl wird zum größten Wohnbauprojekt in der Stadt. Einer ersten Planung zufolge soll dort Wohnraum für bis zu 1800 Menschen entstehen.

Von Hermann Weingartner

Dorfen – Vertreter der Etex Holding und Martin Schmittdiel von der ANP Architektur- und Planungsgesellschaft (Kassel) stellten im Stadtrat „erste Planungsüberlegungen“ zur Entwicklung des Geländes vor. Nachdem dort 2015 die Produktion eingestellt wurde überlegen Eigentümer (Etex) und Stadt, wie eine künftige Nutzung der insgesamt 23 Hektar großen Fläche aussehen könnte. Angesichts der gewaltigen Dimension warnte Heiner Müller-Ermann (SPD): „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu schnell in die Bebauungsphase kommen.“

Einig war sich der Stadtrat, dass es Wohnbebauung geben soll, die Stadt die Hoheit über die Bauleitplanung aber nicht aus der Hand geben wird. Klar war auch, dass es bei der Entwicklung des Areals zu mehreren Bauabschnitten kommen muss, denn 1800 Neubürger in kurzer Zeit würde Dorfen komplett überfordern.

Als nächsten Schritt werden sich Eigentümer und Stadtführung mit städtebaulichen Verträgen auseinandersetzen, die Dinge regeln, etwa Flächenanteil fürs Einheimischen Modell, sozialer Wohnungsbau und vor allem die Berücksichtigung von Folgekosten. Zu den Absichten von Etex sagte Dagmar Cirkel ganz klar: „Wir verkaufen Ziegel und keine Grundstücke.“ Etex werde sich daher „aus dem Prozess rausziehen“. Im Zuge der Vermarktung wolle man das Areal veräußern, dazu gebe es erste Gespräche.

Wie die wohnbauliche Entwicklung aussehen könnte, sei dem Unternehmen „nicht egal“. In einer Präsentation erläuterte Schmittdiel „erste Planungsüberlegungen“. Ins Konzept sind Vorgaben der Stadt eingeflossen. Vorgesehen ist eine Zweiteilung des Hanggeländes in etwa zwei Drittel für ein Wohnquartier (an der Bahnstrecke) und ein Drittel als Gewerbegebiet (südlich). Die Erschließung ist über eine Straße von Süden über die Staatsstraße 2084 (Dorfen-Schwindkirchen) geplant. Eine zweite Erschließung von der Bahnhofsstraße hängt von der Entwicklung des zweigleisigen Bahnausbaus ab. Die jüngst dazu vorgestellte Ausbauvariante der Vieregg-Rössler GmbH ist in der Planung berücksichtigt.

Der Bahnausbau bleibt eine Unbekannte, die durchaus auf die Planungen Auswirkungen haben kann. Das Baugebiet mit insgesamt fast 23 Hektar wird die größte Wohnbebauung seit Jahrzehnten in Dorfen. Der Flächenanteil für den Geschosswohnungsbau an der Bahnlinie ist mit 61 Prozent geplant, 12 Prozent für Reihenhäuser und 27 Prozent für Einfamilien- und Doppelhäuser. Schmittdiel rechnet mit rund 1840 Bewohnern in dem Quartier. Um die Erinnerung an die ehemalige Ziegelei zu wahren, sei geplant das alte Sumpfhaus zu erhalten. Ob das gelingt, sei noch offen. Dort könne eine sozial-kulturelle Nutzung erfolgen.

Die Gebäude für die Geschosswohnungen sind riegelartig mit mehreren Wohnblöcken an der Bahnlinie situiert. Der Gewerbeteil in „Cluster-Einheiten“ ist im oberen, südlichen Bereich geplant. Ein Verkauf und Nutzung könnte „morgen“ realisiert werden, weil dazu Baurecht besteht, sagte Cirkel.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa-tmn

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