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Banalitäten zum Schenkelklopfer machen: Darin ist Martina Schwarzmann Meisterin. Das zeigte sie auch bei der Vorpremiere ihres neuen Programms im Jakobmayer.

Neues Programm von Martina Schwarzmann

Bekenntnisse einer Rabenmutter

Martina Schwarzmann stellte in einer Vorpremiere dem Dorfener Publikum ihr neues Programm „genau Richtig“! vor. Für die Geschichten aus ihrem Alltag erntete sie viel Applaus.

Dorfen – Einen Mann respektive Frau und Kinder sollte man schon haben, wenn man sich in Martina Schwarzmanns neuem Programm wiederfinden möchte. Denn genau daraus – aus dem Alltag mit ihrer Familie – schöpft sie ihre Themen für „genau Richtig“! Die bodenständige Kabarettistin, die all ihre Programme in astreinem Oberbairisch präsentiert, warnt gleich zu Anfang der Vorpremiere im Jakobmayer: „Vorpremiere heißt: I konn’s no ned!“ Und tatsächlich musste sie sich für manche Lieder spontan erst die Melodie ausdenken. Aber das tat der ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch. Die Schwarzmann-Fans – die rund 300 Karten waren in Kürze ausverkauft – feierten ihren Star. Und die Oberbayerin, die mit einem Landwirt verheiratet ist und drei kleine Kinder hat, wusste auch warum: „I glab, i bin wia ihr, nur kon i bessa drüba singa.“ Dieser Erkenntnis hat sie ein Lied gewidmet: „Durchschnitt“, denn sie sei überall so mittel – mittelgsch’eid, mittelschee und mittellustig.

Sie plauderte freimütig aus dem Familien-Nähkästchen, gestand, dass Flucht durchaus zur Konfliktlösung beitragen könne, und dass neuerdings Toleranz ihr Leben bestimme: „Wenn man den Dreck toleriert, muss man weniger putzen.“

Sie sang über Ausländerfeindlichkeit und bedauerte die Preißn, „emotionale Flüchtlinge. Wenn’s einem dahoam g’foid, geht ma doch ned weg.“ Schwarzmann ist überzeugte Rabenmutter: „Meine Kinder brauchen keine perfekte Kindheit. Was sollen sie denn als Entschuldigung anführen, wenn sie später mal psychische Probleme haben? Das möchte ich ihnen nicht antun.“

Ihre Älteste ist jetzt in die Schule gekommen. Um sechs Uhr aufstehen gefalle ihr gar nicht. „Ich hab schon überlegt, den Pflegedienst zu engagieren, aber das lohnt sich erst bei drei Kindern.“

Sie erzählte von ihrem gehässigen Weiberstammtisch - „die eine is bloß no verheiratet, weil’s ihrem Mann die Freiheit ned gönnt“ – und ihrer Orangenhaut, aber „i find mir steht’s“. Sie singt über ihren Mann, den sie am meisten liebt, wenn er nicht da ist, und ihre Kinder, die sie auf die Palme bringen – alles mit wenigen Akkorden an der Gitarre begleitet. Aber gerade diese Alltagsbanalitäten, die sie unaufgeregt mit ihrem trockenen Humor daherbringt, macht sie dem Zuschauer so sympathisch. Und der wundert sich vielleicht: „Wie kann man mit so viel Schmarrn so erfolgreich sein?“

Alexandra Anderka

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