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Bald Geschichte: Das alte Dorfener Rathaus, das derzeit abgerissen wird.

Dezente Fassade

Neues Rathaus soll „nicht polarisieren“

Die Abbrucharbeiten sind in vollem Gang. Nächste Woche rollen die Bagger an. Dann ist das Dorfener Rathaus bald Geschichte.

Von Hermann Weingartner

Dorfen – Mit dem Abbruch des Rathauses verschwindet auch die über Jahrzehnte hinweg das Stadtbild prägende Fassade. Die neue, moderne Fassade wird künftig ein völlig anderes Gesicht haben. Das neue Gebäude ist nicht unumstritten in Dorfen.

Im Stadtrat gab Architekt Armand Kühne von der Diezinger Architekten GmbH aus Eichstätt jetzt einen aktuellen Planungsstand. Insgesamt habe sich „grundsätzlich nichts geändert“. Insbesondere wurde dem Stadtrat die Fassade noch einmal vorgestellt und ein 1:1-Fenstermodell als Ausdruck platziert. Die relative „strenge“ Fassadengestaltung wirke durch die schrägen Festerlaibungen feingliedriger, erklärte Kühne. Die Fenster sitzen in einer Putztasche, die sich farblich abheben. Die Fenster selbst sind zweiteilig in Holz-Alu-Ausführung. Durch ein Eloxier-Verfahren erhalten sie einen metallischen Glanz mit „warmen Bronzeton“. Der kleinere Fensterteil (30 Zentimeter) befindet sich hinter dem Schrägteil, eine feste Alu-Lochpaneele. Dieser Fensterteil dient auch der Raumlüftung. Der größere Fensterflügel ist 65 Zentimeter breit und ebenfalls zu öffnen. Die Fenster sind zwei Meter hoch und reichen bis zur Zimmerdecke und bringen dadurch mehr Licht in die Räume.

Die schräg zum rückversetzten Eingangsbereich verlaufende Fensterfront wird ebenfalls von Alu-Lochpaneelen in Bronzeton gestaltet. Die Paneelen können geöffnet werden und dienen als Sichtschutz, weil sich dahinter der Bürgerservice befindet. Über die Farbgebung der Fassade wurde bereits jetzt eifrig debattiert. Kühne berichtete, er habe beim Gang durch Dorfens Altstadt gesehen, dass die größeren Gebäude, wie etwa der Jakobmayer, dezentere Farben haben und die kleineren intensiver gestrichen sind. Wegen der Dominanz des neuen Rathauses empfahl Kühne, sich auch bei diesem Gebäude farblich zurückzuhalten, „denn wir wollen nicht polarisieren“. Unterschiedliche Auffassungen gab es zur Gestaltung der großen, fensterlosen Fläche im oberen Teil der Fassade. Dort könnte eine Uhr oder eine andere Mauerstruktur mit dem Stadtwappen platziert werden.

Nach dem Abriss werden im Juni Gründungsarbeiten folgen, weil der Untergrund „relativ schlecht“ sei, sagte Kühne unserer Zeitung. Im Sommer beginnen dann die Rohbauarbeiten und Weihnachten 2018 soll das Gebäude bezugsfertig sein.

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