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Auf dem Papier steht das neue Rathaus schon: Die Architekten Norbert Diezinger (M.) und Karl Arendt (r.) mit Bürgermeister Heinz Grundner bei der Vorstellung der Pläne.

Erste Detailpläne

Neues Rathaus soll Noblesse ausstrahlen

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Dorfen - Im Januar geht es los. Das Dorfener Rathaus wird abgerissen und dafür ein moderner Neubau errichtet.Stadt und Architekten stellten jetzt erste Detailpläne vor. Die wohl wichtigste Aussage: Das Rathaus soll den Stellenwert bekommen, den es hat: Es wird eines der prägendsten Gebäude in der Stadt.

So soll es aussehen: Der Entwurf für das neue Rathaus (Mitte) der Diezinger Architekten GmbH aus Eichstätt.

Bürgermeister Heinz Grundner und Planer Norbert Diezinger stellten gestern im Vorfeld der Stadtratssitzung zu diesem Thema erste Details der Planung vor. Dadurch soll für das neue Rathaus auch eine positive Stimmung in der Bevölkerung erzeugt werden. Denn in Dorfen ist der Rathausneubau nicht unumstritten. Schon nach der Entscheidung des Stadtrats im Dezember, den modernen Entwurf der Diezinger Architekten GmbH aus Eichstätt zu realisieren, kam es zu teils heftiger Kritik. „Ein absolut schrecklicher Eingriff in ein gewachsenes Stadtbild! Wie kann man nur zulassen, die eigene Stadt so zu verschandeln!“ oder „Andernorts brechen sie solche Kästen wieder ab, weil man’s nicht mehr aushält; aber Dorfen scheint wieder einmal 50 oder 60 Jahre hinter den aktuellen Entwicklungen herzuhinken!“, wurde der Entwurf von Bürgern kommentiert.

Stadtchef Grundner weiß, dass das moderne Rathaus nicht allen gefallen wird. „Es muss aber niemand befürchten, dass der Rathausplatz durch den Neubau verschandelt wird.“ Aber das bestehende Rathaus aus dem Jahr 1860 sei eben auch kein historisches Gebäude. „Wo nichts Historisches ist, kann man nichts machen. Entweder ich baue so, wie es zeitgemäß ist, oder ich tue so, als ob ich irgendwas rekonstruiere, was gar nicht ist. Wo nichts ist, kann ich nichts erschaffen“, ist die Haltung von Grundner dazu.

„Wir sind Kinder unserer Zeit“

Architekt Diezinger verweist hier auf das Beispiel seiner Heimatstadt Eichstätt. Dort hat der 2012 gestorbene Architekt Karljosef Schattner über Jahrzehnte hinweg mit zeitgenössischer Architektur historische Baulücken gefüllt. Schattner, in dessen Architekturbüro der Dorfener Rathausplaner Diezinger auch über Jahre hinweg gearbeitet hat, gilt heute als Aushängeschild dafür, wie ein klarer und sensibler Einklang zwischen Altem und Neuem möglich ist. Diezinger: „Wir wollen uns nicht verleugnen. Wir sind Kinder unserer Zeit. Warum sollen wir uns jetzt auf das 18. oder 19. Jahrhundert besinnen? Wir sind moderne Menschen. Warum soll man das verleugnen?“ Wichtig bei der Planung sei, dass die Maßstäblichkeit stimme, dass die Struktur stimme. In vielen Dingen lehne sich seine Planung ja auch an die Umgebungsbebauung an. So werde es kein Beton- sondern eine Mauerwerkbau mit Putzfassade. Und eines will Diezinger mit seiner Planung erreichen: „Was in den 70er-Jahren verloren gegangen ist, das Feinspiel, soll mit modernen Mitteln wieder aufgenommen werden.“ Hier setzt der Architekt unter anderem auf Reliefs, Mauervor- und -rücksprünge, sowie die Verwendung verschiedenster Materialien. Der Planer verspricht: „Das wird eine sehr feine Fassade werden, dem Rathaus eben angemessen.“

Auch für Bürgermeister Grundner steht fest: „Der Teufel steckt im Detail. Das wird auch ausschlaggebend, was das Gebäude in der öffentlichen Meinung letztendlichen stehen oder fallen lassen wird.“ Grundner ist überzeugt, dass die Oberflächengestaltung „sehr viel positive Wirkung haben wird“. Und was die Historie in Dorfen betrifft, auch da hat der Stadtchef ein klare Meinung: „Ich will die historische Innenstadt nicht madig reden. Aber die Fassaden haben sich seit Beginn der Fotografie bis in die zwanziger Jahre hinein immer wieder verändert. Selbst das Erscheinungsbild der Stadttore. Im Dorfener Stadtbild ist schon immer eine Dynamik drinnen.“

Hervorgehobene Position

Was die Farbwahl des Gebäudes betrifft, die wird erst durch Bemusterung an der Fassade ausgesucht – in Abstimmung mit der Denkmalpflege. Was aber schon fest steht: Verschiedene Farben an der Fassade kommen nicht. Denn das Rathaus muss laut Diezinger „eine hervorgehobene Position haben. Wir können da nicht so tun, als wäre es ein Wohnhaus. Wir wollen zeigen, dass das Rathaus eines der wichtigsten Häuser in der Stadt ist. Das muss eine entsprechende Wirkung haben. Es soll ein Feinspiel entstehen, das auch eine gewisse Noblesse vermittelt.“

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