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Grundsteinlegung für das neue Dorfener Rathaus: Architekt Armand Kühne und Bürgermeister Heinz Grundner (vorne, v. l.) legten eine Kupferkassette mit Zeitdokumente und der Heimatzeitung in die Bodenplatte. 

Grundsteinlegung

Neues Rathaus wird „zeitgemäß modern“

Mit einer Grundsteinlegung wurden gestern offiziell die Bauarbeiten für das neue Dorfener Rathaus begonnen. Die Stadt investiert in das bei Bürgern architektonisch nicht ganz unumstrittene Gebäude rund acht Millionen Euro.

Von Hermann Weingartner

Dorfen– Nach dem Abbruch des alten Rathauses und dem Abschluss der archäologischen Untersuchungen starteten nach kurzer Bauvorbereitung die Hochbauarbeiten für das neue Rathaus. Der historische Baugrund ist nachweislich seit 1300 besiedelt. Für spätere Generationen legte Bürgermeister Heinz Grundner nun in die Bodenplatte einen Grundstein mit einer Kupferkassette mit Zeitdokumenten und der Heimatzeitung. Dem feierlichen Akt wohnten zahlreiche Ehrengäste, Lokalpolitiker und Stadträte bei.

Grundner erinnerte, dass der Neubau im Zuge eklatanter Raumnot im alten Gebäude und im Hinblick auf zeitgemäße Arbeitsbedingungen für eine moderne Stadtverwaltung mit immer mehr Bürgerservice eine dringende Notwendigkeit gewesen sei. Das sei vom Stadtrat einstimmig unterstützt worden. Das Rathaus bleibe an historischer Stelle und somit „Kernstück der Stadt“ mit „zeitgemäßen, modernen Architektur“, die sich in das Altstadtbild einfüge.

Die Stadt „investiert kräftig und richtig“ in ein neues Rathaus, lobte Landrat Martin Bayerstorfer. Das sei in Dorfen notwendig geworden, damit sich die Stadtverwaltung zukunftsfähig aufstellen könne, um die „deutlich gestiegenen Aufgaben und die Fülle neuer Anforderungen“ zum Wohle der Bürger erfüllen zu können. Es sei auch „richtig“, dass daran festgehalten wurde, das neue Rathaus an zentralem Ort, an historischer Stelle zu errichten.

Von der Diezinger Architekten GmbH erinnerte Armand Kühne daran, dass Grundsteinlegungen eine sehr lange Tradition hätten. Früher habe es dabei noch Opfergaben, etwa Tier- oder gar Menschenopfer, gegeben.

Auf heidnische Bräuche wurde natürlich verzichtet, nicht aber auf höheren Beistand für das Gelingen des Neubaus. Die evangelische Pfarrerin Annette Schuhmacher und der katholische Pfarrer Janusz Gadek baten um Gottes Schutz und Segen für Haus und Leute die es nützten.

Eineinhalbjahre Planungsarbeit stecken in dem Projekt, berichtete Architekt Kühne. Das Architekturbüro Diezinger wolle ein „repräsentatives Gebäude“ schaffen, und das unter Verwendung archetektonischer Mittel. Dabei würden städtebauliche, nachbarschaftliche Bezüge aufgenommen, ohne dass der Neubau als Fremdkörper im Kontext erscheine. Dieser Spagat zwischen modernem Verwaltungsgebäude im Umfeld historischer Bausubstanz „war eine große Herausforderung“. Diesen Anforderungen sei man „gerecht“ geworden. Die archäologischen Untersuchungen hätten gezeigt, dass die einstigen Gebäude auf Holzpfahlfundamenten gründeten, so Kühne. Heute geben 840 Betonsäulen in engen Abständen (CSV-Verfahren) dem Rathaus sicheren Halt im Boden. Insgesamt werden über 2000 Tonnen Stahlbeton und 400 Tonnen Mauerwerk bis zur Fertigstellung im September 2018 verbaut sein. Von einem „Vorzeigeprojekt“ sprach Rupert Rigam, Geschäftsführer der Baufirma.

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