Träumen, bis der Arzt kommt

Neues Schlaflabor an der Klinik in Dorfen

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Um eine Facette reicher ist das medizinische Angebot im Landkreis Erding: An der Klinik Dorfen ist ein Schlaflabor in Betrieb gegangen.

Dorfen – Es ist der Horror: Wer nicht ein- oder durchschlafen kann, ist gerädert und fühlt sich wie ein Folteropfer. Warum Patienten einfach nicht zur (Nacht-)Ruhe kommen, kann in einem Schlaflabor untersucht werden. Dort werden über die gesamte Nacht verschiedene Körperfunktionen wie Hirnströme, Sauerstoffsättigung des Blutes, Rollen der Augen, Atmung und Muskelspannung aufgezeichnet. Mediziner können anhand dieser Daten herausfinden, welche Ursachen die Qualität des Schlafs negativ beeinflussen und wie man diese beheben oder lindern kann.

Ein Schlaflabor hat nun an der Klinik Dorfen, Außenstelle des Klinikums Erding, eröffnet. Sechs Plätze sollen in der Endausbaustufe zur Verfügung stehen, aktuell sind zwei in Betrieb. Dies berichtet der Vorstandschef des kommunalen Krankenhauses, Sándor Mohácsi.

Die Planung eines Schlaflabors wurde nach den Worten von Landrat Martin Bayerstorfer im Jahr 2016 aufgenommen. Im November des gleichen Jahres beschloss der Verwaltungsrat den Aufbau. Dazu wurde der erste Stock der Klinik Dorfen im Frühjahr und Sommer umgebaut.

Die Leiterin der Abteilung, Magdolna Hornyak – sie ist auch für die Schmerztherapie am Klinikum zuständig –, begann, ein Team zusammenzustellen. Mittlerweile werden die ersten Patienten aufgenommen. Die Endausbaustufe wollen Mohácsi und Bayerstorfer noch in diesem Jahr erreichen.

Für den Umbau und vor allem die aufwändige Messtechnik im Schlaflabor gewährte der Landkreis seinem Krankenhaus einen Zuschuss in Höhe von 220 000 Euro.

„Das Schlaflabor schließt in der medizinischen Versorgung im Landkreis eine große Lücke“, so der Klinikumschef. Denn immer mehr Menschen litten unter Schlafproblemen. Entsprechend lang seien die Wartezeiten. „Jetzt schaffen wir zusätzliche Plätze und ersparen unseren Bürgern weite Anfahrtswege“, meinte Bayerstorfer.

Hochzufrieden zeigen sich Mohácsi und Bayerstorfer über die Entwicklung der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie in Erding unter dem neuen Chefarzt Prof. Dr. Jörg Theisen. Die zuletzt abgesackten OP-Zahlen, die das Defizit des Klinikums befeuert hatten, sind laut dem Vorstandschef seit der Ankunft Theisens wieder „deutlich gestiegen“.

Gut entwickle sich auch die Geburtshilfe. Seit der Wiedereröffnung des Kreißsaals am 20. November nach fünfmonatiger Schließung erblickten hier über 40 Kinder das Licht der Welt. Mit neun Beleghebammen sei der Erhalt der Station gesichert.

Von Hans Moritz

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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