Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter
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Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter

Kommentar

Niemand ist gerne eine Zahl, aber die Zahlen sprechen für die Impfung

  • vonTimo Aichele
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In der Debatte über Astrazeneca helfen nur Fakten. Kommentar.

Dorfen - Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Niemand will an Covid-19 oder einer Impfnebenwirkung sterben. Dazu hat jeder eine Meinung, jeden betrifft es ja direkt. In diesem Spannungsfeld tiefster menschlicher Bedürfnisse und Ängste spielt sich die Debatte über Corona-Impfungen ab.

Dennoch muss man sich von Fakten leiten lassen – bei einem weltumspannenden Phänomen wie der Corona-Pandemie sind das nun mal statistische Daten. Solche Zahlen kann keiner selbst erheben, dazu braucht es die Wissenschaft und für diese breite Vermittler: Ärzte, die sich die Zeit für Beratungsgespräche oder Interviews nehmen, Behörden, Politik und „die Medien“.

Beim besten Willen kann ich mir keine Motivation vorstellen, warum eine Bundes- oder Staatsregierung hier ohne Grund sauteure und unpopuläre Einschränkungen erfinden sollte. Ebensowenig Mediziner, Virologen und Epidemiologen: Die weit überwiegende Mehrheit dieser Corona-Experten warnt vor Leichtsinn, rät zu Kontaktbeschränkungen und Impfungen. Dieser wissenschaftliche „Mainstream“ stützt sich auf harte Fakten.

Dass in dieser dynamischen Situation Fehlentscheidungen getroffen werden, liegt leider in der Natur der Sache. Aber die Grundlinie stimmt: Vorsicht!

Wer „die Medien“ der Dramatisierung bezichtigt, damit Nachrichten verkauft werden, trifft einen wunden Punkt. Aber auch hier gilt für die übergroße Mehrheit: Wir Journalisten recherchieren, prüfen und verbreiten Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.

Diese Arbeitsteilung zwischen Wissenschaft, Politik und Medien ist sicher nicht perfekt. Aber sie ist geprägt von Zusammenarbeit und gleichzeitig gegenseitigem Misstrauen – ziemlich gute Voraussetzungen für das Finden von Wahrheiten und das Aufdecken von Lügen. Niemand ist gerne ein Zahl. Aber in der statistischen Masse der Milliarden Viren und Millionen Infizierten sprechen die Zahlen für die Impfung.

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