Ein Hochwasserschutzkonzept für ganz Dorfen kündigte Bürgermeister Heinz Grundner (stehend) an.
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Ein Hochwasserschutzkonzept für ganz Dorfen kündigte Bürgermeister Heinz Grundner (stehend) an.

Hochwasserkatastrophe in Oberdorfen

Die Nikolaistiftung soll den Hochwasseropfern helfen

  • VonTimo Aichele
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Nach der Hochwasserkatastrophe in Oberdorfen stellt Bürgermeister Heinz Grundner finanzielle Unterstützung in Aussicht.

Dorfen – Die Menschen in Dorfen und weit darüber hinaus sind erschüttert von der Hochwasserkatastrophe am Montag vergangener Woche. Vor allem die Siedlung am Seebach wurde getroffen. 30 Häuser soffen regelrecht ab, die Bewohner mussten evakuiert werden. Eine Gruppe Seebacher kam nun zur Bürgerversammlung am Dienstagabend, um auf ihre Nöte und Bedürfnisse hinzuweisen. Bei Bürgermeister Heinz Grundner mussten sie aber nicht lange bitten.

„Ich denke nicht, dass sich dem jemand verweigern kann. Dazu ist die Situation zu ernst“, so seine Antwort auf einen Appell von Betroffenensprecher Marcus Klische. Dieser hatte in der Versammlung in der Mittelschulturnhalle gefordert, den Eilantrag von Hochwasserreferent Gerald Forstmaier im Stadtrat „ohne politische Instinkte wohlwollend zu prüfen“. Der GAL-Stadtrat hatte die sofortige Beauftragung eines Hochwasserschutzkonzepts für den Seebach gefordert (wir berichteten).

Auch finanzielle Unterstützung stellte Grundner in Aussicht. Die städtische Nikolaistiftung werde „schnell und unbürokratisch“ helfen. Zudem habe der Landkreis ein Spendenkonto eingerichtet (wir berichteten). Wichtig seien hier auch die Bemühungen gemeinsam mit Landrat Martin Bayerstorfer und MdB Andreas Lenz, dass der Landkreis – und damit die Betroffenen – in den Genuss der Flutopferförderung des Bundes kommt.

Im Dorfener Rathaus sei darüber hinaus eine Koordinierungsstelle eingerichtet worden, sagte Grundner. Dort bearbeite Anita Feckl vom Ordnungsamt Anfragen. Wohnen, Betreuung für Kinder, psychologische Hilfen, Umzugsfirmen, Trinkwasserqualität, das Funktionieren der Kanalisation – die Themen seien vielfältig. Der städtische Bauhof koordiniere die Abfallentsorgung.

Diese Anstrengungen stehen in einer Reihe mit dem Engagement der Feuerwehren und weiterer Freiwilliger. Als Klische in der Bürgerversammlung die verschiedenen Helfer von Sportvereinen über den Kramer bis hin zu Nachbarn ansprach, brach er seine Wortmeldung ab. Die Stimme blieb ihm weg.

Doch zuvor hatte der Oberdorfener akute Probleme angesprochen. „Die geologische Situation hat sich extrem verschlechtert“, berichtete Klische. Absenkungen seien zu sehen. „Wir befürchten, dass dort Hohlräume sind.“ Die Betroffenen fordern nach seinen Worten nun nachhaltige Schutzmaßnahmen – auch kurzfristig. Die gerade in Renovierung befindlichen Gebäude dürften nicht gleich noch einmal absaufen.

Auch schon ohne diese Appelle hatte Grundner in seinem Vortrag Aktivitäten angekündigt. Das Baugebiet am Seebach sei Ende der 1990er Jahre projektiert worden. Der damalige Stadtrat habe den Satzungsbeschluss im März 2001 einstimmig gefällt – „in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt“.

„Jetzt gilt es, die Maßnahmen weiterzuentwickeln“, erklärte Grundner. Das erfordere Planung sowie die konstruktive Beteiligung aller Behörden und der Grundbesitzer. Der Wille der Stadt sei vorhanden, „das ist aber alles obsolet, wenn die Grundstücksverfügbarkeit nicht gegeben ist“.

Schon vor der Katastrophe hatte die GAL-Fraktion die Vorlage des im Oktober 2018 beschlossenen Starkregenkonzepts gefordert. Dieses liege dem Rathaus auch erst seit kurzem vor, erläuterte Grundner. „Der Entwurf wurde der Stadtverwaltung am 24. August vorgestellt.“ Nach der ursprünglichen Beschlussfassung habe die zuständige staatliche Stelle im März 2019 den Förderbescheid erstellt, „eine Woche später wurde der Auftrag an ein Ingenieurbüro erteilt“.

Der Umwelt-, Natur- und Klimaausschuss werde das für den gesamten Stadtbereich geltende Konzept in seiner nächsten Sitzung beraten, sagte der Bürgermeister.

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