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Kämpfen um den Kleiderladen des Vereins: Ursula Cepelec, Marianne E hrle und Ingrid Schöppel (v. l.) suchen dafür neue Räumlichkeiten. 

Dorfener Sozialverein muss Laden räumen

Notgroschen vor dem Aus

Für den Verein Notgroschen in Dorfen könnte bald Schluss sein. Die sozial engagierten Bürger suchen eine neue Bleibe, da das Armenhaus, worin sie ihre Räume belegen, abgerissen werden soll. Es soll auf jeden Fall weitergehen, auch wenn sich bis jetzt noch nichts aufgetan hat.

VON BIRGIT LANG

Dorfen – Seit 2004 gibt es den Dorfener Notgroschen. Der Verein wurde als Schulterschluss von politisch unabhängigen, sozial engagierten Bürgern gegründet. Zweck des Vereins ist es, Menschen in Dorfen, die unverschuldet in Not geraten sind, unbürokratisch Hilfe zu gewähren. Damit könnte jetzt bald Schluss sein. Denn der Dorfener Notgroschen muss seinen sozialen Kinder- und Haushaltswarenladen am Schießhallenplatz 1 bis spätestens Oktober räumen.

Das ehemalige Armenhaus, in dem die Helfer neun Räume belegen, soll abgerissen werden und ein Gebäude für Betreutes Wohnen entstehen. Für den Vorstand um Vorsitzende Ursula Cepelec ist das eine Katastrophe. Seitdem bemühen sich die Helfer um eine neue Bleibe. Sie haben schon einige Dorfener angesprochen, die leer stehende Immobilien besitzen. Aber nichts hat sich aufgetan. Die Stadt habe laut Bürgermeister Heinz Grundner keine Leerstände.

„Es soll weitergehen, und wir brauchen Räume“, erklärt Ehrler. Mindestens 80 Quadratmeter, lieber 120 sollten es sein, am besten ebenerdig, nicht zu kalt und nicht feucht. „Damit auch Menschen mit Handicap oder Eltern mit Kinderwagen kommen können.“ Im Armenhaus muss der Verein über 2000 Euro für Strom bezahlen, um die Feuchtigkeit in Zaum zu halten.

Seit Werner Hartmann, Michael Oberhofer, Thomas Emmerich und Marianne Ehrler den Verein vor über zehn Jahren ins Leben gerufen, hat er sich gut entwickelt. Immer wieder geraten Dorfener durch Brand, Wasserschaden, Krankheiten oder einen Verkehrsunfall in Not. Oft brauchen sie auf die Schnelle viel Geld. „Wir geben ihnen ein Darlehen, das sie zurückzahlen“, erklärt Schatzmeisterin Ehrler. Das Geld stamme von den Beiträgen der aktuell 40 Mitglieder oder von Spenden. Deshalb auch der Name Notgroschen. Aus dieser Idee habe sich der Kleiderladen entwickelt.

Mit Kleidern habe es begonnen, dann seien Haushaltswaren dazu gekommen. „Es ist gewachsen, wurde gut angenommen und ist dank fleißiger Mitglieder gut betreut worden“, sagt Ehrler. Hartmann habe diese Entwicklung begleitet, sei aber weggezogen und könne dieses Amt auch krankheitsbedingt nicht mehr ausfüllen.

Mit Cepelec, 2. Vorsitzender Ingrid Schöppel, Ehrler und Schriftführer Dieter Sauer fand sich ein neuer Vorstand. Seit 10. April ist Cepelec Vorsitzende, 55 Kunden hat sie in dieser Zeit betreut. Viele Menschen kommen regelmäßig, auch Rentner, die zur Tafel gehen. Es gebe auch Dorfener, die sich schämen, einen Tafelausweis zu holen. Sie nutzen den Dorfener Notgroschen gerne. Auch Asylbewerber kommen ab und an. Bezugsberechtig ist jede Person, die zum Zeitpunkt des Notfalls in Dorfen gemeldet ist. Bei nichtbeweglichen Gütern muss der Schaden in Dorfen entstanden sein.

Informationen:

Der Laden ist jeden Donnerstag und jeden ersten Samstag im Monat von 8.30 bis 12 Uhr geöffnet. Waren werden vorerst nicht mehr angenommen. Fragen beantwortet Ursula Cepelec unter Tel. (01 76) 47 63 69 16.

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