Vor der Kuppel seiner Biogasanlage in Kleinkatzbach referiert Gerhard Reger vor zahlreichen Besuchern über das Prinzip der Energiegewinnung.
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Vor der Kuppel seiner Biogasanlage in Kleinkatzbach referiert Gerhard Reger vor zahlreichen Besuchern über das Prinzip der Energiegewinnung.

ÖDP besucht Biogasanlage – Energie aus heimischen Pflanzen, nicht nur Mais

Kleinkatzbacher Mustermodell

  • Uta Künkler
    VonUta Künkler
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Maisfelder, soweit das Auge reicht: Kritiker von Biogasanlagen bemängeln den einseitigen Anbau. Dass es auch anders geht, beweist Gerhard Regers Anlage in Kleinkatzbach bei Dorfen.

Kleinkatzbach – Eine tragende Rolle in der Energiewende spielen Biogasanlagen. Mehr als 70 Anlagen gibt es im Landkreis Erding. Wie funktioniert hier die Energiegewinnung, und welche Chancen und Probleme bringt Biogas mit sich? Diese Fragen wurden in der Anlage in Kleinkatzbach bei Dorfen beantwortet. Der ÖDP-Kreisverband Erding hatte gemeinsam mit Bundestagskandidatin Charlotte Schmid zur Besichtigung eingeladen.

Gerhard Reger produziert in Kleinkatzbach seit 2004 Strom – durchschnittlich 320 Kilowattstunden. Genug, um 750 Haushalte zu versorgen. Mit der dabei entstehenden Abwärme werden zusätzlich 50 Häuser beheizt. Rund 25 Besucher haben sich über die Kleinkatzbacher Anlage informiert. Energiewirt Reger führte sie über sein Grundstück.

In der Bevölkerung werden Biogasanlagen auch negativ gesehen, Kritiker bemängeln vor allem eine „Vermaisung der Landschaft“. Diese rührt daher, dass zum Großteil Mais als Energielieferant verwendet und entsprechend mehr angebaut wird.

Reger versucht, einen Ausgleich zu schaffen, indem er die Anlage nur mit 45 Prozent Maissilage beschickt, dazu kommen 30 Prozent Grassilage und 15 Prozent Ganzpflanzensilage. Zusätzlich wird Wintergerste als Puffer angebaut. Um das alles produzieren zu können, werden 160 Hektar Fläche bebaut, davon nur 50 Hektar Mais, 50 Hektar Wiesen, 10 Hektar Blühflächen und 50 Hektar Getreide. Alles, was Reger in seine Anlage wirft, kommt aus einer Entfernung von maximal vier Kilometern. Der hohe Anteil an Dauergrünland dient der Artenvielfahrt, die Gärreste werden als Dünger auf die Felder ausgebracht, anfallendes Stroh dient der Rinderhaltung der Nachbarn. Mit dem Einsatz von weniger Mais verzichtet Reger auf höhere Energieerträge und bekommt damit aber weniger Geld zugunsten der Natur.

Bundestagskandidatin Schmid lobte Regers Anlage als „Mustermodell für eine dezentrale Kreislaufwirtschaft“. Sie betonte, für den Fortbestand von Biogasanlagen seien langfristig stabile Preise nötig. Doch künftig werde der Preis per Ausschreibung festgelegt. Verlierer dieser Politik würden die kleineren Anlagen sein und Anlagen wie die von Reger, die zugunsten der Natur und Umwelt auf Maximalerträge verzichten.

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