Der neue Dorfener Pfarrer Pater Janusz Gadek vor dem Bild der Mutter Gottes im Pfarrhof. Maria ist für den Orden der Resurrektionisten in allem ein Vorbild für das Leben und die Arbeit. Foto: Renner

Amtseinführung am Sonntag

Pater Janusz will ein Pfarrer für alle sein

  • schließen

Dorfen – Seit gut vier Wochen ist Pater Janusz Gadek neuer Pfarrer des Pfarrverbandes Dorfen. An diesem Sonntag wird der Geistliche von Dekan Josef Kriechbaumer in sein Amt eingeführt. Die ersten Eindrücke, die der Resurrektionisten-Pater von Dorfen gewonnen hat, sind für ihn durchwegs positiv.

Priester seien gewohnt, dass sie öfter in neue Orte kämen. Dabei stünden die Menschen im Mittelpunkt, „für die wir unseren Dienst leisten“, konstatiert der Geistliche. Die Leute, mit denen der neue Dorfener Pfarrer bisher zu tun hatte, seien alle freundlich. Über 7000 Katholiken sind es, für die Pater Janusz in den Pfarreien Dorfen und Oberdorfen zuständig ist. Unterstützt wird er von Ruhestandspfarrer Konrad Mühlbauer und Geistlichem Rat Johann Wieser sowie von Pastoralassistentin Renate Emehrer und Gemeindereferentin Lisa Müller. Im Laufe des Jahres soll möglicherweise wieder ein Kaplan nach Dorfen kommen.

Pater Janusz will in Dorfen Pfarrer für alle sein. Er hat keinen Schwerpunkt, etwa was Senioren- oder Jugendarbeit betrifft. „Jeder soll Zugang zu mir haben. Ich muss offen sein für alle Leute in der Pfarrei.“

Ein Gottesdienst ist für den Pfarrer mehr als nur eine Heilige Messe. Die Eucharistiefeier sieht der Geistliche als „Kraftquelle“. Sie so zu gestalten, wie es von Jesus vorgegeben ist, hält Pater Janusz für wichtig. In der Eucharistie müssten sich Christen weltweit wiedererkennen, auch wenn sie die Sprache, die an einem Ort gesprochen werde, nicht verstünden. Das Wort „konservativ“ will der Geistliche in diesem Zusammenhang nicht genannt wissen, zu negativ sei der Begriff belegt. Richtig hingegen sei der Ausdruck „auf Werte bauen“. Der höchste Wert in der Kirche sei „Jesus Christus und seine Sendung“. Es gelte den Glauben zu leben, „den Jesus uns gegeben hat“.

Dass der katholischen Kirche immer mehr Menschen den Rücken kehren, bedauert Pater Janusz. Er sieht darin jedoch nicht wirklich eine Krise. In der Kirche habe es schon immer ein Auf und Ab gegeben. Menschen in der Kirche halten zu wollen, indem man neue Wege einschlage, die nur dem Zeitgeist entsprächen, hält der Geistliche für falsch. Hier müsse man auf Gott vertrauen. „Die Kirche hat schon alles Mögliche überlebt. Wenn wir uns nicht dem Heiligen Geist überlassen, dann sind wir verloren.“ Christen könnten aber durch ihr Leben und ihren Glauben an Jesus Christus zum Vorbild werden und dadurch bei anderen Menschen wieder Interesse für die Kirche wecken.

Für eine friedvolle Welt sieht Pater Janusz die Liebe zu allen Menschen als unabdingbar an. Auch wenn jemand etwas Schlechtes tue, müsse ihm Liebe entgegengebracht werden. Das bedeute aber nicht, seine Taten gutzuheißen. Vielmehr könnten solche Menschen durch Liebe und Verständnis zur Umkehr bewegt werden.

Der Gottesdienst zur Amtseinführung von Pater Janusz findet am Sonntag um 18 Uhr in der Pfarrkirche Maria Dorfen statt. Anschließend gibt es im Pfarrsaal einen Stehempfang.

Zur Person

Pater Janusz Gadek (56) hat in Krakau ein Studium an der BergundHüttenuniversität absolviert und danach in der Zink- und Bleihütte in Bukowno bei Olkusz gearbeitet. 1985 trat er ins Noviziat des Resurrektionisten-Ordens ein. Nach dem Erstgelübde 1986 nahm Gadek ab 1988 zunächst ein Philosophiestudium in Krakau auf, ab 1988 folgte ein Theologiestudium an der Päpstlichen Gregorianischen Universität in Rom. Im Dezember 1990 legte Gadek das Ewige Gelübde ab. 1991 wurde er zum Diakon geweiht. Es folgte ab 1991 ein Pastoralstudium in Krakau. Im Mai 1992 wurde Gadek zum Priester geweiht. In Deutschland ist Pater Janusz seit 1994 als Priester eingesetzt. ZuletztwarderGeistliche Pfarrer im Seelsorgebereich Pottenstein und Umgebung im Erzbistum Bamberg. Im Dekanat Dorfen ist Pater Janusz neben PfarrerJacek Jamiolkowski, Pater Edward Lipiec (Holzland) und Pater Pawel (Paul) Kruczek sowie Pater Dominik Sobolewski (Taufkirchen) der fünfte Geistliche aus Polen. Pater Pawel, Pater Dominik und Pater Lipiec gehö- ren ebenfalls dem Resurrektionisten-Orden an

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bomben im Boden sind ihr Geschäft
EMC Kampfmittelbeseitigung sorgt in ganz Deutschland für Sicherheit. Das Langenpreisinger Unternehmen eröffnet nun auch eine Schule für dieses gefährliche Geschäft.
Bomben im Boden sind ihr Geschäft
Rechte Hetze, linke Ideologie und Schüler, die selbst denken können
Am Gymnasium Dorfen ist von der Schulleitung eine von Schülern organisierte und auch von der Schule auch genehmigte politische Podiumsdiskussion kurzfristig untersagt …
Rechte Hetze, linke Ideologie und Schüler, die selbst denken können
Bald auch Hilfen für Einheimische
In der Taufkirchener Puerto Jugendwohngemeinschaft von Condrobs sollen in absehbarer Zeit nicht nur unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut werden, sondern auch …
Bald auch Hilfen für Einheimische
50 Jahre gelebte Barmherzigkeit
Seit 50 Jahren ist das Wohn- und Pflegeheim der Barmherzigen Brüder in Algasing eine Heimat für Menschen mit Behinderung. Trotz Umbruchs soll das Kloster ein Haus der …
50 Jahre gelebte Barmherzigkeit

Kommentare