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Pfarrkirche Maria Dorfen: Gottesdienst und Musik beim Engelamt

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Es ist dunkel in der Kirche. Nur Kerzen brennen, vor jedem Gläubigen steht ein flackerndes Licht. Das ist die besondere Atmosphäre des Engelamts.
Kirchenkonzert im Kerzenschein (v. l.): Andrej, Simone und Sophia Tlucak sowie Mutter Maria Tlucak, Flötenlehrerin Susanne Gelsheimer mit Schülerin Rona Schüler und an der Orgel Ernst Bartmann. © Michaele Heske

Es ist dunkel in der Kirche. Nur Kerzen brennen, vor jedem Gläubigen steht ein flackerndes Licht. Das ist die besondere Atmosphäre des Engelamts.

Dorfen – Es ist dunkel in der Kirche. Nur Kerzen brennen, vor jedem Gläubigen steht ein flackerndes Licht. Das ist die besondere Atmosphäre des Engelamts. Heuer hat es bereits einmal in der Pfarrkirche Maria Dorfen stattgefunden, an den kommenden Freitagen folgen noch zwei weitere Rorate. Beginn ist jeweils um 6 Uhr.

Trotz der frühen Stunde saßen viele Gläubige in den Bänken. Darunter auch Kinder, die noch vor Schulbeginn am Gottesdienst teilnahmen. „Es ist die besondere Stimmung am Morgen, wenn draußen alles ganz dunkel ist“, sagte Sophia Tlucak. Nicht etwa, weil die Mutter sie geschickt habe, seien sie und ihre Geschwister hier: „Es macht einfach Spaß. Auch die Musik ist wunderschön“, meinte das Mädchen.

Es musizierten Kirchenmusiker Ernst Bartmann an der Orgel mit der Dorfener Flötistin Susanne Gelsheimer und ihrer Schülerin Rona Schüler. Die Frühaufsteher hörten eine Sonatina von Johann Sebastian Bach und die Pastorale von Arcangelo Corelli.

Der Herr sei das Licht der Welt, das bald komme, um die Menschen zu erleuchten – „auch die Dunkelheit in uns selbst“, predigte Pater Janusz Gadek. „Es wird immer heller, auch in unserer Seele“, sagte er über den Advent.

„Rorate“ ist eine alte katholische Tradition, die in Bayern seit dem 15. Jahrhundert begangen wird. Weil während der Rorate-Messe das Evangelium von der Verkündung des Herrn durch den Engel Gabriel vorgelesen wird, bezeichnet man diesen Gottesdienst auch als Engelamt. Die Mutter Gottes steht im Mittelpunkt.

Seit nunmehr 20 Jahren gibt es das Engelamt mit musikalischer Untermalung in der Pfarrkirche Maria Dorfen. „Wir wollten das Rorate ein bisschen aufpeppen“, erzählte Bartmann. „Musik auf Konzertniveau um diese Uhrzeit – das gibt es sonst nie“, ergänzte Gelsheimer. Ihr gefalle dabei das Schlichte des Gottesdienstes: „Die Weihnachtsmessen werden wieder feierlich und pompös. Auch schön, aber diese Besinnlichkeit des Engelamts am frühen Morgen hat etwas Meditatives.“

Innehalten, an Familie und Freunde denken und sich Zeit nehmen zum Gebet, für alle, die besonderen Segen brauchen – dafür lohnte sich das frühe Aufstehen allemal. Die Musik potenzierte die feierliche Stimmung. Und gerade die Akustik in der Marienkirche in Dorfen, die ohne Säulen an beiden Seiten erbaut wurde, bot außergewöhnlichen Klang. „Nächste Woche spielen wir ein anderes Programm“, verriet Gelsheimer. „Bergamasca“ von Marco Uccellini und das „Allegro aus dem Concerto in d-Moll“ von Bach stehen auf dem Programm.

Nach der Messe ging es dann ins Pfarrheim zu einem zünftigen Frühstück mit belebendem Kaffee und viel Zeit zum Ratschen vor der Schule und dem Arbeitsbeginn.

Die nächsten Termine...

... sind am Freitag, 13. und 20. Dezember, jeweils um 6 Uhr in der Wallfahrtskirche Maria Dorfen.

Michaele Heske

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