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Wie geht es weiter mit der Bahn Tieferlegung? Das wurde im Dorfener Stadtrat diskutiert. 

Planer Vieregg schlägt drei kleinere Rückhaltebecken vor 

Hochwasserschutz bereitet Bauchschmerzen

Reichlich Diskussionsstoff bot Martin Viereggs Planung zur Tieferlegung der Bahnstrecke im Dorfener Stadtrat. Statt 160 Kilometer pro Stunde sollen Züge auf der Strecke mit Tempo 200 unterwegs sein (wir berichteten).

DorfenDazu müssen Kurven-, Kuppen- und Wannenradien vergrößert werden. Der Bahnhof soll danach mit vier Gleisen und einem zusätzlichen Wendegleis für die S-Bahn gebaut werden.

Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) hob die Detailliertheit der Präsentation hervor. Wie auch das Wasserwirtschaftsamt bestätige, habe die Stadt so gegenüber der DB die bessere Lösung. „Aber wir müssen diejenigen, die die Planung annehmen sollen, auch überzeugen“, stellte er fest. Nach über einer Stunde Diskussion bekräftigte das Gremium das mit geschlossener Zustimmung.

Zur Debatte um Viereggs Arbeit sagte Josef Jung (ÜWG): „Wir müssen keine Detailplanung machen, sondern kostengünstige und durchführbare Konzepte entwickeln. Mit dem was wir jetzt schon haben, können wir langsam nach Berlin fahren“. Die vielen Vorwürfe an Vieregg seien unangebracht, meinte Jung.

„Wir machen doch der Bahn auch keine Vorwürfe, dass sie noch keine Detailplanung hat.“ Dafür erhielt er spontanen Applaus von den zahlreichen Zuhörern, den sich Bürgermeister Grundner allerdings verbat.

„Was uns Bauchschmerzen bereitet hat, ist das Hochwasserschutzkonzept“, gestand Vieregg, dessen Büro Vieregg Rössler GmbH“ (VR) im Auftrag der Stadt eine Alternativplanung erstellt. Bisher war ein großes Hochwasserrückhaltebecken zwischen Oberhausmehring und der Birkenallee geplant. Die Last, die im Hochwasserfall auf den Damm in Richtung Gleise drücken würde, wäre sehr hoch. Daher wurde vorgeschlagen, drei kleinere Becken zu schaffen. In einer langen und intensiven Diskussion stellte Michaela Meister (SPD) die Grundstücksverfügbarkeit für die geplanten Rückhaltebecken in Frage.

Zur verkehrstechnisch optimalen Anbindung der Isener Siedlung war bisher ein Auf- und wieder Abtauchen der Staatsstraße 2086 in den Gleisgraben vorgesehen. Hier wären aber mehr Lärm und schlechte Sichtachsen die Folge, erklärte Vieregg. Der neue Lösungsvorschlag des Planungsbüros ist eine parallel zur Bahn vollständig im Graben geführte Straße.

Meister erbat Auskünfte über die zu erwartende Lärmbelastung durch die Tieferlegung der Staatsstraße. Das wäre lärmschutztechnisch günstig, antwortete Vieregg, die direkte Schallabstrahlung zur Stadt hin würde so unterbrochen.

Ein weiterer Punkt im DB-Papier vom Mai waren nicht zulässige Gabionenwände (Steinkörbe), die die Grabenwände stützen sollten. Daneben wurde die Gefahr eines Grundbruchs und ein nicht hinnehmbarer Einfluss auf das Grundwasser gesehen.

Martin Heilmeier (Landliste) lobte zunächst die Planung allgemein, vor allem den Anschluss des Meindl-Areals. In Details bemängelte er aber Ungenauigkeiten, von denen er befürchtete, dass sie in „Berlin“ (Bundesverkehrsministerium) zum Stolperstein werden könnten.

Um den Richtlinien bezüglich der Gabionenwände zu genügen, will Vieregg eine Idee von Dr. Rainer Niedermeyer vom Ingenieurbüro igi Consult umsetzen: eine Unterstützung mit „bewehrter Erde“. Dabei werden in den Hang alle 50 Zentimeter stabilisierend e Kunststoffmatten eingebracht.

Ihr Nachteil ist, dass die Oberfläche des Hanges auf zehn Metern nicht bebaut werden darf, hier wären Parkplätze eine Lösung. Das Prinzip der bewehrten Erde soll aber nach VR-Planungen nicht zwischen der Birkenallee und Rutzmoos angewendet werden. Hier wäre eine herkömmliche Einschnittsböschung auf der Hangseite sinnvoll, so Vieregg.

Alternativ zu beiden Konzepten könnte eine grundwasserdurchlässige Bohrpfahlwand als Stütze eingebaut werden. Lärmschutztechnisch wäre das laut VR die beste Lösung.

Die Gefahren eines hydraulischen Sohlbruches und eines Böschungsbruches, ausgehend vom Oberhausmehringer Berg, seien von DB-Projektleiter Claus Peter Zellmer „dramatisiert“ worden, sagte Vieregg im Stadtrat. Bei einem Sohlbruch würde bei Grabungen Grundwasser im Tal aus dem Boden schießen, im schlimmsten Fall bräche die Baugrube auf. Mit einem Böschungsbruch ist das Abrutschen der wasserundurchlässigen oberen Bodenschicht gemeint. Die diesbezügliche Situation sei harmlos, die Wassermengen und das Gefälle sind sehr gering, wog Vieregg ab. 

FABIAN HOLZNER

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