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Demo-Grillfest: Am Unteren Markt warb "Die PARTEI" für einen Austritt Dorfens aus der EU.

"Die PARTEI" Dorfen

Politik mit Freibier und Satire

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Dorfen - Kann man mit Bier Politik machen? „Ja!“, sagt der Dorfener Ortsverband von „Die PARTEI“. Unter dem Motto „Freibier für alle“ wollen ein Dutzend junge Dorfener bei den nächsten Kommunalwahlen den Sprung in den Stadtrat schaffen.

Vergangenes Wochenende warb „Die PARTEI“ mit einem Demo-Grillfest am Unteren Markt für einen Austritt Dorfens aus der Europäischen Union. Sechs Kästen Freibier hatten der Vorsitzende Michael Trapp (18) und seine Mitstreiter dabei, um das Dorfener Wahlvolk zu ködern. Und das klappte: Über 30 Unterschriften für einen „Doexit“ sammelten die jungen Leute. „Wir sind überwältigt, wie viele Leute sich auf unsere Demo eingelassen haben“, kommentierte Trapp, der in Personalunion auch noch Pressesprecher ist.

Mit Plakaten wirbt die Spaßpartei für den Bau eines ganzjährig eisfreien Tiefseehafens in Dorfen.

Wer am Verstand der jungen Leute zweifelt, muss wissen: „Die PARTEI“ ist eine Spaßpartei. Sie wurde 2004 von Redakteuren des Satiremagazins Titanic gegründet. Bundesvorsitzender ist Martin Sonneborn, der 2014 den Sprung ins Europäische Parlament schaffte. Politische Aussagen wie „Einführung der Faulenquote“ und „Gegen die Verblödung der Innenstädte“ sind es, die auch junge Leute von Gymnasium und Jugendzentrum in Dorfen begeisterten. Im März 2015 gründeten Trapp und einige Freunde einen Ortsverband. „Wir mögen uns eigentlich gar nicht. Aber wir alle mögen Bier – der kleinste gemeinsame Nenner“, so Trapp.

Seither gab es einige skurrilen Freibier-Aktionen wie die von vergangener Woche. Dahinter verbirgt sich aber durchaus ein ernster Hintergrund. Mit Spaß und Satire wollen die jungen Leute, die allesamt in verschiedenen Vereinen – Feuerwehr, Wasserwacht und Jugendzentrum – aktiv sind, politische Programme anderer Parteien durch den Kakao ziehen und so gegen die Politikverdrossenheit ankämpfen.

Und sie wollen aufzeigen, wie einfach es ist, politischen Einfluss zu erlangen. „Man braucht nur drei Leute, um eine Partei zu gründen, dann kann man politisch durchstarten“, sagt Trapp.

Das will er mit seinem starken Team. Kalle Sebastian Oefele ist Trapps Stellvertreter, Propagandabeauftragter und Wahlkampfleiter. Dadar Chaychimoghadam mischt als Schatzmeister und ideologischer Berater mit, Andreas Roth als Schriftführer. Und Bernhard Roth sorgt als Kastenwart für das Bier.

Eines der großen Ziele des Dorfener Ortsverbandes ist die Schaffung eines ganzjährig eisfreien Tiefseehafens in der Isenstadt. „Wir wollen Meer“, heißt die Devise. Dazu müsste Ostdeutschland geflutet und dann ein Kanal von der Ostsee nach Dorfen gebaut werden. Das bringe Dorfen Arbeitsplätze, neue Unternehmen, frische Meeresluft und Strandpartys. „Die Anbindung an die A  94 darf nicht der letzte Schritt hin zur Globalisierung bleiben, da geht noch mehr!“, wirbt „Die PARTEI“ für ihr Ziel.

Bei den Kommunalwahlen 2020 wollen die Dorfener mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten antreten. Schwerpunkt des Wahlkampfes soll – natürlich – das Thema Bier sein. Die Auseinandersetzung könnte hart werden. Doch die jungen Leute machen der Stadt auch ein Friedensangebot: Bis zu den Kommunalwahlen gibt Trapp Stadtchef Heinz Grundner „und Konsorten“ Zeit, in „Die PARTEI“ zu wechseln.

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