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„Einkaufsverhalten verändert“: Rewe-Kunden reagieren auf gestiegene Preise - Spartipps im Supermarkt

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Von: Michaele Heske

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Regionales Gemüse bevorzugt Jonas Maurer. Nach Saison eingekauft, ist es oft auch günstiger.
Regionales Gemüse bevorzugt Jonas Maurer. Nach Saison eingekauft, ist es oft auch günstiger. © Birgit Lang

Teure Lebensmittel: Dorfener Kunden berichten von ihren Einkaufsstrategien, ein Supermarkt-Leiter von seinen Beobachtungen.

Dorfen – Beim Kochen sparen, da ging es bis vor kurzem noch um Kalorien. Durch die steigenden Lebensmittelpreise ändert sich das gerade: Immer mehr Menschen versuchen, umsichtiger zu wirtschaften. „Das Einkaufsverhalten hat sich verändert“, erzählt der Dorfener Rewe-Marktleiter Thomas Streitberger. „Die Leute kommen ein-, zweimal in der Woche und nicht mehr jeden Tag zu uns in die Filiale.“

Teure Lebensmittelpreise: Rewe-Leiter berichtet - „Kunden kaufen viel bewusster ein“

„Die Kunden kaufen viel bewusster ein, greifen vermehrt zu Sonderangeboten“, sagt Streitberger. Zuhause werden Prospekte studiert, Preise verglichen. „Oft hat die Kundschaft einen Einkaufszettel dabei.“ Bio-Produkte werden aktuell eher vernachlässigt, so der Dorfener. „Saisonales Obst und Gemüse kommt hingegen vermehrt in den Einkaufswagen.“ Erschwerend kommt in Dorfen der Brückenbau mit der Sperrung der B 15 hinzu.

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Doch vor allem ist die Inflation mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Bettina Bauer aus Dorfen arbeitet halbtags, ihr Mann ist Ingenieur bei einem Münchner Autozulieferer. Bis vor kurzem reichte das Haushaltsbudget problemlos. „Jetzt wird schon ab dem 20. des Monats das Geld knapp“, sagt die Mutter dreier Söhne. Zudem muss sie noch einen Hund und zwei Katzen durchfüttern. Pubertierende Jungs würden einem die Haare vom Kopf fressen, meint sie lachend: „Das sind Unmengen, was die vertilgen.“

Statt Fleisch steht jetzt vermehrt Pasta mit Käsesoße oder Gemüse auf dem Tisch. „Früher habe ich viel Kuchen gebacken, jetzt mache ich Pfannkuchen – das ist billiger“, meint Bauer. Vor der Inflation habe sie oft bei Tagwerk eingekauft. „Das will ich mir nicht mehr leisten. Ich mache sogar Markt-Hopping und wechsle den Laden, je nachdem, wo es das beste Angebot gibt.“

Gestiegene Preise im Supermarkt: Kunden berichten über neue Einkaufsstrategien

An der Kasse steht eine ältere Dame, irritiert schaut sie auf den Bon. „Drei Euro die Butter – das ist Wahnsinn.“ Ihren Namen will sie nicht in der Zeitung lesen. „Da denken die Nachbarn gleich, wir rutschen in die Altersarmut.“ Früher habe der Wocheneinkauf für zwei Personen um die 60 Euro gekostet, jetzt zahle sie für die gleichen Waren ein Drittel mehr. Aber sie und ihr Mann seien genügsam: „Es muss nicht jeden Tag Fleisch auf den Tisch.“

Auch Peter Meindl ist die Shopping-Laune vergangen. „Wir machen einmal in der Woche Großeinkauf.“ Früher sei er unter der Woche öfter mal kurz Einkaufen gefahren. „Das sparen wir uns heute.“ Es wisse ja niemand, was auf die Verbraucher zukommt, meint der Dorfener.

Zum Thema Inflation will sich Jonas Maurer nicht äußern. Ihm sei im Supermarkt vor allem wichtig, dass Obst und Gemüse frisch und regional sind, sagt der 25-jährige Dorfener. Er kauft ohnehin nur für sich selbst ein.

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