Hausbau wie am Fließband: Die Fertigungsstraße von Timber Homes hat bis zu 14 Stationen. An jeder kommt ein weiterer Bestandteil hinzu – vom Montieren der Wände und Decken am Anfang bis hin zur fertigen Inneneinrichtung mit Elektrik und Küchenmöbeln. Das zeigten die Geschäftsführer Robert Decker (r.) und Josef Huber (M.): MdL Josef Schmid, Bürgermeister Heinz Grundner, MdL Klaus Stöttner und MdL Marcel Huber (v. l.).
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Hausbau wie am Fließband: Die Fertigungsstraße von Timber Homes hat bis zu 14 Stationen. An jeder kommt ein weiterer Bestandteil hinzu – vom Montieren der Wände und Decken am Anfang bis hin zur fertigen Inneneinrichtung mit Elektrik und Küchenmöbeln. Das zeigten die Geschäftsführer Robert Decker (r.) und Josef Huber (M.): MdL Josef Schmid, Bürgermeister Heinz Grundner, MdL Klaus Stöttner und MdL Marcel Huber (v. l.).

Firma Timber Homes

Pro Jahr 250 Holz-Module aus Dorfen

  • vonTimo Aichele
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Landtagsabgeordnete besichtigen die Produktion von Timber Homes und diskutieren die Chancen des Baustoffs Holz für den Klimaschutz.

Dorfen – Gut zwei Jahre produziert die Firma Timber Homes in Dorfen Wohnmodule aus Holz. Anlässlich dieses kleinen Geburtstags haben die Geschäftsführer Robert Decker und Josef Huber Landtagsabgeordnete durch die Produktionshalle geführt. Die Politiker diskutierten bei dem Termin die Chancen des Baustoffs Holz für den Klimaschutz. „Holz kann helfen, CO2 dauerhaft zu binden“, so der frühere bayerische Umweltminister Marcel Huber.

Diese Möglichkeit werde in Bayern nur noch nicht so stark genutzt, sagte der CSU-Landtagsabgeordnete aus Mühldorf. „Daher hätte eine Änderung der Bauordnung auch Sinn, um beim Holzbau auch größere Gebäudehöhen zu ermöglichen.“ Josef Schmid (CSU), MdL und früherer Bürgermeister von München, hob hervor, dass in der Landeshauptstadt nur noch wenige Flächen bebaut werden könnten – und das oft zwangsweise mit Hochhäusern. Ein Vorteil der Modul-Bauweise sei gerade in der Stadt der stark reduzierte Baustellenverkehr, so Schmid. „Bis zu acht Geschosse können wir problemlos bauen“, sagte Josef Huber.

Gegründet wurde die Firma Anfang 2019 vom Dorfener Bauträger Decker und dem Holzbauunternehmen Huber & Sohn aus Eiselfing im Landkreis Rosenheim. In den zwei Jahren habe das Unternehmen 250 Wohnungen sowie Wohn- und Gewerbemodule mit insgesamt 10 000 Quadratmeter Fläche produziert, berichtete Decker.

Bauteile werden bei Huber & Sohn vorgefertigt und bei Timber Homes montiert sowie mit der entsprechenden Inneneinrichtung und Technik ausgestattet. „Die Produktionshalle ist eigentlich viel zu klein“, sagte Josef Huber über den Dorfener Standort. Doch zum Start der gemeinsamen Firma habe man sich dafür entschieden, um unter den sehr viel strengeren Anforderungen der Industriebaurichtlinie zu bleiben.

Bisher habe Timber Homes mit seinen 35 Mitarbeitern eine Kapazität von etwa 250 Raummodulen pro Jahr. Bei der nun geplanten Umstellung von Ein- auf Zwei-Schicht-Betrieb werde das mehr werden, erläuterte Decker. Er als Immobilienunternehmer sowie Huber als Holzbauer hätten zu Beginn etliche Herausforderungen zu meistern gehabt. „Wir beschäftigen lauter Handwerker, und wir haben eine serielle Produktion“, so Decker. Das habe man erst einmal zusammenbringen müssen.

Auch Timber Homes spüre den Mangel an Baustoffen, so Decker. „Die Lage ist der absolute Horror. Noch fehlt aber nichts.“ Das Unternehmen verarbeite regionales Holz von regionalen Sägewerken. Die Versorgung sei gesichert, ergänzte Josef Huber – allerdings zu hohen Kosten. „Der Weltmarktpreis wird von den USA diktiert.“ Für den eigenen Markt gebe es in Deutschland genug Holz, so Huber. Exporte aus der EU müssten gestoppt werden.

Für die Produktion von Badezimmer-Modulen hat Decker eine neue Firmenbeteiligung. Badmodul heißt das Unternehmen, das in Dorfen ein Produktion aufbauen will. „Der Bauantrag wird gerade fertig“, berichtet der Dorfener Unternehmer über das Vorhaben am Timber-Homes-Standort. Das nahm Bürgermeister Heinz Grundner zufrieden zur Kenntnis. „Die Wertschöpfung bleibt in der Region.“

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