Bienenzuchtverein Dorfen

Probleme durch Klimawandel, Milben und Landwirtschaft

Dorfen – Der Klimawandel macht auch den Bienen zu schaffen. Das stellte Bartholomäus Frey aus Landshut in einem Referat bei der Frühjahrsversammlung des Bienenzuchtvereins Dorfen heraus.

Frey stellte die Herausforderungen von warmen Wintern wie dem aktuellen dar, schreibt Imkermeister Herbert Schwarzer in einer Pressemitteilung. Mit Fotos habe der Referent gezeigt, wie Bienen am 26. Dezember mit Pollen nach Hause gekommen seien. Statt der Winterruhe also rege Betriebsamkeit, in der viele Bienen auch nicht mehr in den Stock zurück gekommen seien und somit fehlten. Während man der Natur ausgeliefert sei, sei es umso wichtiger, den Hauptfeind der Bienen, die Varroa-Milbe, stetig zu beobachten. Nur wer den Befall der Völker kenne, könne die richtige Entscheidung treffen. Frey habe den Imkern anschaulich Verfahren wie Brutentnahme und Varroabekämpfungsmittel vorgestellt. Wichtig sei, hier bei den biologischen Bekämpfungsmitteln zu bleiben, damit keine Rückstände im Wachs entstehen könnten. Den Imkern komme hier Vorbildfunktion zu.

Auch das Thema Einfluss der Landwirtschaft habe Frey angesprochen. Bilder im Zeitraffer hätten die Veränderung unserer Landschaft gezeigt. Durch Rodungen seien große Flächen ohne Nutzen für Insekten und Niederwild geschaffen worden. Versuche in unmittelbarer Nähe eines Rapsfeldes hätten gezeigt, dass die Bienen nur etwa 40 Prozent der Pollen vom Rapsfeld bezogen, den Rest von bis zu drei Kilometer entfernten Flächen holten. Sie benötigten also ein breites Spektrum an Blütenstaub, einseitige Ernährung mache ihnen zu schaffen. Pestizide trügen ein Übriges zur Schädigung der Bienen bei. Diese Faktoren wiederum schwächten das Bienenvolk und begünstigen damit die Varroa Milbe und Viren, da die Abwehr geschwächt sei. Frey empfahl, das Gespräch mit Landwirten zu suchen und konstruktiv an Verbesserungen zu arbeiten.

Die Veranstaltung sei auch von Interessenten an der Imkerei besucht worden. Der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins, Anton Bauer, organisiere daher auch dieses Jahr Schulungen. Möglichkeit zur Anmeldung bestehe noch bis Ostern unter Tel. (0 80 81) 33  87 (ab 19 Uhr). Die Dorfener Imker geben bei den Schulungen einen Einblick in die Imkerei und so kann jeder später entscheiden, ob die Bienenhaltung das Richtige für ihn ist. Falsch verstandene Tierliebe ist, so Bauer und Frey, Tiere in eine Kiste zu geben und sie sich zu überlassen. Honigbienen bedürfen der Obhut durch den Imker. Viel vernünftiger sei in diesem Fall die Anschaffung eines qualitativ hochwertigen Insektenhotels für Wildbienen.  ar

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