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Aufmerksame Zuhörer: Bei der Lesung von Andreas Jäger (l.) war der Garten voll besetzt.

Lesung

Psychothriller zieht Besucher in seinen Bann

Über jede Erwartung stieg die Besucherzahl des Sommerfestes mit Lesung der Buchhandlung Dorfen.

Dorfen Nachdem der romantisch-wild bewachsene Garten bis ins letzte Eck besetzt war, fanden weitere Gäste im Geschäftsraum Platz und lauschten über geöffnete Fenster der Lesung von Andreas Jäger.

Der Wahl-Dorfener las ausgewählte Szenen aus dem von ihm ins Deutsche übersetzten Psychothriller „Die Moortochter“ der amerikanischen Autorin Karen Dionne, der in der Spiegel-Bestsellerliste auf Platz acht einschlug.

Für die musikalische Gestaltung sorgte der 19-jährige Akkordeonstudent Stefan Bauer, der virtuos mit klassischen Tangos sowie Pop-Musik Arrangements beeindruckte.

Der Roman handelt von der durch eine Vergewaltigung gezeugten Helena, die beim Entführer ihrer Mutter in einer Blockhütte abseits der Zivilisation aufwächst. Durch ihre Mithilfe wird ihr Vater zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Im Radio erfährt sie von dessen Ausbruch und sieht sich als einzig Befähigte, ihn in der Wildnis um den Lake Superior aufzuspüren und zu stellen. In Zeitsprüngen nimmt der Leser sowohl Anteil an der Gefangenschaft während der Kindheit als auch an der Suche. Dabei ist die Erzählung nicht nur von der Tragik ihres Schicksals geprägt, sondern amüsiert auch beispielsweise durch die Schilderung der eingeschränkten Verhältnisse in der Abgeschiedenheit der Blockhütte. Zu ihrem fünften Geburtstag bekommt Helena einen Kuchen, gebacken aus Bärenfett und Wildenteneiern.

Im Anschluss an die Lesung hatten die Gäste die Möglichkeit, Andreas Jäger zu seiner Tätigkeit als Übersetzer Fragen zu stellen. Er gab darüber Auskunft, dass er in 17 Jahren mehr als 70 Bücher ins Deutsche übertragen hat. Schwierigkeiten bereiten ihm dabei nicht nur das englische „you“, das im Deutschen sowohl „Du“ als auch „Sie“ bedeutet, sondern auch Naturschilderungen, zu denen er sich erst Fachausdrücke aneignen musste. Grundvoraussetzung zu seinem Beruf sei die Liebe zu Büchern und ein Gefühl für die Sprache, erklärte er.

Fabian Holzner

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