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Hier hakt’s: An der Buchbacher Straße soll nach Ansicht von Susanne Streibl (l.) und Hanna Ermann (r.) ein roter Streifen auf der Fahrbahn Fahrradfahrern einen eigenen Bereich zuweisen

Vorstoß der Grünen

Radfahren soll in Dorfen attraktiver werden

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Die Dorfener Grünen wollen mit schnell umsetzbaren Lösungen den Fahrradverkehr in Dorfen attraktiver machen.

Dorfen – Das Szenario ist nicht schön: Mit dem Abriss der B 15-Isenbrücke im kommenden Jahr steht Dorfen der Verkehrsinfarkt ins Haus. Denn der Weg durch die Stadt wird dann sozusagen die Umfahrung der Brückenbaustelle, die eine weiträumige Umfahrung unnötig macht. Die Dorfener Grünen wollen daher mit schnell umsetzbaren Lösungen den Fahrradverkehr in Dorfen attraktiver machen.

n St. Sebastian (Bild l.) sollen gar Fahrradfahrer Vorfahrt bekommen. Die Straße soll in einem Pilotprojekt zur Fahrradstraße umgewidmet werden.

Die Leute zum Umsteigen aufs Fahrrad zu bewegen, dafür sehen die Grünen im kommenden Jahr eine besondere Chance. Denn mit dem Abriss und der Erneuerung der Isenbrücke an der B 15 steht Dorfen eine Maßnahme ins Haus, die den motorisierten Verkehr durcheinanderwirbeln wird. Durch die auf mindestens sechs Monate taxierte Sperrung der Ortsdurchfahrt auf der Bundesstraße werden zwangsläufig viele Autofahrer den Umstieg aufs Fahrrad ins Auge fassen, anstatt mit dem Auto im Stau zu stehen. Doch fahrradfreundlich, das ist Dorfen noch lange nicht, wie Hanna Ermann und Susanne Streibl bei einer Radtour mit der Presse durch die Stadt aufzeigten.

Einer der größten Problempunkte ist für die Grünen der Weg über die B 15-Wehranlage. Hier ist nach Ansicht von Ermann und Streibl der vorhandene Überweg viel zu schmal. Radfahrer müssen beim Überqueren absteigen, das behindere den Verkehrsfluss. Ihr Vorschlag: Entweder eine zusätzliche Behelfsbrücke bauen oder für Fußgänger den Gang entlang des Wehrs öffnen, der bislang nur für Wartungszwecke genutzt wird.

Dringend für verbesserungsbedürftig wird auch das Thema Sicherheit gesehen. Sowohl in der Buchbacher als auch in der Erdinger Straße sollten auf die Fahrbahn rote Streifen aufgebracht werden, die zur Nutzung für Fahrradfahrer gedacht sind. Sollte kein Radfahrer unterwegs sein, können die Streifen auch von Autofahrern befahren werden. Den roten Streifen sieht Streibl vor allem auch als wichtig an, wenn Eltern mit Kindern auf dem Fahrrad unterwegs seien. Den Kleinen könne man dann klarmachen: „Bleib auf dem roten Streifen.“

n St. Sebastian (Bild l.) sollen gar Fahrradfahrer Vorfahrt bekommen. Die Straße soll in einem Pilotprojekt zur Fahrradstraße umgewidmet werden.

Eine rotmarkierte Spur schlagen die Grünen auch im Bereich des Johannisplatz zum Linksabbiegen für Fahrradfahrer Richtung Oberdorfen vor. Dort müssten jetzt Radfahrer immer zwischen fahrenden Autos auf eine Lücke warten, bis sie abbiegen könnten. Hier würde eine für Radfahrer gekennzeichnete Abbiegespur mehr Sicherheit bringen. Rote Markierungen sehen die Grünen auch an Stellen als relevant an, wo Fuß- und Radwege die Straßen kreuzen, beispielsweise im Bereich Herzoggraben/Haager Straße bei der Bäckerei Brugger oder im Bereich Bauhof/St. Sebastian. Dort wird auch zum Erfahrungen sammeln als Pilotprojekt die Ausweisung einer reinen Fahrradstraße zwischen dem Beginn der Straße St. Sebastian und dem Ende in Richtung Breitwies vorgeschlagen. Das heißt dann, dass Radfahrer gegenüber Autofahrern immer Vorrang haben.

Innerhalb der Innenstadt soll nach Ansicht von Ermann und Streibl das Shared Space-Prinzip gelten. Das ist eine Planungsphilosophie, nach der vom Kfz-Verkehr dominierter öffentlicher Straßenraum lebenswerter, sicherer sowie im Verkehrsfluss verbessert werden soll. Charakteristisch ist dabei die Idee, auf Verkehrszeichen, Signalanlagen und Fahrbahnmarkierungen zu verzichten. Vielmehr sollen sich Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger mittels Blickkontakt und Handzeichen verständigen, wer wem die Vorfahrt gewährt. Dies geschehe ja jetzt schon teilweise, sagte Ermann. Und noch eines schwebt den Grünen vor, zumindest während der Bauzeit der B 15-Brücke: In der gesamten Innenstadt soll dann für den motorisierten Verkehr nur noch Tempo 30 erlaubt sein. Eine derartige Regelung hielten die Grünen ohnehin als eine gute Dauerlösung, die für mehr Sicherheit sorgen würde.

Infoveranstaltung

Ihre Vorstellungen zum Thema Radverkehr stellen die Grünen am heutigen Dienstagabend um 20 Uhr bei einer Veranstaltung im Jakobmayer-Saal vor. Dazu kommt Michael Stanglmair, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) nach Dorfen. Aufgezeigt werden sollen nicht nur örtliche Problempunkte, sondern es wird auch informiert, wie der Radverkehr gefördert werden kann. Unter anderem soll sich Dorfen der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen (AGFK) anschließen.

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