Sie führen die Ortsgruppe: (v. l.) 2. Ortssprecher Eberhard Kaupp, Ortssprecher Alfred Dormeier, Tourleiter Achim Scheibe und Kreisvorsitzender Horst Weise. foto: prä

Gründung ADFC-Ortsgruppe Isental

Rasante Radloffensive

Dorfen - Radtouren fahren ist eine immer beliebtere Freizeitbeschäftigung – auch im Landkreis. Das spürt auch der Allgemeinen Deutsche Fahrradclub (ADFC) Erding. Schon länger war deshalb angedacht, in Dorfen eine Ortsgruppe zu gründen. Jetzt wurde der Plan in die Tat umgesetzt.

Der ADFC-Kreisverband konnte, gemessen an den Einwohnerzahlen, 2014 und 2015 den größten Mitgliederzuwachs im ganzen Bundesgebiet verbuchen, berichtete Kreisvorsitzender Horst Weise in Dorfen. Gut geplante, geführte Radltouren seien der Kern des ADFC. „Wir wollen Radfahren im Kreise netter Menschen“, beschrieb Weise den Club-Auftrag.

Die steigenden Mitgliederzahlen hatten auch Auswirken bis in den östlichen Landkreis. Von den über 400 Mitgliedern des ADFC-Erding kommen inzwischen rund 30 Freizeitradler auch aus Dorfen und Umgebung, berichtete Weise. Der Vorstand habe sich angesichts der Zahlen in die Isenstadt aufgemacht, um im Jakobmayer eine neue Ortsgruppe mit dem Namen Isental zu gründen. Die vielen Mitglieder aus dem Raum Dorfen, die zu den Tourenstarts erst nach Erding und zurück 50 Kilometer mehr fahren mussten, seien letztlich der Hintergrund für die neue Ortsgruppe gewesen. Weise plant aber schon weiter, mit der Gründung von Ortsgruppen in Taufkirchen und im Holzland.

Der Kreisvorsitzende konnte bei der Gründungsversammlung mit Alfred Dormeier aus Haus bei Eibach auch gleich einen Kandidaten für den Dorfener ADFC-Ortssprecher präsentieren. Von den zahlreichen interessierten Besuchern waren die meisten aus Dorfen und bereits ADFC-Mitglieder. Sie wählten Dormeier einstimmig zum Ortsgruppensprecher und Eberhard Kaupp als seinen Stellvertreter.

Dormeier und Kaupp sind bereits erfahrene Radler und Tourleiter. Achim Scheibe, 400. Mitglied im Erdinger ADFC, und ein paar weitere Mitgliedern wollen die Führung der Ortsgruppe „Isental“ als Tourleiter unterstützen. Für Tourleiter-Neulinge gibt es einen „Crash-Kurs“, damit der ADFC in Dorfen sofort beginnen könne, sagte Weise. Nächstes Jahr folge dann eine umfassende Ausbildung, auch mit Erste-Hilfe-Kurs. „Radfahren ist nicht gefährlich“, betonte der Kreisvorsitzende. Er habe in seiner jahrzehntelangen Funktion als Tourleiter „noch nie einen Blaulichteinsatz gebraucht“.

Noch heuer will Dormeier für die ADFC-Ortsgruppe geführte Radltouren vor allem in die Weiten des Isentals anbieten. Geplant sind vorerst flexible Startpunkte. Meist werde man in Dorfen losfahren, aber je nach Tour auch mal in Schwindkirchen, Lengdorf oder Isen.

Bereits in der Gründungsversammlung wurden Gefahrenpunkte in Dorfen angesprochen. Einerseits will man sich für den Ausbau des Radwegenetzes in Dorfen einsetzen und auch Sicherheitsprobleme ansprechen. Dormeier wolle dazu den Kontakt mit der Stadt suchen.

Georg Brandhuber etwa beschrieb den Übergang des Isen-Vilstal-Radlwegs an der Buchbacher Straße bei der „Halle“-Gastwirtschaft. Wegen der Unübersichtlichkeit sei das „die schlimmste Kreuzung, die es für Radlfahrer in Dorfen gibt“. Von dort sollte man keine Tour starten, empfahl er. Für eine sichere Nutzung des beliebten und stark genützten Radlwegs mit überörtlicher Bekanntheit sollte dort ein Tunnel für die Radfahrer gebaut werden. Das unterstütze auch Weise. Immer gefährlicher werde es auch an der B 15 Stadtdurchfahrt an der Duschl-Wiese. „Da hat mich schon ein Auto gestreift“, berichtete Brandhuber.

Rudi Oberpriller kritisierte die Stadt für ihre „mangelnde Verkehrspolitik“. Er gab 2. Bürgermeister Günther Drobilitsch und 3. Bürgermeisterin Doris Minet, die anwesend waren, mit: „In Dorfen geschieht im Prinzip gar nix“ – und das seit zehn Jahren.

Hermann Weingartner

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