„Raubullad“, heißt die erste CD von Julian Wittmann die er im Rahmen von zwei Konzerten im E3-Eiskeller vorstellte. Foto: Fischbeck

Julian Wittmann im E 3-Eiskeller

„Raubullad“ das Publikum begeistert

Dorfen - Mit seiner Art wirkt er wie der ganz junge Michael Mittermeier. Die Parallelen zwischen dem gebürtigen Dorfener Star-Comedian und dem Lengdorfer Nachwuchskabarettisten Julian Wittmann sind verblüffend.

Im E 3-Eiskeller hat Wittmann seine erste CD im Rahmen eines Doppelkonzerts vorgestellt. Schon Mittermaier hatte sich seinerzeit als kabarettistischer Liedermacher auf kleinen Bühnen im Umkreis versucht, ehe der „Michl“, quasi der Erfinder der deutschen Stand-Up-Comedy, die Gitarre beiseite legte. Die Gitarre steht bei Wittmann noch im Mittelpunkt, wenn er mit seinen Liedern entweder aus seinem Leben oder von Menschen erzählt, von denen er sich „absolut sicher“ ist, dass sie Spaß verstehen. All das bringt er mit seiner uroberbayerischen Art recht „preißen-unkommerziell“ auf die Bühne und so das noch ausschließlich bajuwarische Publikum zum Lachen, „weil a Preiß ohnehin nicht verstehen“ würde. So erzählt Wittmann, dass er immer, wenn er etwas Sport mache, sofort anschließend krank werde. Er habe ein Wundermittel gefunden, mit dem man seine Krankheit selbst kurieren könnte, mit Inhalieren: „Beim letzten Moi is ma aber so vui schlechter ganga, als überhaupts. Bis i dannad gspannt hob, dass i an oiden Butzkibe vo meiner Mama hergnomma hob“, erzählt der Künstler, der ganz allein auf der Bühne. Trotzdem erzählt er immer wieder vom imaginären Schlagzeuger und vom Trompeter, der ebenfalls nicht zu sehen ist. „I, mei Schlagzeuger und mei Trompeter, mia samma natürle ned alloa auf da Bühne. Normalerweise ist do immer no so a 80-köpfiges Orchester dabei. Dene hab i jetztad leider ganz vergessen Bescheid zum song. De sitzn jetz no dahoam in da Garasch.“

Nun müsse er den Job des Orchesters selbst erledigen. Er sei daher noch kurz vorher in Erding in ein Musikgeschäft gegangen und habe nach einem Instrument, einem Ersatz für das 80-köpfige Orchester gefragt „am Besten für unter fünf Euro, i mog ja ned mid am Minus aussa geh heid“. Der Verkäufer habe ihm eine Miniatur-Mundharmonika angeboten. „Und immer wenn i jetzad drauf spui, dann miassts Eich vorstoin, hinter mia ertönt a riesiges 80-köpfiges Orchester“, so der Student.

Die Premiere seiner ersten CD „Raubullad“ war ein voller Erfolg. Beide Veranstaltungen im E 3-Eiskeller waren mit je knapp 150 begeisterten Besuchern ausverkauft. Wittmann bedankte sich via Facebook bei seinem Publikum: „Zwoamoi ausverkaft. Zwoa saugeile Abende an denen i mei CD vorstelln hob derfa. An olle de wo do warn a fetts merce! Ihr seids da Wahnsinn“. 17 Stücke befinden sich auf der CD, die bei einem Liveauftritt 2015 in Lengdorf aufgenommen wurde.

Tobi Fischbeck

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