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Stellt im E 3 Dorfen seine erste eigene CD vor: Julian Wittmann, hier bei einem Konzert in Lengdorf. 

Erste Eigene CD

Da „Raubullad“ Wittmann

Dorfen - „Raubullad“ heißt die erste CD des Lengdorfer Liedermachers, Nachwuchskabarettisten und „Gaudiverbreiters“ Julian Wittmann. Bei zwei Release Konzerten im Dorfener E3 Eiskeller wird er sie am Donnerstag, 18. Februar, und Freitag, 19. Februar, vorstellen.

Beim „Omnd mit Julian Wittmann“ werden die Besucher die 17 Stücke zu hören bekommen, die Wittmann im September letzten Jahres bei einem Liveauftritt in Lengdorf aufgenommen hat. „In den Liedern dreht es sich um Sachen, die jedem von uns passieren können“, erklärt der Texter und Komponist, der die Alltagssituationen überspitzt und mit Absurdem garniert. Dass er dabei scheinbar Autobiografisches und Selbsterlebtes thematisiert, hängt damit zusammen, dass Wittmann nur von Dingen singen will, die sich auf seinen persönlichen Hintergrund als „Theaterwissenschaftsstudent, der Fußball spuit und a klumperts Auto hat“ beziehen. Auf die Füße treten will Wittmann mit seinen Liedern aber niemand: „Ich sing nur über Leute, wo ich mir absolut sicher bin, dass sie Spaß verstehen“.

Doch auch Selbstironie ist ihm nicht fremd, etwa wenn er die landläufigen Vorurteile gegenüber Studenten musikalisch aufgreift. „Dienstagabend fangen scho die Wochenendpartys an, do wo a jeder nackert rumrennt“, lässt er einen Studenten erzählen, der „mit 40 noch bei der Mamm dahoam wohnt“. Dabei ist Wittmann selbst alles andere als ein ewiger Student, im nächsten Semester will er seinen Bachelor in Theaterwissenschaft machen. Wie es danach weitergeht, kann der 23-Jährige nicht sagen, zu breit sind seine Interessen gestreut.

So macht macht ihm neben dem Musikkabarett Regiearbeit viel Spaß, im letzten Jahr hat er er für eine Studentenbühne ein Stück inszeniert. Gut möglich sei aber auch, sagt Wittmann, dass er sich doch noch an der Filmhochschule bewirbt oder Lehramt für Deutsch und Kunst studiert. „Ich stell mich breit auf, es wäre verkehrt zu sagen, ich mach nur noch Kabarett“, sagt er. Im Moment freilich ist er vor allem als Kabarettist gefragt, nach Dorfen wird er bei diversen Starkbierfesten auftreten. Geholfen habe ihm, dass er im letzten Jahr den Kabarett-Nachwuchspreis St. Prosper gewonnen hat und bei Sinnflut auftreten konnte. „Danach war bei jedem Auftritt einer dabei, der gesagt hat, du kannst auch bei uns spielen“, erzählt er.

Ein wichtiges Ereignis sei auch „die erste professionelle Theaterproduktion“ gewesen, bei er mitwirken konnte: Bei Winfried Freys Oktoberfestkomödie „Auf gehts“s beim Schichtl“ hat Wittmann mitgespielt und hat Frey als Regieassistent unterstützt. Mit Theaterspielen hat es beim Multitalent Julian Wittmann übrigens auch angefangen, als er bei der Kindergruppe des Theatervereins Isen dabei war. Zuletzt konnte man ihn vor zwei Jahre auf der Bühne des Jakobmaier-Saals in Dorfen bei einer Produktion der „Kunstfalle“ sehen. Beim Texten und Komponieren gehe er „naiv an die Sachen ran“, erzählt er. Oft habe er nur ein paar Takte eines Blues im Kopf, zu dem ihm dann der passende Text einfällt. „Das geht manchmal ganz schnell, dauert aber manchmal auch richtig lang“. Dass er jetzt seine CD veröffentlicht, freut ihn riesig: „So eine eigene CD ist schon etwas Cooles“.

Der Titel der CD, die als Digipack erscheint, ist für Nichtbayern erklärungsbedürftig. „Raubullad“, so erklärt Wittmann, sei zum einen eine Bezeichnung für jemand, der ungestüm und derb sei. Doch der Name beziehe sich selbstverständlich hauptsächlich auf die zweite Bedeutung, nämlich „ungezähmte, lockige Haarpracht“. Die ist neben frechen und frischen Liedern und seinem bairischem Mundwerk ein weiteres Markenzeichen des talentierten Lengdorfers.

Anne Huber

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