Anno dazumal war der Untere Markt in Dorfen der Platz für Viehmärkte. Seit 1684 veranstaltet, wurden diese in den 50er Jahren mangels Nachfrage eingestellt.

Gallimarkt

Rindviecher, Bauern und Verliebte

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Der größte Markt der Isenstadt steht vor der Tür: Der traditionsreiche Gallimarkt wird am Wochenende wieder für lebendiges Treiben in der Innenstadt sorgen. Tausende bummeln durch den Gallimarkt und kaufen ein. Doch warum er so heißt, wissen wohl die wenigsten. Wir beleuchten die geschichtlichen Hintergründe.

Dorfen – Auch wenn alteingesessenen Dorfenern die Frage gestellt wird, was der Hintergrund für den Gallimarkt ursprünglich war, gibt es fast ausschließlich Achselzucken. Und selbst im sehr aufschlussreichen Werk „Dorfener Land in Geschichtsbildern“ des Heimatforschers Pfarrer Josef Gammel findet man wenig über die Entstehung des bedeutendsten Dorfener Marktes, der jedes Jahr Tausende anlockt.

Namenspatron Heiliger Gallus

Fündig wird man aber im Stadtarchiv. Demnach wurde der Gallimarkt nach dem Heiligen Gallus benannt. Der Heilige Gallus war ein irischer Mönch, den es später in die Schweiz verschlagen hat. Er gilt als Patron der Hühner, Gänse und der Fieberkranken. Da es beim Gallimarkt anno dazumal auch einen großen Viehmarkt gab, ist es auch naheliegend, warum sich die Dorfener diesen Namenspatron für ihren größten Markt ausgesucht hatten.

Heute ist der Gallimarkt ein Warenmarkt mit gemischtem Angebot.

Schon vor Jahrhunderten hat sich der Gallimarkt zum bedeutendsten Dorfener Markt entwickelt. Die Hauptarbeit in der Landwirtschaft des Jahres war um diese Zeit erledigt, die Felder abgeerntet. Die Bauern und Dienstboten konnten sich eine Ruhepause gönnen. Damals wie heute war und ist der Gallimarkt ein kommunikativer Treffpunkt, an dem geratscht wird. Früher war das auch die Gelegenheit zum Anbandeln. Der Überlieferung nach wurde am Sonntag der Warenmarkt abgehalten und am Montag der Viehmarkt. Der Dienstag war Pferderennen vorbehalten.

Märkte sollen moderner werden

Seit dem Jahre 1331 hat Dorfen das verbriefte Recht, Märkte abzuhalten. Während früher wohl Gaukler und später der Viehmarkt die Attraktionen waren, sind es heute das Kinderkarussell, Motorsägen-Schnitzen oder der Flohmarkt. Auch wenn der Gallimarkt noch immer gut besucht wird, so geht das Interesse an den Warenmärkten insgesamt zurück. Daher will die Stadt das Erscheinungsbild der Märkte überarbeiten. Auch die Konzepte sollen auf den Prüfstand kommen und gemeinsam mit den Fieranten und den Innenstadtbetrieben erneuert werden. Denn die Märkte werden immer noch als ein wichtiger Baustein der innerstädtischen Attraktivität gesehen. Dessen Potenzial soll noch besser zur Entfaltung gebracht werden und damit die Bedeutung Dorfens als urbanes Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität untermauern werden.

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