Im Video schon fertig: In einer visuellen Animation zeigte die Bahn das Ergebnis des zweigleisigen Ausbaus. Im Bild ist der neue Dorfener Bahnhof zu sehen. Er wird nach Osten in Richtung Ziegelei Meindl (r.) verschoben. Foto: Renner

Bahnausbau

Die S-Bahn kommt, der Trog nicht

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Dorfen – Mit dem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing bekommt Dorfen einen S-Bahn-Anschluss. Das ist Bestandteil der Planung. Eine weitläufige Tieferlegung der Gleise in einen Trog wird es dagegen nicht geben.

Die Deutsche Bahn hat am Donnerstagabend bei einer eigens dafür anberaumten Bürgerversammlung im Jakobmayer-Saal ihre jetzt abgeschlossene Vorplanung im Bereich Dorfen zum zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing (ABS 38) vorgestellt. In Grundzügen handelt es sich um die Vorplanungsergebnisse, die von der Bahn bereits teilweise kommuniziert worden sind.

Die Bahnsteiganlagen des Dorfener Bahnhofs werden neu gebaut und um knapp 200 Meter in Richtung Kloster Moosen verschoben. Der Zugang zu den Bahnsteigen erfolgt über eine Unterführung. Er wird barrierefrei und verfügt über Rampen. Das Bahnhofsgebäude bleibt bestehen, ob es allerdings noch einen DB-Schalter geben wird, ist ungewiss.

Sämtliche Bahnübergänge werden im Zuge des Ausbaus beseitigt. Die Straßenführung erfolgt dann über Unter- und Überführungen. Die Bahngleise werden nur im Bereich des B 15-Bahnübergangs abgesenkt. Die Schienen werden dazu um 3,6 Meter in einen Trog gelegt. Die Bundesstraße wird um etwas mehr als vier Meter angehoben und führt über eine Brücke über die Gleise. In diesem Bereich werden die Gleise zudem um etwa 30 Meter Richtung Süden verschoben. Der insgesamt etwa 500 Meter lange Trog wird zwei Gleise aufnehmen. Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h sind dann auf der Bahnstrecke möglich.

Der Lärmschutz wird laut Klaus-Peter Zellmer, dem neuen Bereichs- und Projektleiter der ABS 38, durch Lärmschutzwände mit einer durchschnittlichen Höhe von vier Metern sichergestellt.

Für die Forderungen der Bürgerinitiative „Für einen Bahnausbau ohne Mauern und Schranken“ nach einer etwa 3,5 Kilometer langen Tieferlegung der Gleise in einen Trog, sieht der Bauingenieur keine Aussichten auf Erfolg. Die Bahn dürfe nur das realisieren, was wirtschaftlich sei. Die Finanzierung des Bahnausbaus erfolge durch die Bundesrepublik Deutschland. „Der Bund gibt die Spielregeln vor“, sagte Zellmer. Wenn Dorfen andere als die vorgestellten Lösungen wolle, müsse das entweder die Stadt selbst bezahlen oder aber jemanden suchen, der das bezahle.

Den Auftakt zu der nach der Planvorstellung gut zwei Stunden dauernden Diskussion über den Bahnausbau machte Günther Drobilitsch. Er forderte für Dorfen eine „optimale“ Lösung. Und die bestehe nicht in Lärmschutzwänden. „Die Stadt braucht den zweigleisigen Ausbau nicht“, konstatierte der Vizebürgermeister unter großem Beifall. Der im Vergleich zur Bürgerinitiative um fast 200 Millionen Euro höheren Kostenschätzung der Bahn für eine Troglösung misstraue er, sagte Drobilitsch. " Dorfen

Anton Renner

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