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Meister an der Gitarre: Roberto Aussel im Jakobmayer. F.

Saitenfestival

Meisterlicher Start

Mit dem „Meisterkonzert“ des in Köln lebenden Professors für klassische Gitarre, Roberto Aussel, startete am Wochenende das zweiwöchige Saitenfestival im Jakobmayer.

Dorfen – Virtuos begann das erste Dorfener Saitenfestival im Jakobmayersaal mit dem international bekannten Meister der klassischen Gitarre, Roberto Aussel. Mit einem abwechslungsreichen Programm aus klassischen Stücken in der ersten Hälfte und südamerikanischen Kompositionen in der zweiten, beeindruckte der Argentinier durch feinstes Gespür für Nuancen.

Chronologisch begann Roberto Aussel mit einer ganzen Suite des barocken Lautenisten Silvius Leopold Weiss. Die Abfolge von sechs Schreittänzen begann mit einer Entrée in zarten, warmen Harmonien. Auf die Courante im Drei-Viertel-Takt und eine elegante Sarabande folgte ein beschwingtes Menuett, die Musette verströmte eine heitere Leichtigkeit. Nach der abschließenden Paysane, wörtlich ein Bauerntanz, zeigte sich das zahlreiche Publikum mit langem Applaus begeistert von Aussels gefühlvoller Darbietung.

Von Anfang an sehr lebendig und im Verlauf immer mehr an Fahrt aufnehmend interpretierte der 63-jährige Professor für klassische Gitarre die erste von drei Sonaten des italienischen Komponisten Domenico Scarlatti. Die zweite vorgetragene Sonate des im 18. Jahrhundert wirkenden Musikers riss mit einer raschen, springenden Melodie mit, die in Höhen kletterte, aus der sie dann wieder zurücktaumelte. Kontrastreiche Tempowechsel und Aussels wirkungsvolle Variation der Lautstärke prägten die dritte Sonate, mit der der klassische Teil des Konzertes abschloss.

Darauf folgte die Romance del Pescador und die Danza del Corregidor des Spaniers Manuel de Falla. Mit dem Tango Opus 7 von Enrique Nuñez, zwischen Zufriedenheit und Melancholie schwankend, brachte Aussel dann die Musik seiner Heimat nach Dorfen. Dabei durften Stücke seines argentinischen Landsmannes Astor Piazzolla nicht fehlen, der Bandoneon-Spieler hatte auch für Gitarre komponiert. In sich versunken spielte Aussel „El Gordo Triste“ und „Jacinto Chiclana“, wobei er die Gitarre auch für perkussive Elemente nutzte.

Weitere Konzerte

im Rahmen des Saitenfestivals: Das Javier Conde Flamenco Quartett wird am Freitag, 8. Juni, südspanisches Flair auf die Bühne des Jakobmayersaales bringen. Mitorganisator Daniel Marx, ehemaliger Schüler von Roberto Aussel und Lokalmatador, stellt tagsdrauf seine erste CD „The Italian Recital“ mit einem Konzert vor. Schon am Vormittag bietet Gitarrist Conde einen Workshop an. Mit afrikanischer Weltmusik, gespielt von Adjiri Odametey, endet das Festival am Samstag, 16. Juni. 

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