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Startschuss für den S-Bahn-Ringschluss: Zwischen dem Vorfeld Ost des Flughafens und Schwaigerloh wurde der Oberboden für den Tunnel bereits abgetragen

Schienenausbau rund um den Flughafen

S-Bahn-Ringschluss: Bau hat begonnen

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Bimmelbahn statt Schnellzug: Die Schienenausbauprojekte rund um den Flughafen kommen nur langsam voran. Immerhin: Die Planungen für Ausbau der Strecke München–Mühldorf und Walpertskirchener Spange sind weitgehend abgeschlossen. Und: Der Ringschluss ist im Bau.

Flughafen - Es ist nicht so, dass bei den Infrastrukturprojekten trotz jahrzehntelangen Vorgeplänkels gar nichts vorankommt: Die Neufahrner Kurve im Westen mit Regionalzuganschluss nach Freising, Landshut und Regensburg geht zum Fahrplanwechsel im Dezember in Betrieb. Der Flughafen hat mit dem Bau des Ringschlusses im Osten begonnen: Zwischen dem Vorfeld Ost und Schwaigerloh wird gerade der Oberboden für den S-Bahn-Tunnel abgetragen.

Dass das erst der Anfang der Ertüchtigung des Schienennetzes vor allem nach Südostbayern ist, machte gestern die Initiative Airport-Bahn Südostbayern bei einer Pressekonferenz am Flughafen deutlich. Thomas Graf von der für die Planung zuständigen Autobahndirektion Südbayern erklärte, bei der Walpertskirchener Spange als Regionalbahnanbindung zwischen Erding und der Achse München–Mühldorf „ist die Generalplanung fertig. Sie wird gegenseitig geprüft“. Graf rechnet mit dem Antrag auf Planfeststellungsverfahren im dritten Quartal 2018.

Zum Ringschluss-Abschnitt zwischen Flughafen und Erding-Nord erklärte er: „Es kann sich nur noch um wenige Monate handeln, bis der Planfeststellungsbeschluss vorliegt.“

Bis Juni 2018 rechnet er damit, dass die Deutsche Bahn beim Eisenbahnbundesamt das Genehmigungsverfahren für den Trassenverlauf durch die Stadt Erding beantragt.

Dies ist für die 2015 von Landkreisen, Städten und Wirtschaftsverbänden gegründete Initiative Airport-Bahn eine gute Gelegenheit, ihren Forderungen an Bund und Land nach einem zügigen Netzausbau neuen Druck zu verleihen.

Deren Sprecher, Georg Huber, Landrat in Mühldorf/Inn. Er sagte, komme man hier voran, könne die Region auch der Stadt München bei der Bewältigung ihrer strukturellen Probleme helfen. Das Bündnis kämpft um den durchgängigen zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Markt Schwaben–Ampfing–Tüßling–Freilassing–Salzburg, die Verstromung der Verbindung Tüßling–Burghausen, Bau von Walpertskirchener Spange und S-Bahn-Ringschluss bis Erding sowie die viergleisige Erweiterung zwischen Markt Schwaben und München-Ost.

Huber verwies auf den prosperierenden Wirtschaftsraum in Südostbayern mit dem Chemiedreieck. „Wir erwarten hier weiteres Wachstum. Daraus resultierten hunderte neue Pendler jedes Jahr, die sowohl die überlasteten Straßen sowie Bahnstrecken weiter strapazierten.

Zudem wies der Mühldorfer Landrat darauf hin, dass sich die Landeshauptstadt nur noch nach Osten ausdehnen könne. „Wir stellen Bauland zur Verfügung, aber dazu brauchen wir eine bessere Schienenanbindung.“ Die Elektrifizierung sei ein Muss – schon wegen der Feinstaubbelastung.

Klaus Peter Zellmer von der Deutschen Bahn erklärte, man habe das Teilstück zwischen Markt Schwaben und Ampfing in sieben Planfeststellungsabschnitte aufgeteilt, um schneller voranzukommen. Ende 2018/Anfang 2019 sollen die ersten ins Genehmigungsverfahren gehen. Zwischen Ampfing und Tüßling werde das zweite Gleis bereits genutzt, ebenso ein drittes Gleis in Freilassing.

Zellmer wies aber auf Widerstände hin, vor allem in Dorfen. Wörth, Heldenstein und Weidenbach. „Sie verzögern das Vorankommen.“ Zu den Alternativplanungen in Dorfen sagte er: „Die Zahlen von Vieregg/Schüßler müssen wir erst verifizieren. Da glaube ich erst mal nichts.“

Die Forderungen des Chemiedreiecks mit zehn Milliarden Euro Umsatz und insgesamt 70 000 Arbeitsplätzen vertrat Georg Häckl. Er kündigte an, dass der Güterverkehr weiter zunehmen werde. „Nicht nur deswegen ist es uns ein Anliegen, mehr Güter auf die Schiene zu bekommen.“ Hinzu komme, dass künftig die Waggons nach Triest und nicht länger nach Antwerpen fahren könnten. „Das verkürzt die Transportwege erheblich.“

Als Fürsprecher traten auch FMG-Chef Michael Kerkloh und Stephan Sellmaier (Lufthansa) auf. 35 000 Menschen arbeiteten derzeit am Campus, pro Jahr würden es mehrere hundert mehr. „Wir wollen, dass sie, aber auch Passagiere auf die Bahn umsteigen, und so den Individualverkehr eindämmen“, so Kerkloh. Auch das sei ein Beitrag zum Klimaschutz.

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