+
Wie soll es aussehen? Keine Vorstellung konnte sich der Bauausschuss machen, wie sich der geplante Umbau dieses Hauses mit Anbau aufs Stadtbild auswirken wird.

Bauausschuss Dorfen

Schlechte Planung, keine Genehmigung

Eigentlich wird Nachverdichtung in Dorfens Innenstadt von Stadtrat und Bauausschuss befürwortet. Dennoch wurde einem Bauvorhaben im Altstadtkern das Einvernehmen verweigert, weil erneut keine aussagekräftige Visualisierung vorgelegt wurde.

Dorfen – Der Dorfener Bauausschuss hatte sich bereits in der Mai-Sitzung mit dem entsprechenden Vorbescheidsantrag für ein Bauvorhaben im Altstadtkern befasst. Danach soll am südöstlichen Ende des Unteren Markts ein bestehendes Wohn- und Geschäftsgebäude umgebaut und an der Rückseite ein höherer Anbau als das Hauptgebäude erstellt werden.

Ein Beschluss war zurückgestellt worden. Der Bauausschuss konnte sich mit dem vorgelegten Plan kein Bild machen, wie und ob sich Dachform und Höhenentwicklung des Anbaus städtebaulich verträglich in die Umgebung einfügen. Der Bauwerber sollte zur besseren Entscheidungsfindung eine „Visualisierung“ vorlegen, hatte Heiner Müller-Ermann (SPD) betragt.

Nun wurde der Vorbescheidsantrag mit der geforderten Visualisierung des Gebäudes mit dem geplanten Anbau von Bauamtsleiter Franz Wandinger in der Ausschusssitzung vorgestellt. Es gab drei Varianten. Städteplanerin Martina Schneider habe zwei davon „aus fachlicher Sicht kritisch“ beurteilt, weil der Anbau vom Marktplatz aus wohl zu deutlich zu sehen sei und sich so nicht ins Stadtbild einfüge. Immerhin eine der Varianten des Anbaus wäre vorstellbar gewesen.

Das Problem, der Bauausschuss hatte eigens eine aussagekräftige Visualisierung verlangt, die das Bauprojekt klar in seiner Umgebung räumlich darstellt. Der Bauwerber legte aber eine dilettantische, unprofessionelle Plandarstellung vor, die sich in keiner Weise als Entscheidungshilfe eignete, war sich der Bauausschuss einig. „Ich bin enttäuscht. Das ist nicht schön gemacht“, sagte Ulli Frank-Mayer (GAL). „Ganz wenig bemüht“, wie der Antragsteller für sein Bauvorhaben werbe, fand Michael Oberhofer (CSU) und schob nach: „Einfach schwach.“ Die Visualisierung sei „nicht besonders aussagekräftig“, meinte auch Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) noch höflich. Einfach zustimmen und die Entscheidung der Baubehörde überlassen sollte der Ausschuss aber nicht, meinte er. Die Planung sei „nicht ausreichend“. Da müsse man eine Meinung haben „und auch mal unpopuläre Entscheidungen treffen“.

Müller-Ermann betonte, er sei, wie der Bauausschuss, auch nicht grundsätzlich gegen das Vorhaben, finde aber „alle drei Varianten nicht gut“. Die neuerliche Planvorstellung sei „grob und ohne jede Bemühung“. Man bekomme den Eindruck da fehle Herzblut für das eigene Vorhaben. Damit habe der Antragsteller nicht der „dringenden Bitte des Bauausschusses entsprochen“.

Das Bauvorhaben liegt im Sanierungsgebiet der Stadt, hatte Wandinger zuvor erklärt. Baurechtlich unterliege es Paragraf 34 Baugesetzbuch, was bedeute, „es gilt das städtebauliche Einfügegebot in die Umgebungsbebauung“. Im Erdgeschoss ist die Erweiterung des bestehenden Versicherungsbüros geplant. In den Obergeschossen eins bis drei sollen Wohnungen entstehen.

Mit 7:4 Stimmen wurde dem Bauvorbescheidsantrag das Einvernehmen verweigert. Das sei aber „kein Nein“, fasste Oberhofer die Stimmung im Bauausschuss zusammen. Wandinger wertete den Beschluss als Signal für den Antragsteller, die Planung zu überarbeiten und dann am besten neu einreichen mit einer Plan-Visualisierung, die dem Bauausschuss dann auch tatsächlich eine entsprechende städtebauliche Beurteilung ermögliche.

Hermann Weingartner

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Hilferuf des Tierschutzvereins
Immer mehr Tiere, hohe Arztrechnungen, geringe finanzielle Mittel - der Tierschutzverein Landkreis Erding ist an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Die Organisation …
Hilferuf des Tierschutzvereins
Randalierer am Bahnhof
Vandalismus an Bahnhof von St. Koloman und am Radweg nach Wifling sorgt für große Verärgerung.
Randalierer am Bahnhof
Stadtkapelle bläst nun in der Oberstufe
Mit 44 Musikern trat die Stadtkapelle zum ersten Mal bei einem Wertungsspiel in der Oberstufe in Mengkofen an und fuhr mit 89 von 100 Punkten den Tagessieg ein.
Stadtkapelle bläst nun in der Oberstufe
Zwei junge Talente und viele alte Hasen
Zum vierten Mal hat der Lions Club Erding ein Benefizkonzert veranstaltet. Das musikalische Programm stellte die Kreismusikschule zusammen. Zwei junge Talente waren die …
Zwei junge Talente und viele alte Hasen

Kommentare