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Die Flüchtlingshelfer hatten einfach nur um Radl-Spenden gebeten - und ernten den blanken Hass.

Nach harmlosen Spendenaufruf

„Werdet massakriert!“: Dorfener Flüchtlingshelfer werden bedroht

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Die Drohungen gegen die Dorfener Flüchtlingshilfe nehmen unfassbare Dimensionen an. Wegen einer Bitte um Radl-Spenden werden nun Hass-Mails geschickt. Der Vorsitzende hat die Polizei informiert. 

Dorfen - Ein simpler Aufruf, für in Dorfen lebende Flüchtlinge gebrauchte Fahrräder zu spenden, hat im Internet heftige Reaktion hervorgerufen. Der Spendenaufruf wurde in die Dorfen-Gruppe auf Facebook und zwei andere Gruppen-Seiten gepostet.

Die Reaktion darauf war unerwartet: Binnen weniger Stunden kommentierten hunderte Nutzer die Posts – in vielen Fällen rassistisch und hetzerisch. Ein entsprechender Bericht der Heimatzeitung wurde auf dem Portal merkur.de ebenfalls heftig kommentiert. Jetzt hat die Diskussion einen neuen Höhepunkt erreicht: Die Flüchtlingshilfe Dorfen hat eine Hass-Mail erhalten.

„Scheiß-Asylantenpack! Und die Schlepper und Schlepperhelfer – ALSO IHR ! – werdet massakriert wenn das so weitergeht“, wird gedroht. Der Absender „Nomen Nescio“ ist ein Fake-Name. Der Server, über dem die Mail verschickt wurde, steht in Amsterdam. Registriert ist die Domain „dizum.com“ auf „Sabotage.org“.

Vorsitzender Wirtz: Wir werden weitermachen!

Adalbert Wirtz, der Vorsitzende der Flüchtlingshilfe Dorfen, hat keine Angst.

Adalbert Wirtz, der Vorsitzende der Flüchtlingshilfe, ist wegen der Mail schon etwas verunsichert, von Angst könne aber keine Rede sein. „Wir leben jetzt halt ein bisschen gefährlicher, wir werden aber weiter machen“, sagte er in einer ersten Reaktion unserer Zeitung. 

Wirtz hat die Polizei informiert. Obwohl die Arbeit der Flüchtlingshelfer in Dorfen bisher ohne größere Zwischenfälle verlaufen ist, hat Wirtz mit solchen Auswirkungen gerechnet. 

Immer mehr rechte Wirrköpfe trauten sich „aus ihren Höhlen“. Wirtz ist überzeugt: Derjenige, der die Mail versandt hat, lebt nicht in Dorfen. Denn die Arbeit der Flüchtlingshilfe in der Stadt stoße bei einem Großteil der Bevölkerung auf „gute Resoanz“. Die in der Flüchtlingshilfe engagierten Ehrenamtlichen hat Wirtz über den Vorfall informiert. Er rät: „Das müssen wir durchstehen. Wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen.“

Solche Droh-Mails halten sich laut Gerhard Karl, Leiter Staatsschutz bei der Kripo Erding, noch in Grenzen. Das liege auch daran, dass aufgrund des guten Arbeitslage im Großraum München der Sozialneid noch nicht so ausgeprägt sei. Die Ermittlungen in solchen Fällen gestalteten sich schwierig, da die Server entsprechend abgeschottet seien. Aber ermittelt werde in jedem Fall.

Einen Kommentar zum ersten Bericht lesen Sie hier

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