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Die stationäre Schmerztherapie vorgestellt haben (v. l.) Prof. Dr. Magdolna Hornyak, Leiterin der Abteilung Schmerztherapie, Bürgermeister Heinz Grundner, Landrat Martin Bayerstorfer, Klinik-Vorstand Sándor Mohásci, der Chefarzt der Klinik Dorfen, Dr. Ludwig Rudolf, Leidender Oberarzt Ullrich Exner und Pflegeleiterin Susanne Holzner. 

Stationäre Therapie

Schmerzpatienten können auf Klinik Dorfen hoffen

Dorfen – Seit Mai gibt es am Klinikum des Landkreises Erding eine Tagesklinik für interdisziplinäre Schmerztherapie. Zur Ergänzung des medizinischen Fachangebotes wird Mitte Oktober nun in der Klinik Dorfen zusätzlich eine stationäre Schmerztherapie mit zehn Betten und zwei Plätzen für Intensivfälle eröffnet.

Im Landkreis leiden etwa 13 000 Menschen an chronischen Schmerzen, wovon bei bis zu zwanzig Prozent eine Behandlung in einer spezialisierten Einrichtung erforderlich sei, berichtete Prof. Dr. Magdolna Hornyak, Leiterin der Abteilung Schmerztherapie, bei einem Pressegespräch in der Dorfener Klinik. Neben der ambulanten Schmerztherapie bestehe auch der Bedarf eines stationären Behandlungsangebots. Die Klinik Dorfen sei dafür „hervorragend geeignet“. Die Einrichtung sei nicht für Patienten mit tumorbedingten Schmerzen, betonte Hornyak. Die multimodale Schmerztherapie von chronischen Schmerzen gehe auf die verschiedenen Teilaspekte der Schmerzerkrankung ein und beinhalte die Behandlung in einem interdisziplinären Team aus speziell ausgebildeten Fachärzten, Psychologen, Physio- und Ergotherapeuten. Die Einrichtung sei vorwiegend für Patienten, die nachts eine besondere Pflege bräuchten und sich möglicherweise nicht selbst versorgen könnten, gebrechlich seien und eine intensive medikamentöse Einstellung benötigten.

Klinik-Vorstand Sándor Mohásci sagte, das nötige Personal für die stationäre Abteilung stehe zur Verfügung. Wenn in Dorfen letzte Arbeiten erledigt seien, gehe es los. Nach ersten Erfahrungen solle dann nächstes Jahr „nachjustiert“ werden.

Landrat Martin Bayerstorfer betonte, dass mit der stationären Schmerztherapie für „das Dorfener Haus“ eine sinnvolle Nachnutzung der freigeworden Räume und Betten gefunden wurde. Bekanntlich wurde die Kurzzeitpflege eingestellt. Bisher habe es im Landkreis keine Möglichkeit für eine derartige Therapieform gegeben. Zudem werde der Standort Dorfen weiter entwickelt und im Bestand gestärkt.

Das sah Bürgermeister Heinz Grundner ähnlich. Die stationäre Abteilung sei „sehr erfreulichen“ zur Sicherung des Klinikstandorts Dorfen und die medizinische Versorgung der Bevölkerung der Region. Kleine Häuser hätten wenig Chancen wirtschaftlich zu bestehen. Sich mit verschiedenen Fachbereichen auf Nischen zu konzentrieren und damit hervorragenden Service zu bieten, sei die erfolgreiche Strategie des Landkreis Klinikums für das Dorfens Krankenhaus.

Hermann Weingartner

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