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Hiobsbotschaft: Architekt Norbert Diezinger kalkuliert den Rathausneubau auf 7,8Millionen Euro.

Kostensteigerung über 40 Prozent

Schock: Rathaus kostet 7,8 Millionen Euro

Dorfen - Kostenschock noch vor Baubeginn: Das neue Dorfener Rathaus wird insgesamt fast acht Millionen Euro kosten. Bisher wurden von der Stadt immer nur die reinen Baukosten in Höhe von 5,4 Millionen Euro genannt.

Bei der Präsentation seiner Vorentwurfsplanung für das neue Dorfener Rathaus im Stadtrat sorgte Architekt Norbert Diezinger am Mittwochabend für einen Schock. Der Neubau wird rund 7,8 Millionen Euro kosten. Bisher war man immer von einer Bausumme von rund 5,4 Millionen Euro ausgegangen. Die urplötzliche Kostenmehrung von über 40 Prozent muss aber geschluckt werden, weil vor allem die eklatante Raumnot im Rathaus dringend zu beseitigen ist. Es sind allerdings auch staatliche Zuschüsse zu erwarten.

„Warum jetzt so viel teuer, ich bin überrascht“, fragte Vizebürgermeister Günther Drobilitsch (GEM). „Ich bin eher platt“, gestand Uli Frank-Mayer (GAL). Die Frage war, warum im Rahmen des Architektenwettbewerbs immer nur 5,4 Millionen Euro genannt wurden. Diezinger klärte auf, dass im Wettbewerb nur die Kosten für das reine Bauwerk herangezogen wurden. Und da sei man von 5,4 Millionen Euro nicht weit weg. Erst nach den Erkenntnissen der Vorplanung könne man jetzt seriös das Gesamtprojekt genauer betrachten. Alleine die Baunebenkosten schlagen demnach mit 1,3 Millionen Euro zu Buche, der Abbruch des bestehenden Gebäudes kostet rund 500 000 Euro und die Gebäudetechnik weitere 1,3 Millionen Euro.

Wegen der Bodenverhältnisse ist laut Diezinger der Einbau von 75 Gründungspfählen nötig. Dazu seien nachträglich in der Planung Raumreserven für künftige Büroflächen geschaffen worden. Diezinger versicherte, beim Architekten-Honorar werden „die Mindestsätze“ angesetzt. „Wir werden nix beschönigen und reale Zahlen vorlegen“, betonte der Architekt. Als Basis für die „erste Kostenhochrechnung“ liegen der aktuelle Baukostenindex und Erfahrungswerte des Büros zugrunde.

Kosteneinsparungen wären nur durch Reduzierung des Bauvolumens möglich. Doch genau das will die Stadt nicht, denn das neue Rathaus soll ja nicht gleich wieder zu klein sein. „Wo wir nicht sparen können, ist beim Bauvolumen“, sagte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU). Er forderte dennoch, dass beim Bau eine strikte Kostendisziplin eingehalten wird.

Streit um Höhe des Energiestandards

Während der Debatte löste Gerald Forstmaier (GAL) einen teils heftigen Streit um den Energieeinsparstandard für das Gebäude aus. Der Umweltreferent wollte höhere Einsparungen, als angesetzt. Derzeit ist ein Standard nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) minus 30 Prozent geplant. Der Planer sollte eine „optimale Lösung“ zwischen ökologischer und ökonomischer Betrachtung numerisch darstellen, beantragte Forstmaier. Der Antrag wurde mit 15:9 Stimmen abgelehnt.

Zuvor hatte es eine kontroverse Debatte geben. Diezinger erklärte, der vorgesehehene Wert sei „ein sehr, sehr guter Standard“. Bei noch höheren Einsparungen müsse man mit 20 bis 25 Prozent Kostenmehrung rechnen, weil dies tief in die Planung eingreife.

Stadtchef Grundner forderte, man sollte „nicht bis zum Exzess dämmen“. Es sei leicht zu fordern, wenn man die Kosten nicht aus eigener Tasche finanzieren müsse, sagte dazu auch Josef Wagenlechner (TEG). Er hielt es nicht für sinnvoll, die Kosten extrem in die Höhe zu treiben, nur damit man dann eine Plakette für den besten Energieeinsparstandard bekomme. Gegen die Stimmen von Mayer und Dorette Sprengel (GAL) wurde am Ende beschlossen, dass auf der bisherigen Basis weiter geplant wird.

Hermann Weingartner

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