Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter
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Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter

(BE)MERKENSWERTES DER WOCHE

Kommentar: Der richtige Schritt zur Innenstadt der Zukunft

  • vonTimo Aichele
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Die Tagespflege im Herzen von Dorfen ist genau das richtige Angebot, um die Innenstadt zukunftssicher aufzustellen. Unser Kommentar.

Landauf landab kämpfen Innenstädte gegen den Leerstand an. Man kann es bedauern, aber die Anziehungskraft kleinerer Zentren hat einfach nachgelassen. Die Menschen sind erstens noch mobiler als vor 20 Jahren. Viele leben nach dem Motto: Warum nicht gleich nach München oder gar Salzburg zum Shoppen fahren?

Zweitens entwickelt sich das Internet immer mehr zur Konkurrenz von Einzelhandel und Unterhaltungsbranche. Und drittens zeigt uns gerade die Corona-Pandemie auf, dass vor kurzem noch undenkbare Herausforderungen Wirtschaft und Gesellschaft treffen können.

Die klassische, aufs Gewerbe fokussierte Innenstadtförderung bleibt da weiter wichtig. Stadt Dorfen und der Förderkreis arbeiten hier vorbildlich zusammen. Und ein Kulturzentrum wie der Jakobmayer in zentraler Lage –inklusive modernem Kino, mit diesem Flair und Parkplätzen vor der Tür – ist ein Riesenglücksfall. Getrieben vom Glück der Tüchtigen.

Dennoch wäre für Objekte wie das ehemalige Kaufhaus Schmederer in einem solchen Geschäfts- und Wirtschaftsförderungsumfeld nicht unbedingt eine Lösung in Sicht. Solche Häuser verkommen nicht selten zu Dauer-Bauruinen.

Die Initiative von Investor Georg Scharl und BRK kommt da gerade zur rechten Zeit und zeigt einen guten Weg in die Zukunft auf. Maximales Entgegenkommen der Politik ist hier an sich richtig. Ob aber acht Stellplätze tatsächlich dauerhaft wegfallen müssen? Ein Parkverbot zu den Geschäftszeiten hätte da absolut gereicht. Denn am Wochenende, wenn am Kirchtorplatz kein Hol- und Bringverkehr ist, steht dann eine als Lieferzone gepflasterte Fläche leer. Das hat keinen Nutzen und auch keinen ästhetischen Mehrwert.

Doch angesichts der zukunftsweisenden Chancen dieses Projekts sind das Details. Die geplante Tagespflege mit Gesundheitszentrum, Betreutem Wohnen und integrativem Café belebt die Innenstadt – direkt und auch indirekt als Frequenzbringer für Gastronomie und Handel. Der Bedarf an solchen Einrichtungen wird steigen. Und die attraktive Altstadtlage wird ihrer gesellschaftlichen Bedeutung mehr als gerecht. Da können andere Städte nur von Dorfen lernen.

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