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Das KAG steht vor einer Erweiterung – ebenso das AFG. Auch deshalb sei ein viertes Gymnasium im Landkreis unnötig, so die CSU.

Schülerzahlen sinken seit Jahren

CSU: Kein Bedarf für viertes Gymnasium

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Die FDP fordert zwar immer wieder ein Gymnasium in Wartenberg, für die CSU gibt es hierzu aber keinen Bedarf – die Schülerzahlen sinken seit Jahren.

Erding – Die CSU sieht im Landkreis Erding kein Bedarf für ein viertes Gymnasium. Das fordert immer wieder die FDP, und zwar am Standort Wartenberg. „Die Realität spricht eine andere Sprache“, erklärt Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Martin Bayerstorfer. „Ich schließe nichts aus, aber es sieht nicht nach einem neuen Standort aus.“ Schon gar nicht dürfe man den Fehler machen, mit einem weiteren Gymnasium ein anderes zu gefährden. Dabei blickt Bayerstorfer vor allem in den Landkreis-Osten.

Drei Gymnasien gibt es im Landkreis: das Anne-Frank- (AFG) und das Korbinian-Aigner-Gymnasium (KAG) in Erding sowie das Gymnasium Dorfen. 2011 verzeichneten diese mit 3833 Schülern einen Rekordbesuch. Seither sind die Zahlen nach einer Aufstellung des Landratsamtes kontinuierlich auf 2974 im soeben zu Ende gegangenen Schuljahr gesunken.

Schülerzahl am Anne-Frank-Gymnasium am konstantesten

Die Entwicklung verläuft der unserer Zeitung vorliegenden Statistik nicht überall gleich. Am drastischsten ist der Abwärtstrend am Gymnasium Dorfen. Im Spitzenjahr 2010/11 waren es 1372 Jugendliche, zuletzt nur noch 747. Am konstantesten sind die Zahlen am KAG, das zuletzt immer um die 1200 Schüler aufwies, zuletzt 1160. Am AFG ist sogar ein Umschwung eingetreten: Nach 995 Schülern in 2018/19 waren es zuletzt 1067.

Nach den Sommerferien muss sich das AFG auf den stärksten Zulauf an Fünftklässlern einstellen: 176 verbindliche Anmeldungen liegen vor, damit dürfte die Gesamtschülerzahl noch einmal leicht steigen. Am KAG sind es 136 Anmeldungen, in Dorfen 122. Abweichungen wird es hier noch geben.

Bevorstehende Erweiterungen an beiden Erdinger Gymnasien

Diese Zahlen rechtfertigen für Bayerstorfer keinen zusätzlichen Standort. Bei diesen Überlegungen hat er die Rückkehr des G9 vor zwei Schuljahren bereits eingepreist. Er verweist auf die unmittelbar bevorstehende Erweiterung des KAG um eine Mensa und acht Klassenzimmer. „Damit stehen uns mehr Räume zur Verfügung als zur Hochphase.“

Ähnlich sehe es am AFG aus. Bayerstorfer bekräftigt, dass er in Sachen Dreifachhalle nun Tempo machen wolle, nachdem die Regierung von Oberbayern signalisiert hat, dass sich die Stadt Erding doch an den Investitionskosten beteiligen dürfe, ohne dass dem Kreis dafür der Staatszuschuss in gleicher Höhe gekürzt wird. Dabei sollen auch Klassen- und Funktionsräume entstehen.

Auch kein Bedarf für eine weitere Realschule

Auch an den vier Realschulen im Landkreis – zwei in Erding und je eine in Oberding und Taufkirchen – macht sich der Geburtenrückgang bemerkbar. Vor neun Jahren lag der Höchststand bei 3256 Kindern, nun waren es 2917. Bei dieser Schulart verlief der Rückgang aber nicht linear. Zum neuen Schuljahr haben sich 411 Schüler angemeldet.

Die Frage nach einem fünften Standort stellt sich nicht, nachdem erst zum Schuljahr 2012/13 die Realschule Oberding ihren Betrieb aufgenommen hat. Der Gründungsjahrgang hat die Schule, die mit 40 Mädchen und Buben gestartet war, bereits verlassen.

Hans Moritz

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