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Mit Mut und jeder Menge Motivation: Andreas Schweiger setzt seinen Traum um, sein eigenes Bier zu brauen.

Neue Brauerei in Dorfen

Schweigers Bier aus dem Keller

Dorfen war und ist auch eine Stadt der Biere. Immerhin gibt es heute noch zwei Brauereien im Stadtbereich – und eine weitere kommt demnächst noch dazu: der Kellerbräu Dorfen.

Dorfen – Kleine Brauereien sind voll im Trend und entstehen überall im Land. Meist sind es Privatleute, Braumeister oder Brauer, die sich selbstständig machen und ihr eigenes Bier sieden, fernab der Industriebiere von Großkonzernen.

Dazu gehört jetzt auch der Dorfener Andreas Schweiger, der sich diesen Lebenstraum erfüllt, wie er der Heimatzeitung bei einer ersten Brauerei-Besichtigung erzählt. „Kellerbräu“ deshalb, weil sich seine Braustätte im Keller unter der „Getränkeoase“ seines Vaters Andi Schweiger befindet, direkt an Dorfens Angermaier-Kreuzung (B 15).

Andreas Schweiger jun. ist gelernter Brauer, hat sein Handwerk bei der Dorfener Familienbrauerei Bachmayer gründlich erlernt und sammelte dann fast sechs Jahre Erfahrung beim Bräu z’Loh. Dort hat er gekündigt und ist nun vorerst noch „Nebenerwerbsbrauer“. Es sei ein Wandel in der Brauereiszene zu sehen, erklärt Schweiger. Es entstünden kleine Brauereinen, die ihr Bier noch rein handwerklich herstellen. „Das hat mich schon länger interessiert“, sagt 25-Jährige zu seiner Motivation, selbst eine Brauerei zu gründen.

Er spricht auch über die Craft-Biere, die von „fantasievollen und risikobereiten Neugründer“ kreiert werden. Die Sorten sind meist geschmacksintensiv und in Handwerkskunst gebraut. Die Biere verkaufen sich bestens. „Craft“ bedeutet so viel wie „Handwerk“. Man kann aber auch „Kraftbier“ verstehen, das ist auch nicht ganz verkehrt.

Auch Neu-Brauer Schweiger will erst mal „experimentieren“ bei der Umsetzung seines Traums, selbst Bier herzustellen. Die Sache geht er sehr professionell an. Der große Keller unter dem Getränkemarkt an der Jahnstraße reicht erst mal völlig aus für die geplante Produktion von zehn Hektolitern (100 Tragl) pro Sud. In der Kellerbrauerei ist alles eingerichtet wie in einer professionellen Brauerei, nur kleiner halt. Die technische Ausrüstung ist vollständig, von der Sudpfanne über Läuterbottich, Whirlpool, Enthärtungsanlage und Dampferzeuger bis zum Flaschenfüller, Kronkorker und Etikettenaufkleber. Die Anlage hat sich Schweiger zusammengekauft, oft aus Betriebsaufgaben, wie erst kürzlich mehrere Lagertanks mit Kühlung.

Der erste Sud ist fertig und reift jetzt in den Edelstahltanks. In den Verkauf geht Schweiger aber noch nicht. Er will erst noch probieren und testen. Das Malz kommt vom Schweigerbräu aus Markt Schwaben, der Hopfen aus der Hallertau. Als Erstes wird es ein nicht zu herbes „Zwicklbier“ geben (unfiltriertes Helles), dann ein Braunbier, das mit seinem Geschmack zwischen Märzen und Dunkel liegt, kündigt Schweiger an. Später soll dann auch mal ein Weißbier aus der Kellerbrauerei folgen. Die Biere werde es in Getränkemärkten im Dorfener Gäu zu kaufen geben, „regional eben“.

Braunbier wurde früher in der Region viel getrunken, weiß Andi Schweiger senior. Er und die Familie unterstützen den Jungbrauer bei der Realisierung des Kellerbräu Dorfen. Das weiß-orange Etikett ist auch schon fertig und wurde in der Familie entworfen. Der neue Kellerbräu Dorfen ist zu erkennen an einen Dorfener Wappen aus der Zeit um 1900. Die Schweigers freuen sich schon, wenn die ersten Tragl vom Kellerbräu Dorfen verkauft werden können. „Da ist aber noch viel Arbeit“, weiß Schweiger junior.

Hermann Weingartner

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