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Es passiert immer wieder: Bei Oberdorfen überflutet die Isen regelmäßig die Fahrbahn. Und genauso oft meinen Autofahrer, dennoch durchfahren zu können. Den Fahrer dieses BMW kommt das teuer zu stehen. Er blieb stecken – mit Frau und Kind im Auto. Feuerwehr und Abschleppdienst mussten den Havarierten bergen.

Nichts als Ärger mit Sturmtief Petra

Schwere Schäden – Straßen und Gleise  im Erdinger Land gesperrt

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Sturmtief Petra mit über dreitägigem Dauerregen hat den Landkreis Erding voll erwischt. Am Montagnachmittag und am Dienstagmorgen waren die Einsatzkräfte der Feuerwehren fast im Minutenrhythmus gefordert.

Landkreis - Bäche und Flüsse schwollen bedrohlich an, die Sempt erreichte in der Nacht die Meldestufe eins. Der Wind entwurzelte unzählige Bäume, der Verkehr kam mancherorts zum Erliegen. Große Erleichterung dann am Dienstagvormittag: Die Flüsse stiegen nicht weiter an.

Der Einsatzmarathon begann am Montagnachmittag. Zu diesem Zeitpunkt hatte es bereits eineinhalb Tage durchgeregnet. Die Feuerwehren mussten mehrere Keller leerpumpen.

BMW säuft bei Dorfen ab

Die Dorfener Einsatzkräfte ahnten schon, dass sie wieder auf die Verbindungsstraße Oberdorfen–Lappach würden ausrücken müssen. Sie steht schnell unter Wasser. Immer wieder meinen Autofahrer, die Absperrungen und Warnschilder ignorieren zu können. So auch am Abend eine Familie in einem BMW. Prompt fuhr sich die schwere Limousine fest. Fahrer, Beifahrerin und ein Kind mussten gerettet werden. Dazu kam sogar ein Schlauchboot zum Einsatz. Ein Abschlepper zog schließlich den BMW auf festen Untergrund zurück.

Gesperrt war wegen Überflutung auch wieder einmal die Strecke zwischen Eichenkofen und Eitting. Die angrenzende Eittinger Flutmulde war vollgelaufen. Überschießendes Wasser lief über die Fahrbahn in die angrenzenden Felder.

Windgeschwindigkeiten bis 90 km/h

In der Nacht fegte dann Sturm Petra über das Erdinger Land hinweg – mit Geschwindigkeiten zwischen 80 und 90 Kilometern pro Stunde. Etliche Bäume verloren auf dem aufgeweichten Boden den Halt und fielen um. Die orkanartigen Böen rissen teils dicke Äste ab.

Zwei Bundesstraßen und die S-Bahn gesperrt

In der Nacht blieb das oft unbemerkt. Doch ab 5 Uhr bemerkten beim Anlaufen des Berufsverkehrs viele Autofahrer, dass ihr Weg versperrt war. Betroffen waren auch die wichtigen Verkehrsachsen: Die B 388 Erding–Taufkirchen war bei Köhlholz (Gemeinde Bockhorn) unpassierbar, ebenso die B 15 Dorfen–Landshut auf Höhe Hohenpolding. Im Süden von Erding musste die Schlossallee (Staatsstraße 2082) Richtung Flughafentangente Ost/Niederneuching kurzzeitig gesperrt werden, bis die Feuerwehr das Sturmholz beiseite geräumt hatte. Vorübergehend kein Durchkommen gab es am Flughafen, nachdem ein Stamm die ED 30 bei Schwaig blockiert hatte.

Auto fährt gegen umgestürzten Baum

Brisant war die Lage auf der Kreisstraße ED 15 auf Höhe der Abzweigung Rappoltskirchen. Ein Autofahrer hatte einen Baum auf der Straße zu spät bemerkt und war dagegen gefahren. Es blieb bei Sachschaden.

Gut auch, dass morgens um 6 Uhr noch kaum Leute auf der Straße waren. In Erding brachen an der Kreuzung Münchener Straße/Herzoggraben zwei massive Stämme ab und fielen zum Teil auf Gehweg und Straße. Dabei wurde auch eine Straßenlaterne verbogen. Eine weitere Straßenlampe geriet bei Moosen/Vils in gefährliche Schräglage und musste von der Feuerwehr gesichert werden.

Wahlplakate außer Kontrolle

Viel Geduld brauchten auch die S-Bahn-Pendler. Vor der Hauptverkehrszeit fiel ein Baum in die Leitung zwischen Erding und Markt Schwaben. Über Stunden kam der Bahnverkehr in diesem Abschnitt vollständig zum Erliegen. Die Bahn organisierte einen Schienenersatzverkehr. Erst ab Markt Schwaben verkehrten wieder Züge. Hunderte Pendler kamen zu spät zur Arbeit.

Weit weniger dramatisch, aber nicht gerade ansehnlich war, was der Sturm mit unzähligen Wahlplakaten gemacht hatte: Viele hatten sich losgerissen, lagen auf Geh- und Radwegen herum oder baumelten traurig an Laternenpfählen. Hier dürfen die Parteien nun eine Sonderschicht einlegen.

Erleichterung: Die Pegel sinken

Bereits am Dienstagvormittag zeichnete sich bei den Pegeln eine Entspannung ab. Die Sempt hatte bei Wörth gegen 22 Uhr die Meldestufe eins erreicht. Der Wasserstand erreichte 130 Zentimeter, fiel am Morgen dann aber spürbar ab. Im Isenflutkanal in Dorfen wurden in der Nacht in der Spitze 1,80 Meter gemessen. Gegen 11 Uhr waren es nur noch 1,35 Meter, normal sind 25 Zentimeter. In Langengeisling erreichte der Fehlbach in der Spitze 140 Zentimeter, 80 mehr als üblich.

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