Marienstift Dorfen

Seniorenwohl vor Gewinnmaximierung

Ein deutlich besseres Jahresergebnis als erwartet hat das städtische Altenheim Marienstift Dorfen 2015 erzielt. Ein kalkuliertes Minus wurde deutlich reduziert.

Dorfen – Eine Gewinnerzielung wird im Stadtrat für das Marienstift ohnehin nicht erwartet, vielmehr setzen Heimleitung und Stadtführung auf bestmögliche Pflege und Qualität. Der Heimausschuss des Stadtrates beschäftigte sich jetzt mit dem Jahresabschluss 2015. Noch im Februar hatte Heimleiterin Marion Prey bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans 2016 erklärt, dass sich 2015 mit rund 35 000 Euro „ein gering negatives Ergebnis abzeichnet“. Laut Wirtschaftsplan waren sogar 53 000 Euro Minus für 2015 zu erwarten. Nun berichtete Steuerberaterin Andrea Plank-Wensauer bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2015 von einen Fehlbetrag von gerade mal 7395,63 Euro.

Von einem „erfreulichen Ergebnis“ sprach Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) angesichts der neuen Zahlen. Das Minus sei „nicht nennenswert, damit können wir leben“. Die Meinung wurde im Heimausschuss einmütig geteilt. Das Alten- und Pflegeheim sei „unentbehrlich für Stadt und Bürger“, betonte Grundner. Auch wenn die Einrichtung mit einem geringen Minus abschließe, gebe es da nichts zu diskutieren. Der Stadtchef dankte allen Mitarbeitern der Senioreinrichtung „für die gute Arbeit“.

Das erfreuliche Ergebnis erklärte Marienstift-Leiterin Prey mit kontinuierlichen Pflegedienstverhandlungen in den vergangenen drei Jahren. Weiter sei das Arbeitszeitmanagement verbessert worden, was mehr Flexibilität gebracht habe und auch die Auflösung von Rückstellungen für Überstunden ermöglichte. Auch die Tariferhöhungen wirken sich im Finanzplan belastend aus. Zudem seien die Personalkosten auch aufgrund der Einstellung von zwei Vollzeitkräften und Tariferhöhungen gestiegen. Oberstes Ziel bleibe „kostendeckend zu arbeiten“.

Die Bilanzsumme betrug 2015 rund 4,9 Millionen Euro, das Anlagevermögen 4,5 Millionen Euro, bei einem Eigenkapitalanteil von 57 Prozent, berichtete die Steuerberaterin. In den vergangenen Jahren seien im Zuge der Sanierung des ganzen Hauses insgesamt rund 8,5 Millionen Euro investiert worden. Davon seien vier Millionen Euro abgeschrieben. Für Investitionen im Haus und Gebäudeinstandhaltung wurden 86 500 Euro ausgegeben. Letztes Jahr seien keine neuen Kredite aufgenommen und rund 70 000 Euro getilgt worden.

In der Bilanz stehen auch 1,9 Millionen Euro Schulden. Die vier Verbindlichkeiten bei der KfW-Bank seien noch von früher aus dem ersten Sanierungsabschnitt des Hauses mit teilweise sehr langen Laufzeiten. Ein Kredit habe eine Laufzeit von 100 Jahren bis 2086. Für das Vorhaben habe es besondere Förderungen gegeben mit geringen Schuldzinsen von 0,25 bis 0,5 Prozent, erklärte die Leiterin der Finanzverwaltung, Maria Bauer.

Erträge seien 2015 aus den allgemeinen Pflegeleistungen und sonstigen stationären Leistungen außerhalb der Pflege 2,77 Millionen Euro (2014: 2,6 Millionen Euro) erzielt worden, berichtete Plank-Wensauer. Die Einnahmen aus Unterkunft und Verpflegung beliefen sich auf rund 580 000 Euro. Bei den Aufwendungen für Löhne und Gehälter wurden 2,25 Millionen Euro gezahlt. Es seien keine weiteren Risiken aus Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken ersichtlich, sagte Plank-Wensauer. Eine Änderung des Leistungsangebotes werde nicht eintreten. Die Heimleitung sei „bestrebt, auch künftig ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen“.

Einstimmig wurde ein Empfehlungsbeschluss an den Stadtrat gefasst die Jahresrechnung 2015 festzustellen.

Hermann Weingartner

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Rasenmäher im Stadl brennt
Das schnelle Eingreifen der St. Wolfganger Feuerwehren hat bei einem Brand Schlimmeres verhindert.
Rasenmäher im Stadl brennt
Wildunfall erst nach zehn Stunden gemeldet
Die Leiden eines angefahrenen Rehs waren einem 33-Jährigen egal. Er meldete den Wildunfall erst zehn Stunden später.
Wildunfall erst nach zehn Stunden gemeldet
Rocker spenden 7000 Euro für kranke Kinder
Der Motorradclub MC Mjölnir hat für kranke Kinder 7000 Euro gespendet.
Rocker spenden 7000 Euro für kranke Kinder
Dorfener Gymnasium für Klimaschutzprojekte geehrt
Das Gymnasium Dorfen hat bei der Vergabe des Bürgerenergiepreises einen Sonderpreis erhalten.
Dorfener Gymnasium für Klimaschutzprojekte geehrt

Kommentare