Eva Rauhs Herz schlägt für Frankreich. Richard Sippl liebt Pflanzen und sein Fahrrad.
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Eva Rauhs Herz schlägt für Frankreich. Richard Sippl liebt Pflanzen und sein Fahrrad.

Ruhestand

Servus und Salut: Eva Rauh und Richard Sippl verlassen das Dorfener Gymnasium

Eva Rauh und Richard Sippl treten in den Ruhestand. Als Lehrer waren sie Institutionen am Dorfener Gymnasium.

Dorfen – School’s out: Eva Rauh und Richard Sippl, beide langjährige Lehrer am Dorfener Gymnasium, haben sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Die beiden haben Generationen an Dorfener Schülern einen Teil ihres Weges begleitet. Den Pädagogen fiel es besonders schwer, ohne persönlichen Abschied zu gehen.

„Digital ist das nicht so, als wenn ich die Schüler und Kollegen vor mir sehe“, bedauert Eva Rauh. „Das ist kein richtiger Abschied.“ Seit 1993 hat die Lehrerin Englisch und Französisch am Dorfener Gymnasium unterrichtet. Jetzt ist Schluss: „Ich gehe am Computer vorbei und denke, ich müsste was tun – aber ich muss gar nicht mehr. Ein eigenartiges Gefühl.“

Die frankophile Pädagogin, die in Buch am Buchrain lebt, hat für ihren Lebensabend viel geplant: „Wir werden wandern, oft unterwegs sein“, sagt die 64-Jährige. Auch in Frankreich, wenn es coronabedingt wieder möglich ist. Denn ihr Herz hängt an der „Grande Nation“. Sie erinnert sich auch heute noch an besondere Frankreich-Aktionen – wie das erste P-Seminar vor zehn Jahren. „Die Schüler haben eine Soirée veranstaltet. Mit französischen Chansons. Es gab Fischsuppe und Crepes.“ Viele ihrer Schülerinnen und Schüler haben das Sprachzertifikat „diplôme d’études en langue française“ abgelegt.

Seit 2011 gehörte Rauh dem Personalrat an, „wo sie sich konstruktiv einbrachte und sich stets fair für die Belange des Kollegiums einsetzte“, würdigte Schulleiter Markus Höß die Kollegin bei der Verabschiedung als Online-Lehrerkonferenz.

Ebenfalls mehr als ein Vierteljahrhundert, nämlich seit 1995, hat Richard Sippl am Gymnasium Dorfen unterrichtet. Der ehemalige Lehrer für Biologie und Chemie genießt die neue Freiheit. „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“, zitierte er einen Song von Udo Jürgens. Sippl werkelt derzeit viel in seinem Garten: „Ich habe Lauch, Paprika und Tomaten gesät“, sagt der 66-jährige Naturliebhaber. Er radelt viel, erkundet die Natur in der Umgebung. „Seit Jahren legte Richard Sippl täglich bei Wind und Wetter die gut acht Kilometer von seinem Wohnort zur Schule mit dem Fahrrad zurück“, so Schulleiter Höß in seiner Laudatio. Sippl lebt zwischen Schwindegg und Schwindkirchen.

Besonders gerne unterrichtete Sippl die Leistungskurse: „Sechs Stunden die Woche die gleichen Schüler, da kann man auch spezielle Themen behandeln“, sagt er. Oder auch in den P- und W-Seminaren. Mit den Schülern der Oberstufe habe er „oft an der Hochschule in Weihenstephan nachgefragt, gemeinsam unser Wissen vertieft“. Neben einem guten Verhältnis zu seinen Schülern war ihm selbstverständlich auch die Vermittlung des Lehrstoffs wichtig.

„Ich hatte keine Möglichkeit, mich zu verabschieden“, bedauert der passionierte Biologe. Deshalb schrieb er an alle zehn Schulklassen, die er in diesem Schuljahr unterrichtet hat, einen Abschiedsbrief. „Ich wünsche mir, dass die Schüler das Dorfener Gymnasium in guter Erinnerung behalten“, sagt Sippl.

Michaele Heske

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