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Heiner Müller-Ermann (SPD) fordert genossenschaftliches Wohnen in Dorfen. 

Grundsatzbeschluss im Stadtrat

„Signal für bezahlbaren Wohnraum“

Dem Wohnungsmangel in Dorfen will die SPD mit genossenschaftlichem Wohnungsbau begegnen. Der Stadtrat hat dem per Grundsatzbeschuss zugestimmt.

Von Hermann Weingartner

Dorfen – Das Plenum hat am Mittwochabend über Möglichkeiten des sozialverträglichen Wohnungsbaus diskutiert. Der SPD-Antrag auf Einstieg in den genossenschaftlichen Wohnungsbau wurde dabei positiv bewertet. Des wurde der einstimmige Grundsatzbeschluss gefasst, diese Wohnbauform künftig zu unterstützen. Einig war man sich im Stadtrat, dass der Dorfener Wohnungsmarkt nahezu leer gefegt ist. Die SPD-Stadtratsfraktion vertrat die Auffassung, zur Entlastung seien künftig mehrere Wohnformen notwendig. Die Gründung einer Wohnbaugenossenschaft in Dorfen würde die SPD „als Bereicherung“ für die Stadt sehen. Mit der Unterstützung des Genossenschaftsmodells setze die Stadt „ein Signal für bezahlbaren Wohnraum“, betonte Fraktionssprecherin Michaela Meister. Es gelte dazu Eigeninitiative zu fördern, sagte Kollege Heiner Müller-Ermann. Wohngenossenschaften seien ein „sehr vernünftiger Gedanke zur Selbsthilfe“, weil damit nachhaltig bezahlbarer Wohnraum geschaffen werde.

Roman Dienersberger, Sachgebietsleiter Wohnungswesen bei der Regierung von Oberbayern, stellte zuvor Möglichkeiten der Wohnbauförderung in Bayern vor. Erding gehört zu den wachstumsstärksten Landkreisen ganz Deutschlands, sagte Dienersberger – mit entsprechenden Auswirkungen am Wohnungsmarkt. Die Regierung habe mit dem „Wohnungspakt Bayern“ reagiert. „Sehr attraktiv“ sei darin das „Kommunale Wohnraumförderprogramm“. Kommunen müssen Projektträger sein. Für Bauvorhaben einschließlich Grunderwerb (auch schon gekaufter Grund) werden 30 Prozent der Projektkosten als Zuschuss und ein 60 Prozent zinsverbilligtes Darlehen gewährt, und das mit festen Sätzen über die gesamte Laufzeit. Die Stadt könne als Eigentümer über die Wohnungsbelegung völlig frei entscheiden. Nur die Miethöhe müsse sozial verträglich sein. Nach 20 Jahren Bindung seien Anschlussprogramme denkbar.

Das Programm wurde als interessant bewertet, die SPD favorisierte aber ihren Genossenschaftsgedanken. Eine Wohnbaugenossenschaftsgründung sei „eine Herausforderung“ und mit hohen Einlagen im Bereich von 20 000 Euro verbunden, gab Dienersberger zu bedenken. Er riet, sich hier mit bereits bestehenden Genossenschaften im Umfeld des Landkreises in Verbindung zu setzen.

Im geplanten, gut zehn Hektar großen Wohnbaugebiet auf dem ehemaligen Meindl-Areal soll eine Fläche im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags oder des Einheimischen-Modells für ein Projekt des genossenschaftlichen Wohnungsbaus verbilligt zur Verfügung gestellt werden, heißt es im gefassten Grundsatzbeschluss. Die Stadt soll das Projekt unterstützen und sich bemühen, ein Genossenschaftsmodell, gegebenenfalls auch an anderer Stelle, zu ermöglichen.

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