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Ein Paradies für Bienen und Insekten könnte bei Watzling entstehen - wenn Naturfreunde mitmachen,

Blumenwiese pachten

So kann jeder zum Bienenretter werden

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Rent a Bleamewiesn. So kurz kann man auf Neubairisch ausdrücken, was Alois Bachmaier aus Watzling anbietet. Der Nebenerwerbslandwirt sucht Paten für eine Bienenwiese.

Dorfen – Für 30 Euro kann sich jeder 50 Quadratmeter blühende Wiese pachten. Derzeit ist das Areal noch eine Acker. Aber auf diesem will Bachmaier eine Blühwiese für Bienen und Insekten anlegen. Bis zu einem Hektar Ackerland möchte der Watzlinger dafür zur Verfügung stellen. Angebaut wird eine Blühmischung, die speziell auf die Bedürfnisse von Bienen, Hummeln und anderen wichtigen Insekten ausgelegt ist. Bachmeier denkt hier an den Anbau von Veitshöchheimer oder Tübinger Bienenweide. Laut Saatenhersteller besteht die Mischung aus über 40 ausgesuchten, einjährigen und mehrjährigen Wildkräutern, die der Bienenweide mit ihrer Blühfreudigkeit und einem reichen Nektar- und Pollenangebot von April bis November ihren besonderen Wert verleihen.

Alois Bachmaier sucht Wiesenpaten. 

Aus Sicht Bachmaiers kann damit jeder als Pate zum Artenschutz beitragen und damit weit mehr tun, als nur das derzeit laufende Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zu unterschreiben. Mindestens 100 Paten braucht Bachmaier, damit er sein Vorhaben umsetzen kann. Und er verspricht: Das ganze Jahr über bleibt die Blühwiese bestehen. Weder Pflanzenschutzmaßnahmen werden stattfinden, noch wird irgend ein Dünger ausgebracht. Die Paten können die Wiese auch das ganze Jahr über besuchen. Am Rande der Blühfläche will der Landwirt ein Schild mit den Namen der Paten aufstellen und dazu die angesäten Blumenarten erläutern. Neben dem Grundstück befindet sich ein Bachlauf. Die Patenschaft zum Schutz der heimischen Insekten ist auf ein Jahr angelegt und kann verlängert werden.

Der Umweltreferent des Stadtrates, Gerald Forstmaier (Grüne), sieht das Vorhaben positiv. „Der Artenschutz betrifft alle, das ist eine gesamtgesellschaftlich Aufgabe.“ Das Modell des Landwirts sei vom Prinzip her „keine schlechte Idee“. Da könne sich wirklich etwas Dauerhaftes daraus entwickeln. Forstmaier: „Die Landwirtschaft befindet sich im Umbruch. Der Artenschutz muss eine höhere Bedeutung gewinnen.“ 

Manfred Drobny, Geschäftsführer der Kreisgruppe Erding des Bund Naturschutz, hält das Vorhaben des Landwirts „grundsätzlich für eine interessante Idee“. Wichtig für Insektenvielfalt sei eine große Blütenvielfalt. Und das Projekt sollte auch längerfristig gedacht sein, da es vor allem ja auch für Wildbienen neuer Lebensraum werden könnte. Wichtig sei auch, dass das verwendete Saatgut von Mutterpflanzen von heimischen Pflanzen gewonnen werde. Denn Blumen, die etwa in der Lüneburger Heide blühten, seien für die heimischen Insekten wenig hilfreich.

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