Rathaus-Neubau

SPD: Von Prunkpalast kann keine Rede sein

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Dorfen - 7,9 Millionen Euro kostet das neue Dorfener Rathaus. Im Dezember 2018 soll es bezugsfertig sein. Der Stadtrat hat mit der Zustimmung zum Bauantrag den Weg zum Neubau frei gemacht. Doch die hohen Kosten gefallen nicht allen.

Bei der Vorstellung der Kostenschätzung für den Rathaus-Neubau durch das Architekturbüro Diezinger ist es am Montagabend im Stadtrat zu Irritationen gekommen. 5,31 Millionen Euro kostet der Neubau. Mit Abriss des alten Verwaltungsgebäudes und Umbau der bestehenden Rathauserweiterung im Friedberger-Gebäude kostet das neue Rathaus insgesamt 7,9 Millionen Euro. Für Dorette Sprengel (GAL) ein Umstand, der sie „nachdenklich“ machte. „Wir sind lange davon ausgegangen, dass das neue Rathaus etwas über fünf Millionen Euro kosten wird.“ Auch Landlisten-Fraktionssprecher Martin Heilmeier sah die „Kostensteigerung“ schon als „sehr groß“ an. Er forderte, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen.

Dass es sich um eine Kostensteigerung handelt, wurde von Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) zurückgewiesen. „Qualität hat seinen Preis“, konstatierte der Stadtchef. Es entstehe ein „qualitativ hochwertiger, nachhaltiger Bau“. Gerade das sei es ja, was der Stadtrat bei anderen Bauten immer fordere. So überschreite etwa die Wärmedämmung des neuen Rathauses den geforderten Standard um 30 Prozent.

Selbst SPD-Stadtrat Heiner Müller-Ermann machte deutlich, „dass Kostensteigerung der falsche Begriff ist“. Die fünf Millionen Euro Baukosten seien die Summe, die der Architektenwettbewerb für den Neubau ergeben habe. Das aber habe nichts mit den Gesamtkosten zu tun. Denn ein Wettbewerb für einen Neubau könne nie Ausgaben etwa für einen Abbruch des bestehenden Gebäudes enthalten. Müller-Ermann warnte davor, den Rathausneubau als „Prunkpalast“ zu sehen. „Das wird ein Rathaus für die Bürger der Stadt. Dieses Rathaus wird kein Luxusbau, sondern ein angemessenes Gebäude.“

Die Leiterin der Finanzverwaltung, Maria Bauer, begründete die Höhe der Kosten auch mit dem „städtebaulichen Mehraufwand“, den der Bau des Verwaltungsgebäudes im historischen Stadtkern verursache. Ein Zweckbau auf der „grünen Wiese“ wäre sicher billiger gekommen. Für den Mehraufwand könne die Stadt aber mit bis zu 60 Prozent Zuschuss rechnen, sagte Bauer. Zur von Simone Jell (SPD) gestellten Frage zur Finanzierung des neuen Rathauses machte Bauer klar, dass eine Kreditaufnahme unumgänglich sei.

Die CSU-Räte Ludwig Rudolf und Barbara Lanzinger brachten nochmals die wuchtige Fassade des neuen Rathauses in die Diskussion. Auch wenn diese nicht die Geschmäcker aller Bürger treffe, so verdiene das Rathaus „dieses Selbstbewusstsein, dazustehen“, sagte Lanzinger. Rudolf appellierte an die Architekten, sich zur Gestaltung „der großen Frontale“ am Rathausplatz etwas zu überlegen. Das Architekturbüro sieht es aber als notwendig an, „dass die Wichtigkeit des Gebäudes gezeigt wird“. Der Bau müsse als Rathaus „auch wahrgenommen werden“.

Mit dem Neubau muss die Stadt 36 Stellplätze nachweisen. Dies geschieht auf den städtischen Parkplätzen an der Rosenaustraße und am Bauhof. Wegen eines CSU-Antrags dazu kam es zeitweise zu heftigen Debatten. Die Christsozialen hatten unter anderem gefordert, die Verwaltung solle prüfen, ob auf dem Parkplatz an der Rosenaustraße nicht ein Parkdeck gebaut werden könnte. Das Thema wurde vertagt.

Heftige Kritik übte GAL-Rätin Sprengel am Ende der Debatte an der Verwaltung. Dem Stadtrat seien entscheidende Unterlagen nicht vor der Sitzung zugestellt worden. „Das ist schwach. Es geht um Millionen.“ Bürgermeister Grundier zeigte sich unbeeindruckt: „Ich habe das zur Kenntnis genommen.“

Renner Anton

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