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Mit einer veränderten Bauland- Politik wollen Heiner Müller-Ermann, Jakob Baumgartner, Michaela Meister und Simone Jell (Bild l., v. l.) von der SPDStadtratsfraktion wieder für bezahlbaren Wohnraum sorgen.

Neue Baugebiete

SPD will Gewinne der Investoren stutzen

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Dorfen - Bei der Ausweisung neuer Baugebiete soll sich die Stadt Dorfen weit mehr als die bisher 30 Prozent Fläche für sozial verträglichen Wohnungsbau sichern. Die Sozialdemokraten fordern zudem eine behutsame Stadtentwicklung.

Nur mit der verstärkten Umsetzung von sozialem Wohnungsbau und neuen Wohnformen glaubt die SPD, dass die Stadt die Wohnungsnot in Dorfen eindämmen kann. Das haben die Mitglieder der Stadtratsfraktion, Michaela Meister, Simone Jell, Heiner Müller-Ermann und Jakob Baumgartner, beim Jahres-Pressegespräch der Dorfener SPD betont. Gerade im Hinblick auf das künftige große Wohngebiet auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei Meindl müsse die Stadt bereits jetzt die Weichen dafür stellen, sagte Müller-Ermann.

Die Sozialdemokraten setzen vor allem auf eine Sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN). Damit werden Wohnbauunternehmen verpflichtet, bei größeren Bauprojekten einen bestimmten Anteil der Wohnungen zu vergünstigten Kauf- und Mietpreisen auf den Markt zu bringen. Müller-Ermann hält hier die 30 Prozent der Grundflächen, die bislang etwa im Einheimischen-Modell an die Stadt gehen, für nicht ausreichend. Die Hälfte der Grundflächen sollte sich die Stadt durch SoBoN sichern, sagte Müller-Ermann. Zudem setzt die SPD auch auf genossenschaftlichen Wohnungsbau. Überdies müssten neue Wohnformen, wie etwa generationenübergreifendes Wohnen in neuen Bauleitplänen ihren Niederschlag finden, fordert Stadträtin Jell.

Die Sozialdemokraten setzen auch auf Geschosswohnungsbau. Eine „fantasielose, langweilige Architektur“ wie an der Zinniengasse (Bild) müsse verhindert werden.

Trotz des enormen Drucks auf dem Wohnungsmarkt müsse die Entwicklung Dorfens aber „behutsam“ durchgeführt werden. „Wir wollen kein zweites Poing oder Neuperlach werden“, sagte Müller-Ermann. Insgesamt setzt die SPD bei Neubauvorhaben verstärkt auf Geschosswohnungsbau. Allerdings müsse hier darauf geachtet werden, dass dies nicht mit „fantasieloser, langweiliger Architektur“ geschehe, wie aktuell bei der Umsetzung des Wohnparks an der Zinniengasse. Die Lärmschutzwand entlang der B 15 hält Müller-Ermann „für eine Katastrophe“.

„Stadt wird selbst zum Preistreiber“

Kritik hat die SPD an der Abwicklung des Einheimischen-Modells im Baugebiet an der Mühlleite geübt. Von den insgesamt 25 Parzellen, die sich die Stadt gesichert hat, wurden nur 17 im Einheimischen-Modell vergeben. Der Rest wurde an die Meistbietenden veräußert. Die SPD habe in der nicht-öffentlichen Sitzung, in der die Thematik beraten wurde, erfolglos gefordert, alle städtischen Grundstücke im Einheimischen-Modell auf den Markt zu bringen. Letztlich habe sich die Verwaltung mit ihrer Haltung durchgesetzt, dass durch die Mehreinnahmen Geld zur Finanzierung der Folgekosten wie etwa Kindergartenplätze oder den Abwasserkanal generiert werden müssten. Die Stadt werde durch so ein Vorgehen letztlich aber „selbst zum Preistreiber“, kritisierte Fraktionssprecherin Meister.

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