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Das Gelände des TSV Dorfen. Auch das soll zum Areal bei Rutzmoos verlagert werden. Die SPD will aber alternative Standorte prüfen.

Alternative Standortsuche

Sportstätten-Verlagerung: SPD will Neustart

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Zurück auf Null. Das will die Dorfener SPD bei der geplanten Auslagerung der Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen. Die Stadt soll alternative Standorte zu Rutzmoos suchen.

Dorfen – Ist das städtische Freibad nun marode oder nicht? Diese Frage stellt sich nicht nur die SPD. Denn während die Stadtverwaltung vor einem Jahr richtig Druck machte und der Stadtrat im Eiltempo die im Zuge der Bewerbung um die Landesgartenschau geplante Auslagerung von Freibad und Sportstätten an den nördlichen Stadtrand nach Rutzmoos entscheiden musste, ist seither nichts mehr zu hören. Es gab bislang offenbar nicht einmal konkrete Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern.

Der Stadtrat sei mit der Bewerbung zur Landesgartenschau „unnötigem Druck“ ausgesetzt worden, kritisierte SPD-Stadtrat Heiner Müller-Ermann in einem Pressegespräch. Es mute jedenfalls seltsam an, dass der Stadtrat zur Entscheidung über die Verlagerung der Sport- und Freizeitstätten regelrecht getrieben worden sei, weil Bürgermeister und Verwaltung so getan hätten, als sei das Freibad wegen des schlechten baulichen Zustands kurz vor der Schließung. Seit jedoch im August bekannt geworden sei, dass Dorfen mit seiner Bewerbung um die Landesgartenschau gescheitert ist, wäre auch das Thema Sporstättenverlagerung keines mehr. „Wenn das Schwimmbad marode ist, ist es marode. Und dann muss jetzt gehandelt werden“, sagt SPD-Fraktionssprecherin Michaela Meister.

Doch es scheint ein Problem zu geben. Es gab bisher offenbar keine konkreten Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern bei Rutzmoos. Für SPD-Vorstandsmitglied Ernst Giller ein Unding. Die Eigentümer hätten von den Plänen der Stadt teilweise aus der Zeitung erfahren. Müller-Ermann hat dafür auch eine Erklärung: „Der Chef der Verwaltung ist der Bürgermeister, und der ist keiner, der immer gut mit den Leuten redet.“ Damit werde manches „unnötig schwierig gemacht“. Gerade bei Verhandlungen in so einer Dimension wie der Sportstättenverlagerung müssten die Grundeigentümer von Anfang an mit ins Boot geholt werden.

Was Müller-Ermann auch seltsam vorkommt: Wenn das Schwimmbad wirklich so marode sei, dann müsste dies doch schon Jahre bekannt sein. Dann hätte Grundner den Stadtrat schon viel früher darüber informieren müssen. Eine Sanierung oder Verlagerung hätte dann unabhängig von der Landesgartenschau diskutiert werden können.

Die SPD plädiert jetzt dafür, alles auf Null zu stellen und alternative Standorte für Freibad und Sportstätten zu prüfen. Andere Kommunen wie etwa St. Wolfgang hätten ihre Sportzentren und Schwimmbäder im Außenbereich. Das wäre auch für Dorfen eine Option, glaubt die SPD.

Und Giller räumt auch gleich ein Argument für den Standort des Freibads in der Stadt aus dem Weg: „Wer glaubt, dass alle mit dem Radl zum Schwimmbad fahren, weil es in der Stadt ist, der redet einen Schmarrn.“ Radständer seien viele frei, die Parkplätze belegt. Es müssten neben Rutzmoos auch andere Standorte geprüft werden, etwa am Ortseingang beim Schulzentrum. Auch für Meister steht fest: „Wir müssen nochmals alles überdenken und Prioritäten setzen.“

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