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Lückenschließung: In der Apothekergasse, gleich hinter dem neuen Rathaus (r.) soll ein modernes Wohn- und Bürogebäude entstehen.

Streit wegen Rathausneubau

Stadt und Nachbar rauchen Friedenspfeife

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Dorfen - Im Streit um den Bebauungsplan Apothekergasse zeichnet sich zwischen der Stadt Dorfen und einem Nachbarn eine Lösung ab. Möglich macht dies einer neuer Vorentwurf zur Bebauung des privaten Grundstücks.

Ausgelöst worden ist die Auseinandersetzung durch den vom Stadtrat beschlossenen Neubau des Rathauses. Der Bauausschuss des Stadtrates hatte den Bebauungsplan „Apothekergasse“ mehrmals geändert, nicht zuletzt, um einen viergeschossigen Neubau des Verwaltungsgebäudes zu ermöglichen. Von der Bebauungsplanänderung ist aber nicht nur das Rathaus-Areal betroffen, sondern auch die dem Rathaus benachbarten Flächen an der Apothekergasse. Das gegenüber dem Gasthaus Lebzelter liegende Areal wird derzeit als Parkplatz genutzt. Dort besteht bereits Baurecht, allerdings in abgestufter Geschossigkeit. Von der Stadt wurde aber auch hier bereits durch die Planänderung eine viergeschossige Bebauung zugelassen.

Nicht nur einige Behörden haben Bedenken gegen die Bebauungsplanänderung angemeldet, sondern vor allem auch die Grundstückseigentümer der unbebauten Fläche, die Brauerei Bachmayer und die Hörmann Land- und Forstwirtschafts GbR. Die Inhaber beider Betriebe haben über ihren Anwalt wiederholt vor allem wegen der ihrer Meinung zu massiven Bebauung durch das neue Rathaus Einspruch erhoben. Zudem wirft der Anwalt der Stadt vor, seine Mandanten nicht ausreichend in das Planänderungsverfahren einbezogen zu haben, Abstandsflächen nicht einzuhalten und durch die viergeschossige Bebauung gegen den denkmalrechtlichen Ensembleschutz zu verstoßen. Ingesamt stellt der Anwalt den gesamten Rathausneubau in Frage, da seiner Meinung nach durch Sanierungsmaßnahmen baurechtliche Mängel im alten Rathaus hätten behoben werden können. Die Stadt habe nie einen Vergleich Sanierung/Neubau vorgelegt, weshalb gegen den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit verstoßen worden sei.

Jetzt zeichnet sich im Streit eine Lösung ab. Stadtplanerin Martina Schneider hat im Auftrag der Stadt für den als Parkplatz genutzten Teil an der Apothekergasse eine Feinplanung erstellt. Dabei wurden auch die während der öffentlichen Auslegung der 3. Bebauungsplanänderung aufgetretenen offenen Punkte weitgehend geklärt. Insbesondere betrifft dies die Belichtung der einzelnen Geschosse, die Anfahrbarkeit der Gebäude, deren Einfügung ins historische Ensemble und den Stellplatzbedarf. Das Planungsbüro 3 D Architekt Rainer Hobmaier legte dem Bauausschuss jetzt nach einem gemeinsamem Gespräch zwischen Grundstückseigentümer, Stadt und Stadtplanerin einen Bebauungsvorentwurf vor, der im Ausschuss einhellig begrüßt wurde. Demnach plant die Familie Hörmann einen viergeschossigen Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses. Im Erdgeschoss ist gewerbliche Nutzung geplant, in den drei anderen Geschossen Wohnungen. Auf zwei Tiefgaragenebenen sollen etwa 70 Stellplätze realisiert werden. Durch eine untergliederte Fassade mit Rücksprüngen soll eine Kleingliedrigkeit entstehen, die sich ins historische Ensemble einfügt.

Der Bauausschuss stimmte der Vorentwurfsplanung zu und beschloss für die 3. Änderung des Bebauungsplans Apothekergasse eine erneutes Auslegungsverfahren. Die Grundstückseigentümer halten ihre Einsprüche zur Wahrung ihrer Interessen zunächst aufrecht. Wenn nach dem Auslegungsverfahren der Billigungsbeschluss für den Bebauungsplan erfolgt, sollen die Einwände laut Familie Hörmann zurückgenommen werden. " Bemerkenswertes der Woche

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