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Die Lokale Allianz für Demenz betreut in Dorfen demenzkranke Bürger.

Demenz-Projekt „Miteinander – Füreinander“

Stadt will auf eigene Kosten weitermachen

Dorfen - Demenzerkrankte sollen in Dorfen möglichst lange teilhaben können inmitten der Gesellschaft und ihr Leben nachhaltig verbessern. Das ist das primäre Ziel eines Projekts der Stadt, dessen Zukunft unklar ist.

Ende 2014 war die Stadt Dorfen mit dem neu gegründeten Demenz-Projekt „Miteinander – Füreinander“ von Initiatorin Linda Brisch der bundesweiten Aktion „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ beigetreten. Wie es nach dem Ende der staatlichen Förderung heuer im August weitergeht, damit sich der Heimausschuss des Dorfener Stadtrates zuerst nichtöffentlich und dann öffentlich beschäftigt. Die Kernfrage war, wo das Projekt künftig angesiedelt wird und ob Brisch weiter Projektleiterin bleibt.

Unter der Führung von Brisch sei mittlerweile „viel geleistet“ worden, lobte Ulli Frank-Mayer (GAL). Es sei ein Netzwerk aufgebaut worden, mit zahlreichen Kooperationen zu lokalen Partnern in Bereichen wie Gesundheits- und Sozialfürsorge, Bildungswesen sowie Wirtschaft und Kultur, und auch zu Vereinen die ein Demenzangebot haben. Frank-Mayer betonte, das Projekt sei „keine Konkurrenz“ zu den Angeboten des städtischen Altenheims, der Nachbarschaftshilfe Dorfen oder Caritas.

Frank-Mayer warb auch eindringlich für die Fortführung des Projektes unter der bewährten Leitung von Brisch. Vordringliches Ziel von „Miteinander – Füreinander“ sei die „Vernetzung“ der verschiedenen Angebote in Dorfen „und nicht, jemanden etwas wegzunehmen“. Die Projektleitung könne man im Rahmen etwa eines Minijob regeln. „Da sprechen wir nicht über riesige Summen“, meinte sie.

Heiner Müller-Ermann (SPD) forderte, „bestehende Strukturen zu erhalten“. Das Projekt sollte „bewusst nicht im Marienstift“ angesiedelt werden. Die betroffenen Menschen sollen ja gerade in der Mitte der Gesellschaft, also im Leben in der Stadtmitte integriert sein. Müller-Ermann plädierte dafür, das Projekt „in der jetzigen Form weiter fortzuführen“. Das „bisserl Geld“ werde die Stadt aufbringen können.

Der Heimausschuss war sich einig, dass das Projekt auch ohne Förderung fortgeführt werden sollte. Er folgte dem Antrag von Michael Oberhofer (CSU), dass vor einer Entscheidung „in aller Ruhe mit allen beteiligten Akteuren ein Gespräch geführt werden soll“. Die Leiterin der Finanzverwaltung, Maria Bauer, erklärte, der Heimausschuss sei dafür nicht zuständig. Beschlossen wurde daher, eine Entscheidung zurück an den Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates zu verwiesen.

Im 2050 rechnet man mit über drei Millionen Demenzerkrankten in Deutschland. Im Marienstift leben über 60 Bewohner, die an Demenz erkrankt sind. Im „Miteinander – Füreinander“ werden derzeit sechs Demenzerkrankte betreut.

Hermann Weingartner

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